Bilanz der Oppeln-Reise: Freundschaft ist ein Fundament für Krisenzeiten

Ministerpräsidentin Malu Dreyer war mit einer Delegation aus Wissenschaft, Hilfsorganisationen, Politik und Jugendvertretern auf Delegationsreise in der polnischen Woiwodschaft Oppeln. Seit mehr als 20 Jahren sind Rheinland-Pfalz und Oppeln Partner. Die Ministerpräsidentin und Landtagspräsident Hendrik Hering haben das große Engagement von Polen zur Bewältigung der Flüchtlingskrise in der Ukraine gewürdigt und zollten größten Respekt vor der Hilfsbereitschaft in diesem Krieg.

„Wir erleben Krieg Mitten in Europa. Wir spüren in Deutschland Angst vor dem Krieg, aber für Polen liegt der Krieg direkt vor der Haustüre“, erklärte die Ministerpräsidentin bei einem Treffen mit Andrzej Bula, dem Marschall von Oppeln. Es sei ein gutes Zeichen, dass Europa zusammengerückt sei. Auf dem Programm stand auch ein Gespräch mit der ukrainischen Honorarkonsulin von Polen, Irena Pordzik, die nachdrücklich erklärte, dass die Ukraine nicht nur das eigene Land, sondern auch die Demokratie in Europa verteidige.

Fotos der Reise

Die Delegationsreise stand auch im Zeichen des Partnerschaftsjubiläums zwischen beiden Ländern. „Die tiefe Freundschaft zwischen Oppeln und Rheinland-Pfalz ist nicht selbstverständlich. Persönliche Begegnungen sind wichtig, um sie aufrecht zu erhalten. Deswegen war es mir ein Anliegen, auch wieder junge Menschen dabei zu haben. Regional-Partnerschaften sind das Rückgrat der europäischen Friedensgemeinschaft. Deswegen ist es wichtig, diese Freundschaft über Generationen hinweg zu sichern“, unterstrich Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Marschall Andrzej Bula machte deutlich, wie wichtig die Partnerschaft mit Rheinland-Pfalz für die Woiwodschaft Oppen sei und dass man Freunde gerade Zeiten großer Not erkenne. So habe Rheinland-Pfalz in der Corona-Pandemie dringend benötigte Beatmungsgeräte nach Oppeln geliefert und die Woiwodschaft wiederum Bautrockner während der schrecklichen Flutkatastrophe ins Ahrtal.

Sabrina Kleinherz, Vorsitzende des Dachverbandes der kommunalen Jugendvertretungen in Rheinland-Pfalz und Jannik Becker vom Jugendparlament der Verbandsgemeinde Arzfeld haben die Delegation begleitet. Bei den Gesprächen mit polnischen Jugendvertreterinnen und –vertretern wurde deutlich, dass die Anliegen in Oppeln und Rheinland-Pfalz bei den jungen Menschen sehr ähnlich sind. Auch in Oppeln sei die Sorge um die mentale Gesundheit der jungen Menschen durch die Corona-Pandemie groß. „Wenn ich Ihr Engagement für Austausch und Vernetzung in Europa sehe, ist mir um die Zukunft der europäischen Idee nicht bange“, unterstrich die Ministerpräsidentin.

Anke Marzi, Vorstandsvorsitzende des DRK-Landesverbandes Rheinland-Pfalz, hat sich einen Eindruck vom Flüchtlingsmanagement in Polen gemacht. Das Nachbarland der Ukraine hat mehr als die Hälfte aller Geflüchteten aufgenommen, die 2,8 Millionen Menschen leben zu 80 Prozent bei Privatpersonen. In der Universität von Oppeln besichtigte Ministerpräsidentin Malu Dreyer ein Flüchtlingsprojekt in einem Studentenwohnheim, bei dem vor allem junge Frauen mit ihren kleineren Kindern untergebracht sind. Sie werden von Freiwilligen der Universität betreut und versorgt. Im Gespräch mit den geflüchteten Frauen wurde deutlich, dass die meisten so schnell wie möglich wieder in die Ukrainer zurückkehren wollten, berichtete die Ministerpräsidentin. In der Zwischenzeit wünschen sich die Frauen, dass sie in Polen Arbeit finden. Es sei sehr schwer, nichts zu tun und das eigene Land im Krieg zu wissen. Wie in Deutschland auch, besuchen die Kinder aus der Ukraine Schulen und Kindergärten in Polen.

Ebenfalls an der Universität Oppeln besichtigte die Delegation der Ministerpräsidentin den trinationalen Studiengang, der in Mainz, Oppeln und Dijon angeboten wird, sowie die Hochschulallianz FORTHEM. Zu ihr gehören sieben Universitäten, darunter die Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Der Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, Professor Stefan Müller-Stach und Dr. Tanja Hermann haben die Delegation begleitet und zusammen mit ihren polnischen Kolleginnen und Kollegen den länderübergreifenden Studiengang vorgestellt. „Ich bin stolz auf unsere Johannes Gutenberg Universität, sie zählt zu den ganz wenigen Europa Universitäten und ist auch in der Hochschulallianz FORTHEM ein wichtiger Impulsgeber“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Landtagspräsident Hendrik Hering und seine Stellvertreter Astrid Schmitt und Matthias Lammert waren ebenfalls Teil der Delegation.

Fotos zum Download in einer flickr-Galerie auf rlp.de

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