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Frau mit Kleinkind in Ruanda
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Republik Ruanda

Vertragliche Grundlagen

07.06.1982

Briefwechsel über die Aufnahme partnerschaftlicher Beziehungen

03.05.2002

Vereinbarung über die Vertiefung der partnerschaftlichen Zusammenarbeit

 

Die Region

Ruanda wird geografisch Ost-Zentralafrika zugeordnet, liegt in der Region der „Großen Seen“, ist christlich geprägt und hat über 9 Mio. Einwohner auf einer Fläche von 26.340 km². Ruanda ist also um knapp ein Drittel größer als Rheinland-Pfalz und hat eine mehr als doppelt so hohe Bevölkerungszahl (RLP: 19.853 km² bzw. 4,05 Mio.).

Landschaft in Ruanda

Land der 1000 Hügel

Charakteristisch für das afrikanische Binnenland sind die malerischen „1.000 Hügel“, welche aber die beiden Haupterwerbsquellen, die Landwirtschaft (u. a. Tee) und die Viehzucht, trotz der ansonsten günstigen klimatischen Bedingungen erschweren. Mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) in 2006 von ca. 2,4 Mrd. US-$ bzw. etwa 1,6 Mrd. €, also pro Einwohner von etwa 178 € im Jahr, ist Ruanda eines der ärmsten Länder der Welt (Auswärtiges Amt, Oktober 2007; RLP in 2006: 100 Mrd. € bzw. 24.640 €; Statistisches Landesamt 2008; Anmerkung: Bei einem solchen Vergleich ist aber noch die unterschiedliche Kaufkraft zu berücksichtigen).

Zuständigkeiten

Ruanda ist seit 1962 eine unabhängige Republik mit einem direkt für 5 Jahre gewählten Präsidenten als Staatsoberhaupt, der seine Regierungsmitglieder einsetzt. Seit der Verfassungsreform vom Juni 2003 besteht die Legislative aus einem Zwei-Kammer-System mit einer Abgeordnetenkammer mit 80 Sitzen (davon 53 in direkter und geheimer Wahl, die restlichen indirekt für gesellschaftliche Gruppen bestimmt) und einem Senat mit 26 Mitgliedern (14 indirekt durch die Provinzen gewählt, 8 vom Präsidenten bestimmt und 4 durch politische Parteien ernannt).

Ministerpräsident Kurt Beck mit Kindern in Ruanda

Ruanda-Reise des Ministerpräsidenten Kurt Beck, 2007

Partnerschaft

Seit 1982 pflegt Rheinland-Pfalz eine so genannte „Graswurzelpartnerschaft“ mit Ruanda, eine Partnerschaft auf der Ebene der Bevölkerungen, also gewissermaßen „von den Menschen - für die Menschen“. Das heißt, dass Kommunen, Schulen und verschiedene gesellschaftliche Gruppen die unmittelbaren Träger der Partnerschaft sind und die Regierungsebenen diese Arbeiten begleiten.

Das Hauptaugenmerk der Zusammenarbeit liegt dabei auf den Grundbedürfnissen der Menschen: Zunächst schlagen die ruandischen Partner Projekte vor, wie beispielsweise den Bau eines Trinkwasserbrunnens oder einer Schule.

Das rheinland-pfälzische Koordinationsbüro in Kigali prüft dann zunächst grundsätzlich, ob die Anfragen geeignet und umsetzbar sind. Anschließend übermittelt das Koordinationsbüro die Vorschläge nach Rheinland-Pfalz. Hier werden mögliche Partner angesprochen, die sich dann um die finanzielle und materielle Unterstützung für das jeweilige Projekt bemühen. Wenn die Finanzierung steht, werden ruandische Kleinbetriebe mit der Umsetzung beauftragt. Die Rechnungen werden über das Koordinationsbüro beglichen.

Die Regierungen in Rheinland-Pfalz und Ruanda bieten die finanzielle, logistische und technische Unterstützung sowie den politischen Rahmen, um die Partnerschaft vor Ort zu ermöglichen. Eine besonders schwierige Phase der Zusammenarbeit gab es 1994, als die Spannungen zwischen den Bevölkerungsgruppen der Hutus und der Tutsis im grausamen Völkermord gipfelten. Trotz des Gefühls der Ohnmacht und des blanken Entsetzens über die grauenvollen Nachrichten gab es für viele in der Ruandahilfe engagierte Menschen in Rheinland-Pfalz nur das eine Ziel, nämlich gerade jetzt diejenigen nicht alleine zu lassen, die am meisten unter der grassierenden Brutalität leiden mussten: die Kinder, die Älteren und die Schwachen.

Seit Mitte der 90er Jahre ist Ruanda wieder auf dem Weg zum inneren Frieden. In Ruanda werden seit geraumer Zeit Anstrengungen unternommen, den Prozess der Demokratisierung voranzutreiben. Auch in diesem Bereich erfährt das Land Unterstützung aus Rheinland-Pfalz, wie beispielsweise bei der Durchführung von Wahlen.

Ein Großteil der enormen Vielzahl von Aktivitäten der Vereine, Kommunen, Schulen und Hochschulen, Verbände, Kirchen u. v. a. m. sind im Zweijahres-Bericht über den Stand der internationalen Kontakte der Landesregierung aufgeführt. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Partnerschaft wurden weitere Ziele der Zusammenarbeit abgesteckt. So soll in Zukunft auch ein Schwerpunkt auf der Wirtschaftsförderung und dem Ausbau alternativer Energien liegen.

Logo des Vereins Partnerschaft Rheinland-Pfalz/Ruanda

Partnerschaft Rheinland-Pfalz/Ruanda e.V.

Mittlerorganisationen

Der im März 1983 gegründete Verein Partnerschaft Rheinland-Pfalz/Ruanda (e. V.) arbeitet als eine Art Dachorganisation für alle Ruanda-Vereine und – Initiativen und ist u. a. auch der Träger des rheinland-pfälzischen Koordinationsbüros in der Hauptstadt Kigali.

Die Kinderhilfsorganisation Human Help Network e. V. mit Sitz in Mainz wurde 1990 gegründet.

Beispiel der Zusammenarbeit

Ein gutes Beispiel für das Engagement von rheinland-pfälzischen Schulen zu Gunsten des Partnerlandes ist die „Aktion Tagwerk e. V.“: Einen Tag im Jahr arbeiten Schülerinnen und Schüler in Betrieben, Büros oder bei Privatpersonen und stellen ihren Verdienst den Kindern in Ruanda zur Verfügung. Im Jahr 2007 fand „Aktion Tagwerk: Dein Tag für Afrika“ gemeinsam mit UNICEF Deutschland statt.

Insgesamt haben bundesweit 180.000 Schülerinnen und Schüler von 826 Schulen teilgenommen und mehr als 1,5 Mio. Euro erwirtschaftet. Von dieser Summe werden weitere Straßenkinderzentren, Waisenhäuser, Berufsschulen und Behindertenzentren gebaut, Ausbildungsprojekte gefördert und anderes mehr.

Weiterführende Links

Karte von Ruanda mit der Hauptstadt Kigali

www.rlp-ruanda.de
Partnerschaft Rheinland-Pfalz/Ruanda e.V.

www.bmz.de
Informationen zu Ruanda auf den Webseiten des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

www.auswaertiges-amt.de
Informationen zu Ruanda auf den Webseiten des Auswärtigen Amtes

www.hhn.org
Human Help Network e.V.

www.aktion-tagwerk.de
Aktion Tagwerk e.V.

www.gov.rw
Republik Ruanda