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Forschung und Innovation ganz groß: Chemie- und Pharmaindustrie



Am Institut für Polymerforschung in Mainz stimmt die Chemie.

Moderne Kunststoffe und Pflanzenschutzmittel von BASF, Medikamente für Atemwegs- und Stoffwechselerkrankungen von Boehringer Ingelheim – das sind nur zwei Beispiele eines beeindruckenden Portfolios der beiden Weltunternehmen mit Sitz in Rheinland-Pfalz. Chemie- und Pharmaindustrie blicken auf eine mehr als hundertjährige erfolgreiche Tradition zurück.

Hier stimmt die Chemie! Im Vergleich zur deutschen Chemieindustrie hat die chemische Industrie in Rheinland-Pfalz überdurchschnittlich viele Beschäftigte je Betrieb, rund zehn Prozent mehr Umsatz je Beschäftigten, deutlich mehr Umsatz je Betrieb und eine ähnlich hohe Lohn- und Gehaltsquote. Infolgedessen erzielte die chemische Industrie im Jahr 2007 einen Umsatz von 6.000 Euro pro Einwohner – das ist mehr als in jedem anderen Land in Deutschland. In Ludwigshafen betreibt die BASF den größten zusammenhängenden Chemiestandort der Welt.



Gute Mischung: Universitäre und industrielle Forschung machen Rheinland-Pfalz zum erfolgreichen Chemiestandort.

Auch die Pharmaindustrie ist in Rheinland-Pfalz erfolgreich: Schließlich ist Boehringer Ingelheim das größte deutsche forschende Pharmaunternehmen. Und Abbott in Ludwigshafen unterstreicht die Qualität dieser Branche am Wirtschaftsstandort Rheinland-Pfalz.

Doch nicht nur die großen Vorzeigeunternehmen bei Chemie und Pharma im Land verkörpern Forschungs- und Innovationsgeist. Viele kleine und mittlere Unternehmen sorgen dafür, dass in dieser Branche mit 55.000 Beschäftigten eine Exportquote von mehr als 62 Prozent erreicht wird.

Die Zukunftsbranche Biotechnologie, die eng mit Chemie und Pharma verbunden ist, entwickelt sich im Land rasant. Besonders rund um Mainz nutzen junge innovative Biotech-Unternehmen und Spin-offs der Universität Mainz die Infrastruktur von Technologiezentren sowie das gute wissenschaftliche Umfeld als Ideenquelle und Katalysator.

Heiss und Edel: Werkstoff- und Oberflächentechnologie

Metall und Keramik sind im nördlichen Rheinland-Pfalz die Stoffe, aus denen die Zukunft gemacht wird. Diese Region entwickelt sich zur führenden Innovationsregion beider Branchen. Gerade die Feuerfestindustrie im Bereich der Keramik bietet ein hohes Entwicklungspotenzial und spielt eine zentrale Rolle zum Beispiel in der Stahlproduktion, der Zementindustrie, der Glasindustrie oder der Müllverbrennung.

Modernste Hightech-Entwicklungen wie Zahnersatz, Gelenkprothesen oder andere Medizinprodukte nutzen ebenfalls das Potenzial der keramischen Werkstoffe und bieten neue Zukunftsperspektiven – für Unternehmen wie für Patienten. Hier entsteht darüber hinaus das Europäische Zentrum für Feuerfest-Technologien. Das Deutsche Institut für Feuerfest und Keramik (DIFK) und das Forschungsinstitut Glas und Keramik bilden das Herzstück dieses neuen, dynamischen Branchennetzwerks. Rheinland-Pfalz präsentiert sich schon heute als innovativer Standort der modernen Werkstoff- und Oberflächentechnologie.



Für den Blick ins Weltall: Herstellung eines Spiegelträgers für ein Teleskop bei der Schott AG.

Mit den von Schott entwickelten Ceran® Glaskeramik-Kochflächen wurde das Kochen weltweit revolutioniert und der Werkstoff Glaskeramik in einer völlig neuen Verwendung eingesetzt. Bei Schott in Mainz wird Glaskeramik auch für viele andere technologisch interessante und zukunftsträchtige Anwendungsgebiete hergestellt , z.B. für Spiegelträger in der Astronomie. So bestehen die Hauptspiegel des Very Large Telescopes in Chile aus Zerodur® Glaskeramik. Mit einem Durchmesser von 8,2 m und einem Gewicht von jeweils 23 Tonnen sind es die größten Glaskeramik-Monolithe, die jemals hergestellt wurden.



Was die Verarbeitung von Edelsteinen angeht, gilt Idar-Oberstein an der Nahe weltweit als erste Adresse.

Am Edelsteinstandort mit Weltruf, dem „World Center of Coloured Stones“ Idar-Oberstein, werden Rohprodukte aus Südamerika, Afrika, Asien und Australien verarbeitet. Idar-Oberstein ist weltweit das einzige Zentrum, in dem alle Arten von Edelsteinen geschliffen und gehandelt werden. Der Standort zeichnet sich durch ein hohes technisches und wissenschaftliches Knowhow aus, getragen von Unternehmen, weltweit führenden Forschungsinstituten, Fachschulen, Verbänden und nicht zuletzt dem Deutschen Edelsteinmuseum. Die Deutschen Edelsteinlaboratorien Idar-Oberstein (DEL) fertigen Expertisen für Kunden in aller Welt an.

Alles dreht sich um Mobilität: Fahrzeugproduktion „Made in Rheinland-Pfalz“



Hightech zum Anfassen: In Rheinland-Pfalz wird heute schon die Technologie von morgen erprobt.

Das Cockpit aus Wörth, die Sitze aus Kaiserslautern und der Katalysator aus Edenkoben: Das ist Fahrzeugproduktion „Made in Rheinland-Pfalz“. Mehr als 100 Unternehmen entwickeln, optimieren und produzieren Komponenten vom Bremsbelag über hydraulische Stoßdämpfer bis hin zu Motorteilen und Blechen. Aus Rheinland-Pfalz gehen diese Produkte in die ganze Welt.

Wie kaum ein anderer Wirtschaftszweig hat die Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie die wirtschaftliche Entwicklung des Landes während der vergangenen Jahrzehnte geprägt. Sie ist nach der chemischen Industrie der wichtigste Industriezweig in Rheinland-Pfalz.



Die Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie ist ein wichtiger Wirtschaftszweig in Rheinland-Pfalz.

Die innovative Kompetenz rund um die Nutzfahrzeugproduktion noch besser anwenden und entwickeln – das ist die Aufgabe des Commercial Vehicle Cluster (CVC). Inzwischen engagieren sich 40 Partnerorganisationen aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung im CVC. Vieles dreht sich dabei um die Technische Universität Kaiserslautern. Das Ziel der Initiative ist klar formuliert: Es geht darum, der Nutzfahrzeugindustrie im Südwesten Deutschlands eine europäische Spitzenposition zu verschaffen. Zum Wohle aller und für eine optimale Entwicklung insbesondere der mittelständischen Zulieferunternehmen am Standort Rheinland-Pfalz.

Unterstützt wird dieses Ziel durch den Themenschwerpunkt „Digitale Nutzfahrzeugtechnologie“, den die beiden rheinland-pfälzischen Fraunhofer-Institute in Kooperation mit Unternehmen aus der Region bearbeiten. Das Ziel des Fraunhofer-Innovationsclusters „Digitale Nutzfahrzeugtechnologie“ (DNT) ist es, die Forschungs- und Entwicklungskompetenzen für den Einsatz von Informationstechnik im Nutzfahrzeugbereich zu stärken.

Externe Links

 Cluster in Rheinland-Pfalz und der Metropolregion Rhein-Neckar

 Commercial Vehicle Cluster

 Innovationscluster Metall & Keramik

 IMG Innovations-Management GmbH