Katastrophe von Fukushima hat auch Deutschland nachhaltig verändert

„Wir alle erinnern uns noch gut, als wir vor zehn Jahren erschüttert die Bilder aus Japan und das Leid der Menschen durch das Beben, den Tsunami und die Reaktorkatastrophe sahen. In Gedanken sind wir deshalb heute bei unseren japanischen Freunden und Freundinnen und gedenken mit ihnen der vielen Opfer, Angehörigen und Leidtragenden dieser Dreifachkatastrophe in Fukushima vom 11. März 2011“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer anlässlich des zehnten Jahrestages des Unglücks an der ostjapanischen Küste.

Damals führte das stärkste Seebeben, das Japan bis zu diesem Tag erlebt hatte, zu einem Tsunami, der weite Teile der japanischen Pazifikküste überflutete und mit riesigen Wellen auf das Kernkraftwerk in Fukushima-Daiichi traf und dort zu einer nuklearen Katastrophe führte.

Fukushima habe auch Deutschland nachhaltig verändert, erklärte die Ministerpräsidentin. Bis heute sei die Katastrophe von damals in der öffentlichen Diskussion untrennbar mit der Frage nach dem verantwortlichen Umgang mit der Atomenergie verbunden. „Die Risiken der Kernenergie sind bis heute nicht vollständig beherrschbar, die Fragen der Endlagerung von Atommüll nicht endgüldig geklärt. Deutschland hat folgerichtig Konsequenzen aus der nuklearen Katastrophe gezogen und 2011 den Ausstieg aus der Kernenergie und die Energiewende in Deutschland endgültig festgeschrieben. Ich bin sehr froh, dass bis Ende 2022 die letzten Atomkraftwerke in Deutschland vom Netz gehen sollen. Der Ausbau der erneuerbaren und klimafreundlichen Energien wie Windkraft und Solartechnik wird auch in Zukunft zentral sein für die sichere Energieversorgung - und das ohne die potentiell zerstörerische Kraft der Kernenergie. Nicht umsonst streiten wir seit vielen Jahren Seit an Seit mit Luxemburg und weiteren Partnern in der Großregion für die Abschaltung auch des grenznahen französischen Kernkraftwerks in Cattenom,“ sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

In einem Brief an die japanische Generalkonsulin Setsuko Kawahara erklärte Staatssekretärin Heike Raab ihr Mitgefühl und ihr Gedenken an die Opfer der Dreifachkatastrophe. „Heute sind wir in Gedanken und mit dem Herzen auch bei den vielen Menschen in der japanischen Präfektur Iwate, mit der Rheinland-Pfalz seit 1999 eine enge Freundschaft pflegt. Auch Iwate war betroffen von der Katastrophe. Im Rahmen unserer Freundschaft haben die Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer seinerzeit unter dem Motto „Hilfe für Iwate“ großzügig für den Wiederaufbau gespendet, wodurch unter anderem auch eine Kindertagesstätte wieder in Betrieb genommen werden konnte. Wir haben großen Respekt für den Wiederaufbau, der in den zehn Jahren seit der Katastrophe in Japan geleistet werden konnte. Japan ist die Bewältigung der Katastrophe als Hightech-Nation auch mit hochinnovativen Technologien, wie etwa der Robotik, angegangen. In diesen Feldern sehen wir auch Potentiale für einen künftigen wechselseitigen Austausch“, so die Staatssekretärin.