
„Der ‚BrückenPreisâ€â„¢ ist mir ein besonderes Anliegen. Ich möchte damit die Bindekraft des bürgerschaftlichen Engagements in den Mittelpunkt stellen. Gesellschaftliche Integration ist etwas, was nicht allein durch die Politik gewährleistet werden kann. Sie gelingt dort, wo Menschen anpacken, Mut haben, eine Idee verwirklichen und Verantwortung übernehmen. Darauf soll dieser Preis aufmerksam machen“, sagte der Ministerpräsident bei der Verleihung in der Staatskanzlei.
Viele andere Wettbewerbe, Preise oder Auszeichnungen würden die Bedeutung des Ehrenamts und freiwilligen Engagements herausstellen. Die „brückenbauende“ Seite des Engagements erfahre aber noch nicht die Aufmerksamkeit und Würdigung, die sie verdient habe. „39 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Rheinland-Pfalz engagieren sich ehrenamtlich in Vereinen, Verbänden, Initiativen oder Stiftungen. Unser Land liegt damit im bundesweiten Vergleich an der Spitze“, sagte Beck. „Dieses Engagement verbindet Menschen mit und ohne Behinderung. Es fördert die Begegnung und den Dialog von Jung und Alt sowie von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Sprache“.
Verliehen wird der „BrückenPreis“ in fünf Kategorien zum Internationalen Tag der Freiwilligen. Die Preisträger erhalten eine symbolische Brücke und jeweils 2.000 Euro als finanzielle Unterstützung für ihr Engagement.
Preisträger sind:
In der Kategorie Bürgerschaftliches Engagement von Jung und Alt wurde das Projekt die „Briefpaten“ der Westerwälder Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (WeKISS) geehrt. In diesem Projekt erhalten ältere Menschen in Seniorenheimen Briefe oder Postkarten von ehrenamtlichen Briefeschreibern. Rund 100 Engagierte zwischen 7 und 85 Jahren wirken darin mit, darunter eine ganz Schulklasse. Gerade für Seniorinnen und Senioren ohne Angehörigen kann ein Brief oder eine Postkraft eine Brücke zur Welt jenseits des Heims sein.
In der Kategorie Bürgerschaftliches Engagement von Menschen mit und ohne Behinderung wurde der Judo-Sportverein Speyer ausgezeichnet. Geistig behinderten Menschen wird es hier ermöglicht, sowohl am Judotraining als auch an den gesellschaftlichen Aktivitäten des Vereins teilzunehmen. Geistig behinderte junge Menschen werden zudem als Übungsleiter qualifiziert und auf diese Weise selbst in Verantwortung gebracht.
In der Kategorie Bürgerschaftliches Engagement von Deutschen und Migrantinnen/Migranten erhielt das Projekt Medinetz Mainz e.V. den BrückenPreis. Medinetz ist eine medizinische Vermittlungsstelle für Flüchtlinge, Migranten und Menschen ohne Papiere. Darüber hinaus wird Menschen aus neuen EU-Beitrittsländern wie Polen, Bulgarien, Rumänien, die nicht krankenversichert oder arbeitslos sind, eine medizinische Behandlung geboten.
In der Kategorie Bürgerschaftliches Engagement gegen soziale Benachteiligung, Ausgrenzung und Diskriminierung wurde der Förderverein LesBi-Schwules Kultur- und Kommunikationszentrum Mainz e.V. geehrt. Der Verein betreibt seit 2004 die „Bar jeder Sicht“, die Information, Beratung und Freizeitaktivitäten für Lesben, Schwule, Bisexuelle, ihre Freunde und Familienmitglieder bietet. „Sichtbar leben“ und dadurch Vorurteile und Diskriminierung abzubauen, ist Idee und Anliegen des Vereins.
In der Kategorie Bürgerschaftliches Engagement in grenzüberschreitender Zusammenarbeit bekam das Projekt „Ubuhlobo“ die Auszeichnung. 1999 haben sich Jugendliche im Alter zwischen 16 und 27 Jahren in der Arbeitsgemeinschaft „Ubuhlobo“ zusammengefunden. Sie führen seitdem regelmäßig zwei bis dreiwöchige Jugendaustausche sowie Workcamps mit jungen Südafrikanern durch. Die Begegnungen finden sowohl in der Südpfalz als auch in Südafrika statt.

