Arbeitswelt der Zukunft schafft mehr Selbstbestimmung

Die Corona-Pandemie hat erhebliche Auswirkungen auf die Arbeitswelt der Zukunft. Hier sind sich Expertinnen und Experten einig: Veränderungen, die seit längerem in Gang sind, wie agiles, flexibles Arbeiten und mehr Zeitsouveränität, haben die Pandemie beschleunigt. Ministerpräsidentin Malu Dreyer: „Es wird künftig auch zu einem attraktiven Arbeitgeber gehören, dass Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen flexibel, mit mehr Selbstbestimmung und mobil arbeiten können.“

Durch die Technisierung gestalteten sich Kommunikation und Zusammenarbeit neu, so die Ministerpräsidentin. Ebenso die Erwartungen an das Team, an Führungskräfte und Arbeitgeber. „Wir stehen an der Schwelle eines großen Generationenwechsels. Deshalb ist es so wichtig, die Erwartungen der Generation Y und Z an ihren künftigen Arbeitsplatz, an ihren zukünftigen Arbeitgeber zu kennen.“

Die Ministerpräsidentin sprach heute beim „Workathon“ von Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) e.V. und der Hochschule für Wirtschaft und Verwaltung Ludwigshafen. Im Mittelpunkt der digitalen Konferenz stand die Frage „Wie wollen wir arbeiten“, zahlreiche junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Unternehmen aus Rheinland-Pfalz und der Metropolregion Rhein-Neckar nahmen teil, ebenso Personalverantwortliche und Führungskräfte. Auch Michael Heinz, Mitglied des Vorstands der BASF SE und Vorsitzender der ZIRP ist überzeugt: „Corona hat gezeigt, dass viel mehr möglich ist, als wir dachten. Jetzt geht es darum, die neue Normalität – auch nach Corona – zu definieren und nicht in alte Muster zurückzufallen. Wir werden flexibler und hybrider arbeiten. Zugleich dürfen wir Präsenz nicht ganz in Frage stellen.“

Dies unterstrich auch Professorin Jutta Rump, Leiterin des Instituts für Employability und Beschäftigung an der Hochschule Ludwigshafen: „Die Generation Z sieht ihre Arbeit ganz eng in Zusammenhang mit Sinn und Zeitsouveränität.“ Sie ist überzeugt, dass die Generation Z erheblich durch die Corona-Pandemie geprägt sein wird und durchaus von der Generation C gesprochen werden kann. „Die Generation Z erlebt zurzeit krisenbedingt, dass der Arbeitsmarkt eher ein Arbeitgebermarkt ist, obwohl gleichzeitig ein Mangel an Fachkräften besteht. Hinzu kommen massive Transformationsprozesse mit der Digitalisierung, dem Strukturwandel in der Wirtschaft und dem Bewusstsein für Klima- und Umweltschutz. Dies führt zu Verunsicherung.“

Rund 100 Teilnehmende diskutierten über den Arbeitsplatz der Zukunft, über die eigene Rolle im Unternehmen und Entwicklungsmöglichkeiten. Deutlich wurde, dass New Work nicht nur auf Arbeitsweisen und -methoden zielt, sondern ganz eng mit dem Bedürfnis von Menschen nach Erfüllung, Sinnhaftigkeit und Stabilität verbunden ist.