Zum dritten Mal hat Ministerpräsident Kurt Beck am 03. Dezember 2010 den Brückenpreis des Landes für Integration durch bürgerschaftliches Engagement verliehen. Der Preis zeichnet in fünf Kategorien herausragende Initiativen aus, die den Dialog von Jung und Alt, das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung sowie das engagierte Handeln von Menschen unterschiedlicher Herkunft fördern.

BrückenPreis 2010

Preisverleihung 2010
„Das Thema Integration ist in aller Munde, es wird aber nicht immer klug diskutiert“, sagte Ministerpräsident Kurt Beck bei der Preisverleihung im Festsaal der Staatskanzlei. „Der BrückenPreis ist mir daher ein ganz besonderes Anliegen. Er zeichnet Menschen aus, die in einfallsreichen Projekten anpacken und etwas für das soziale Miteinander tun.“ Wo andere Probleme nur anmahnten, würden die Prämierten zwischen gesellschaftlichen Gruppen vermitteln und Grenzen überwinden. Gerade beim Thema Integration spielten vor allem Verantwortung, Kreativität und persönliches Engagement eine Rolle. Der Ministerpräsident betonte: „Es gilt, durch Information, einen offenen Dialog und Begegnungen der unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen Vorurteile abzubauen und gegenseitiges Verständnis zu fördern.“
Viele andere Wettbewerbe, Preise oder Auszeichnungen stellten die Bedeutung des Ehrenamts heraus. Der seit 2008 jährlich verliehene Brückenpreis würdige aber vor allem die verbindende, den Zusammenhalt stärkende Seite des Engagements. „Dank der Auszeichnung erfahren die Organisationen und engagierten Menschen die Aufmerksamkeit und Würdigung, die sie verdient haben. Ihr vorbildliches Handeln soll Ansporn für andere sein, die Gemeinschaft mitzutragen und mitzugestalten“, so Beck.
In Rheinland-Pfalz engagieren sich 41 Prozent der Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich in Vereinen, Verbänden, Initiativen oder Stiftungen. Damit liegt das Land im bundesweiten Vergleich an der Spitze.
Die Preisträger des BrückenPreises 2010:
In der Kategorie Bürgerschaftliches Engagement von Jung und Alt wurde das Schülerprojekt „IDEE“ – eine Kooperation von Caritasverband und Görres-Gymnasium in Koblenz – ausgezeichnet. IDEE steht für „Idealismus und Engagement im Ehrenamt“. Die Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klasse besuchen dabei in ihrer Freizeit Seniorenheime, begleiten die Bewohnerinnen und Bewohner in ihrem Alltag und schenken ihnen Zeit und Aufmerksamkeit. Das Projekt fördert den Zusammenhalt und die Solidarität zwischen den Generationen und ist bereits Vorbild für andere Schulen.
Den Brückenpreis in der Kategorie Bürgerschaftliches Engagement gegen soziale Benachteiligung, Ausgrenzung und Diskriminierung erhielt das „Bildungsnetzwerk Mainz (BINE) e.V. – für mehr Integration durch Bildung“. Die 30 ehrenamtlichen Mitglieder des Vereins setzen sich für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche ein. In Kooperation mit sechs Einrichtungen in Mainz bietet das Netzwerk Hausaufgabenbetreuung, Förderunterricht und Nachhilfe an. Das Angebot schließt nicht nur Wissenslücken, sondern fördert auch Integration und Bildungschancen der Kinder und Jugendlichen.
In der Kategorie Bürgerschaftliches Engagement in grenzüberschreitender Zusammenarbeit bekam das Projekt „Freundeskreis Dierdorf – Krotoszyn“ die Auszeichnung. Ziel des Vereins ist es, die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Bewohnern der Verbandsgemeinde Dierdorf (Kreis Neuwied) und der polnischen Stadt Krotoszyn zu fördern und das gegenseitige Verstehen zu stärken. Der Verein unterstützt den geschichtlichen, politischen, kulturellen und persönlichen Austausch der städtepartnerschaftlich verbundenen Orte.
In der Kategorie Bürgerschaftliches Engagement von Deutschen und Migrantinnen/Migranten erhielt das Projekt „Orientalisches Frühstück“ des Mehrgenerationenhauses – Haus der Familie in Neustadt a.d.W. den Brückenpreis. Seit 2007 kommen beim wöchentlichen Frühstück Menschen im Alter von 0 bis 75 Jahren aus vierzehn Nationen und unterschiedlichen Milieus zusammen. Hier kommt es zu Begegnungen, die nicht selbstverständlich sind, zum Kennenlernen, zum Austausch von Erfahrungen und zum Knüpfen neuer Kontakte.
In der Kategorie Bürgerschaftliches Engagement von Menschen mit und ohne Behinderung wurde die Musik-Band „Mary Greenwood“ aus Wittlich ausgezeichnet. „Mary Greenwood“ sind 13 begeisterte Rockmusiker mit und ohne Behinderung. Sie präsentieren eigene Musik und Texte in dem von ihnen geprägten Musikstil „Rock4integration“. Gefühle, Alltagserlebnisse und Erfahrungen lassen sich durch die Musik leichter vermitteln. Die Band erreicht mit ihrem Stil seit Jahren ein immer größer werdendes Publikum.
Bilder der Veranstaltung finden Sie hier.
BrückenPreis 2009
Ministerpräsident Kurt Beck hat zum zweiten Mal den Preis „Engagement leben, Brücken bauen, Integration stärken“ in Mainz verliehen. Mit dem „BrückenPreis 2009“ wurden fünf verschiedene Initiativen ausgezeichnet, die mit ihrem ehrenamtlichen Engagement die unterschiedlichsten Menschen zusammengeführt haben.

Preisverleihung 2009
„Der BrückenPreis ist mir ein besonderes Anliegen. Ich möchte damit die Bindekraft des bürgerschaftlichen Engagements in den Mittelpunkt stellen. Gesellschaftliche Integration ist etwas, was nicht allein durch die Politik gewährleistet werden kann. Sie gelingt dort, wo Menschen anpacken, Mut haben, eine Idee verwirklichen und Verantwortung übernehmen. Darauf soll dieser Preis aufmerksam machen“, sagte der Ministerpräsident bei der Verleihung in der Staatskanzlei.
Viele andere Wettbewerbe, Preise oder Auszeichnungen würden die Bedeutung des Ehrenamts und freiwilligen Engagements herausstellen. Die „brückenbauende“ Seite des Engagements erfahre aber noch nicht die Aufmerksamkeit und Würdigung, die sie verdient habe. „39 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Rheinland-Pfalz engagieren sich ehrenamtlich in Vereinen, Verbänden, Initiativen oder Stiftungen. Unser Land liegt damit im bundesweiten Vergleich an der Spitze“, sagte Beck. „Dieses Engagement verbindet Menschen mit und ohne Behinderung. Es fördert die Begegnung und den Dialog von Jung und Alt sowie von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Sprache“.
Verliehen wird der „BrückenPreis“ in fünf Kategorien zum Internationalen Tag der Freiwilligen. Die Preisträger erhalten eine symbolische Brücke und jeweils 2.000 Euro als finanzielle Unterstützung für ihr Engagement.
Die Preisträger des BrückenPreises 2009:
In der Kategorie Bürgerschaftliches Engagement von Jung und Alt wurde das Projekt die „Briefpaten“ der Westerwälder Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (WeKISS) geehrt. In diesem Projekt erhalten ältere Menschen in Seniorenheimen Briefe oder Postkarten von ehrenamtlichen Briefeschreibern. Rund 100 Engagierte zwischen 7 und 85 Jahren wirken darin mit, darunter eine ganz Schulklasse. Gerade für Seniorinnen und Senioren ohne Angehörigen kann ein Brief oder eine Postkraft eine Brücke zur Welt jenseits des Heims sein.
In der Kategorie Bürgerschaftliches Engagement von Menschen mit und ohne Behinderung wurde der Judo-Sportverein Speyer ausgezeichnet. Geistig behinderten Menschen wird es hier ermöglicht, sowohl am Judotraining als auch an den gesellschaftlichen Aktivitäten des Vereins teilzunehmen. Geistig behinderte junge Menschen werden zudem als Übungsleiter qualifiziert und auf diese Weise selbst in Verantwortung gebracht.
In der Kategorie Bürgerschaftliches Engagement von Deutschen und Migrantinnen/Migranten erhielt das Projekt Medinetz Mainz e.V. den BrückenPreis. Medinetz ist eine medizinische Vermittlungsstelle für Flüchtlinge, Migranten und Menschen ohne Papiere. Darüber hinaus wird Menschen aus neuen EU-Beitrittsländern wie Polen, Bulgarien, Rumänien, die nicht krankenversichert oder arbeitslos sind, eine medizinische Behandlung geboten.
In der Kategorie Bürgerschaftliches Engagement gegen soziale Benachteiligung, Ausgrenzung und Diskriminierung wurde der Förderverein LesBi-Schwules Kultur- und Kommunikationszentrum Mainz e.V. geehrt. Der Verein betreibt seit 2004 die „Bar jeder Sicht“, die Information, Beratung und Freizeitaktivitäten für Lesben, Schwule, Bisexuelle, ihre Freunde und Familienmitglieder bietet. „Sichtbar leben“ und dadurch Vorurteile und Diskriminierung abzubauen, ist Idee und Anliegen des Vereins.
In der Kategorie Bürgerschaftliches Engagement in grenzüberschreitender Zusammenarbeit bekam das Projekt „Ubuhlobo“ die Auszeichnung. 1999 haben sich Jugendliche im Alter zwischen 16 und 27 Jahren in der Arbeitsgemeinschaft „Ubuhlobo“ zusammengefunden. Sie führen seitdem regelmäßig zwei bis dreiwöchige Jugendaustausche sowie Workcamps mit jungen Südafrikanern durch. Die Begegnungen finden sowohl in der Südpfalz als auch in Südafrika statt.
Bilder der Veranstaltung finden Sie hier.
