Partnerschaft
Seit 1982 pflegt Rheinland-Pfalz eine so genannte „Graswurzelpartnerschaft“ mit Ruanda, eine Partnerschaft auf der Ebene der Bevölkerungen, also gewissermaßen „von den Menschen - für die Menschen“. Das heißt, dass Kommunen, Schulen und verschiedene gesellschaftliche Gruppen die unmittelbaren Träger der Partnerschaft sind und die Regierungsebenen diese Arbeiten begleiten.
Das Hauptaugenmerk der Zusammenarbeit liegt dabei auf den Grundbedürfnissen der Menschen: Zunächst schlagen die ruandischen Partner Projekte vor, wie beispielsweise den Bau eines Trinkwasserbrunnens oder einer Schule.
Das rheinland-pfälzische Koordinationsbüro in Kigali prüft dann zunächst grundsätzlich, ob die Anfragen geeignet und umsetzbar sind. Anschließend übermittelt das Koordinationsbüro die Vorschläge nach Rheinland-Pfalz. Hier werden mögliche Partner angesprochen, die sich dann um die finanzielle und materielle Unterstützung für das jeweilige Projekt bemühen. Wenn die Finanzierung steht, werden ruandische Kleinbetriebe mit der Umsetzung beauftragt. Die Rechnungen werden über das Koordinationsbüro beglichen.
Die Regierungen in Rheinland-Pfalz und Ruanda bieten die finanzielle, logistische und technische Unterstützung sowie den politischen Rahmen, um die Partnerschaft vor Ort zu ermöglichen. Eine besonders schwierige Phase der Zusammenarbeit gab es 1994, als die Spannungen zwischen den Bevölkerungsgruppen der Hutus und der Tutsis im grausamen Völkermord gipfelten. Trotz des Gefühls der Ohnmacht und des blanken Entsetzens über die grauenvollen Nachrichten gab es für viele in der Ruandahilfe engagierte Menschen in Rheinland-Pfalz nur das eine Ziel, nämlich gerade jetzt diejenigen nicht alleine zu lassen, die am meisten unter der grassierenden Brutalität leiden mussten: die Kinder, die Älteren und die Schwachen.
Seit Mitte der 90er Jahre ist Ruanda wieder auf dem Weg zum inneren Frieden. In Ruanda werden seit geraumer Zeit Anstrengungen unternommen, den Prozess der Demokratisierung voranzutreiben. Auch in diesem Bereich erfährt das Land Unterstützung aus Rheinland-Pfalz, wie beispielsweise bei der Durchführung von Wahlen.
Ein Großteil der enormen Vielzahl von Aktivitäten der Vereine, Kommunen, Schulen und Hochschulen, Verbände, Kirchen u. v. a. m. sind im Zweijahres-Bericht über den Stand der internationalen Kontakte der Landesregierung aufgeführt. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Partnerschaft wurden weitere Ziele der Zusammenarbeit abgesteckt. So soll in Zukunft auch ein Schwerpunkt auf der Wirtschaftsförderung und dem Ausbau alternativer Energien liegen.