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Burg Sterrenberg im Frühling
Startseite > Jahrhundertprojekt vollendet
03.09.2010 | Synagoge Mainz

Jahrhundertprojekt vollendet

Die jüdische Gemeinde ist wieder sichtbar zurück im Mainzer Leben. Über 400 offizielle Gäste waren der gemeinsamen Einladung der Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde, Stella Schindler-Siegreich, von Ministerpräsident Kurt Beck und Oberbürgermeister Jens Beutel zur Einweihung der neuen Synagoge gefolgt. Bundespräsident Christian Wulff und der Israelische Botschafter Yoram Ben-Ze’ev nahmen an der Feier teil. Auch 47 ehemalige Mainzer Juden aus aller Welt kamen zu diesem besonderen Ereignis in ihre Geburtsstadt.
Einweihung der Synagoge; Bild: Piel

Zum Gruppenfoto versammelten sich die Würdenträger nach dem Festakt im Hof der Synagoge.

Einweihung der Synagoge; Bild: Piel

Ministerpräsident Beck, OB Jens Beutel, Stella Schindler-Siegreich und Architekt Manuel Herz bei der Schlüsselübergabe.

Einweihung der Synagoge; Bild: Piel

Innenraum der neuen Synagoge.

Der Festakt mit dem Einzug der Torarollen in den Gebetsraum fand auf den Tag genau 92 Jahre nach der Einweihung der alten Hauptsynagoge statt, die 1938 von der Nationalsozialisten zerstört worden war. "Die neue Synagoge bedeutet für uns, die Jüdische Gemeinde Mainz, die unverbrüchliche Gewissheit, hier in der Landeshauptstadt ein Judentum auf Dauer aufbauen zu wollen. Auf diese sicherlich nicht immer einfache Aufgabe freuen wir uns und hoffen, alle unsere Vorhaben in dieser so schönen Synagoge verwirklichen zu können“, sagte Stella Schindler-Siegreich. "Mit ihrer herausragenden Architektur wird die neue Synagoge weit über Mainz hinausstrahlen und der jüdischen Gemeinde mitten in unserer Stadt eine Zukunft geben“, so Ministerpräsident Kurt Beck. Er erinnerte an die große kulturelle und religiöse Tradition der jüdischen Gemeinde in Mainz. "Die Stuckateure haben hier im Gebetsraum zehntausende hebräische Schriftzeichen an die Wände gezaubert. Es sind Texte von Mainzer Rabbinern aus dem 11. Jahrhundert, die die Kultur und Lehre im abendländischen Judentum geprägt haben“, sagte der Ministerpräsident. Der Landesregierung sei es ein besonderes Anliegen, die außergewöhnliche Bedeutung der drei SchUM-Städte Speyer, Worms und Mainz*, durch ihre Anerkennung als UNESCO-Weltkulturerbe zu erhalten und bekannter zu machen. "Die neue Synagoge erinnert an die Vergangenheit, sie markiert aber auch einen Neuanfang. Antisemitismus und Rechtsradikalismus haben keinen Platz in unserer Gesellschaft und werden entschieden mit rechtsstaatlichen Mitteln bekämpft. Möge die neue Synagoge nicht nur ein würdiger Ort des Glaubens, sondern auch eine Stätte der Begegnung, der Toleranz und Verständigung sein“, so Ministerpräsident Beck. Oberbürgermeister Jens Beutel: "Für unsere Stadt mit ihrer großen jüdischen Geschichte ist dies ein Tag großer Freude. Mit der Vollendung dieses Jahrhundertvorhabens ist jüdisches Leben wieder sichtbar in unserer Stadt. Die jüdische Gemeinde hat einen würdigen Ort gefunden, an dem sie zusammenkommen, beten, lernen und feiern kann und der sie gemäß ihrer wichtigen Stellung in unserer Stadt angemessen repräsentiert.“ Das beeindruckende Bauwerk schließe den Wiederaufbau der Stadt ab und erneuere die Trias der religiösen Toleranz mit Dom und Christuskirche. Die neue Synagoge sei für Mainz in jeder Hinsicht eine Bereicherung und werde getragen von einem großen Bürgerengagement. "Es ist mir ein besonderes Anliegen, allen ganz herzlich zu danken, die sich für die Synagoge eingesetzt haben: den Kirchen, Institutionen, Verbänden und Gruppierungen, darunter der Verein ‚Eine neue Synagoge für Mainz’, die Stiftung ‚Magenza’ sowie Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland“, so Beutel. Sein besonderer Dank gelte aber der Jüdischen Gemeinde für ihre Offenheit und ihr Vertrauen, dass sie immer wieder vermittle und bekräftige. Zur Bildergalerie * Nach ihren hebräischen Anfangsbuchstaben bezeichnete man die Städte Speyer, Worms und Mainz als SchUM-Städte.
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