03.09.2010 | Zum Tode von Prof. Dr. Leo Trepp

„Mit Professor Leo Trepp ist der letzte Rabbiner des deutschen Judentums von uns gegangen, der noch vor der Nazi-Zeit ordiniert wurde. Sein Tod bedeutet einen schweren Verlust, denn er nimmt uns einen großen Mann, der die Menschen Güte, Toleranz und den Willen zur Versöhnung lehrte – trotz all der Unmenschlichkeit, die er und seine Familie im Deutschland des Nationalsozialismus erfahren mussten.“ Das sagte Ministerpräsident Kurt Beck, der während der Einweihung der Neuen Synagoge in Mainz darüber informiert wurde, dass Leo Trepp am gestrigen Donnerstag im Alter von 97 Jahren in San Francisco verstarb.
Leo Trepp wurde am 4. März 1913 in Mainz geboren. Er studierte in Frankfurt, Würzburg und Berlin Philosophie und Philologie und ließ sich parallel dazu zum Rabbiner ausbilden. Bis zu den von den Nazis organisierten und gesteuerten Novemberpogromen 1938 amtierte er als Landesrabbiner von Oldenburg. Durch Vermittlung des Oberrabbiners des Britischen Reiches wurde Leo Trepp aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen freigelassen und emigrierte zunächst nach Großbritannien, dann in die USA. Als Professor für Philosophie und Geisteswissenschaften am Napa College in Kalifornien und als jüdischer Geistlicher verfasste er zahlreiche Standardwerke zum Judentum. Ab Mitte der Fünfziger Jahre kehrte er regelmäßig nach Deutschland zurück, um die Aussöhnung der Juden und Nichtjuden in Deutschland zu fördern.
Nach vielen Jahren als Honorarprofessor ernannte die Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz Leo Trepp zum Ehrensenator. 1993 erhielt er die Gutenberg-Plakette und 2003 den Ehrenring seiner Geburtsstadt Mainz. Vom Bundespräsidenten wurde ihm 1997 das Bundesverdienstkreuz I. Klasse verliehen.
„Der Schrecken der Nazi-Barbarei war noch auf bedrückende Weise zu spüren, als Leo Trepp 1954 das erste Mal zurück nach Deutschland kam, um in Vorträgen und Vorlesungen den Opfern der Shoa eine Stimme zu geben. Der erste Kurs, den er an der Universität seiner Heimatstadt Mainz aufgebaut hat, hatte das Thema: ‚Das neue Deutschland’. Gemeint war damit ein Deutschland, das sich seiner historischen Verantwortung auf immer bewusst ist, das nicht zulässt, dass sich das bösartige Virus des Antisemitismus noch einmal in der Gesellschaft einnistet. Er wusste, dass das nur möglich ist, wenn Juden und Nichtjuden in diesem Land ausgesöhnt sind. Dafür hat er bis zuletzt geworben und gearbeitet – als Dozent in Mainz und Oldenburg, als Religionsgelehrter und als Mensch. Wir haben ihm für das, was er Deutschland gegeben hat, zu danken“, sagte Kurt Beck.
Leo Trepp wurde am 4. März 1913 in Mainz geboren. Er studierte in Frankfurt, Würzburg und Berlin Philosophie und Philologie und ließ sich parallel dazu zum Rabbiner ausbilden. Bis zu den von den Nazis organisierten und gesteuerten Novemberpogromen 1938 amtierte er als Landesrabbiner von Oldenburg. Durch Vermittlung des Oberrabbiners des Britischen Reiches wurde Leo Trepp aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen freigelassen und emigrierte zunächst nach Großbritannien, dann in die USA. Als Professor für Philosophie und Geisteswissenschaften am Napa College in Kalifornien und als jüdischer Geistlicher verfasste er zahlreiche Standardwerke zum Judentum. Ab Mitte der Fünfziger Jahre kehrte er regelmäßig nach Deutschland zurück, um die Aussöhnung der Juden und Nichtjuden in Deutschland zu fördern.
Nach vielen Jahren als Honorarprofessor ernannte die Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz Leo Trepp zum Ehrensenator. 1993 erhielt er die Gutenberg-Plakette und 2003 den Ehrenring seiner Geburtsstadt Mainz. Vom Bundespräsidenten wurde ihm 1997 das Bundesverdienstkreuz I. Klasse verliehen.
„Der Schrecken der Nazi-Barbarei war noch auf bedrückende Weise zu spüren, als Leo Trepp 1954 das erste Mal zurück nach Deutschland kam, um in Vorträgen und Vorlesungen den Opfern der Shoa eine Stimme zu geben. Der erste Kurs, den er an der Universität seiner Heimatstadt Mainz aufgebaut hat, hatte das Thema: ‚Das neue Deutschland’. Gemeint war damit ein Deutschland, das sich seiner historischen Verantwortung auf immer bewusst ist, das nicht zulässt, dass sich das bösartige Virus des Antisemitismus noch einmal in der Gesellschaft einnistet. Er wusste, dass das nur möglich ist, wenn Juden und Nichtjuden in diesem Land ausgesöhnt sind. Dafür hat er bis zuletzt geworben und gearbeitet – als Dozent in Mainz und Oldenburg, als Religionsgelehrter und als Mensch. Wir haben ihm für das, was er Deutschland gegeben hat, zu danken“, sagte Kurt Beck.
| Datum: | 03.09.2010 |
|---|---|
| Herausgeber: | Staatskanzlei |
