Hochwasser-Katastrophe trifft Rheinland-Pfalz schwer - alle Kräfte im Land stehen zusammen

"Das Leid nimmt zu und unsere Gedanken sind fest bei den Menschen, die alles verloren haben. Wir haben zur Stunde 60 Tote zu beklagen und es ist zu befürchten, dass diese Zahl noch weiter ansteigen wird. Zahlreiche Menschen gelten noch als vermisst. Wir geben die Hoffnung nicht auf. Die Menschen können sich darauf verlassen, dass alle Kräfte im Land zusammenstehen, von den Kommunen bis zum Bund. Auch unter schwierigsten Bedingungen setzen wir alles daran, Leben zu retten, Schäden zu beseitigen und weitere Gefahren abzuwenden. Ich kann den Einsatzkräften gar nicht genug danken. Viele sind seit 36 Stunden im Einsatz. Was Sie leisten, ist beispiellos“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei einer Pressekonferenz am Freitag.

Die ganze Nacht hindurch seien die Arbeiten in den Katastrophengebieten weiter vorangeschritten. Besonders stark sei der Landkreis Ahrweiler betroffen. Entlang der Ahr sind ganze Ortschaften von den Wassermassen überflutet worden. Es kam zu schweren Überschwemmungen und Verwüstungen. Besonders betroffen sind die Gemeinden Schuld, Insul, Dümpelfeld, Altenahr, Mayschoß, Ahrbrück, Dernau, Bad Neuenahr-Ahrweiler und Sinzig.

Spendenkonto ist eingerichtet

Aus der Bevölkerung erreichten die Landesregierung überwältigende Unterstützungsangebote, sodass umgehend beim Innenministerium ein Spendenkonto eingerichtet wurde. Wer spenden möchte, kann dies tun unter dem Kennwort „Katastrophenhilfe Hochwasser“ auf das Konto der Landeshauptkasse Mainz, IBAN: DE78 5505 0120 0200 3006 06, BIC: MALADE51MNZ. „Diese nationale Katastrophe zeigt einmal mehr: Rheinland-Pfalz steht in dieser schwierigen Zeit zusammen. Das macht mich unglaublich stolz“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. 

Land und Bund sagen den betroffenen Regionen schnelle Hilfe zu

Am Donnerstagnachmittag machte sich Ministerpräsidentin Malu Dreyer gemeinsam mit Vizekanzler Olaf Scholz und Innenminister Roger Lewentz in Ahrweiler ein Bild der Lage. Ein erster Hoffnungsschimmer in dieser schlimmen Stunde sei die Zusage des Bundes, den betroffenen Menschen schnell helfen zu wollen, so die Ministerpräsidentin. „Ich danke Vizekanzler Olaf Scholz für das starke Signal der Solidarität. Die Schäden in den Kommunen sind immens. Das können wir als Land nicht alleine auffangen und sind dankbar für den Bund an unserer Seite“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. 

Auch das Land leiste seinen Beitrag. „Wir werden kurzfristig 50 Millionen Euro Katastrophenhilfe für die Hochwasserschäden an der öffentlichen Infrastruktur vor Ort bereitstellen", so die Ministerpräsidentin weiter. 

Hotlines für Auskunft von Angehörigen und psychosoziale Unterstützung

Über die Auskunfts-Hotline des Polizeipräsidiums Koblenz können sich besorgte Angehörige, die jemanden vermissen, melden. Diese ist erreichbar unter der Telefonnummer 0800 6565651. Für Betroffene der Unwetterkatastrophe bietet zudem der Opferbeauftragte der Landesregierung Rheinland-Pfalz eine kostenlose Hotline zur psychosozialen Unterstützung an. Die Hotline ist unter 0800 001 0218 zwischen 8 Uhr und 20 Uhr erreichbar.

Portal für Hinweise zur Vermisstensuche

Das Polizeipräsidium Koblenz bittet zudem die Menschen im Kreis Ahrweiler um Mithilfe bei der Suche nach Vermissten. Über ein Hinweisportal können Videos und Fotos an die Polizei geschickt werden, die Hinweise auf vermisste Personen und mögliche weitere Tote im Kreis Ahrweiler geben können. Das Portal erreichen Sie hier.