Malu Dreyer: Deutsch-französische Freundschaft bleibt als Herzstück Europas unentbehrlich

„Der Élysée-Vertrag von 1963 ist ein politisches und diplomatisches Meisterwerk. Mit ihm wurden aus den zwei sogenannten Erbfeinden Deutschland und Frankreich Freunde und Partner. Die deutsch-französische Freundschaft ist das Herzstück Europas. Und als dieses Herzstück ist sie auch angesichts der heutigen Herausforderungen unentbehrlich.“ Das sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer anlässlich des 60. Jahrestags der Unterzeichnung des Élysée-Vertrags am 22. Januar 1963.

Die Ministerpräsidentin unterstrich die historische Vorreiterrolle von Rheinland-Pfalz: „Rheinland-Pfalz hat als unmittelbarer Nachbar Frankreichs schon sehr früh die Bedeutung der deutsch-französischen Beziehungen für die Sicherung des Friedens in Europa erkannt. Bereits 1962 sind wir eine Regionalpartnerschaft mit Burgund eingegangen und haben damit eine Vorreiterrolle übernommen. Die Partnerschaft zwischen unserem Bundesland und der heutigen Region Burgund-Franche-Comté war die erste zwischen einem deutschen Land und einer französischen Region. Wir können stolz darauf sein, den Keim des europäischen Friedensprojektes mitgepflanzt zu haben.“

Rheinland-Pfalz übernimmt im Januar 2023 die zweijährige Präsidentschaft des Gipfels der Großregion. Neben Rheinland-Pfalz gehören dieser das Saarland, Lothringen, die Wallonie, die Fédération Wallonie-Bruxelles und die Deutschsprachige Gemeinschaft in Belgien sowie das Großherzogtum Luxemburg an. „Wir befinden uns im Herzen von Europa. Es ist eine Ehre und eine große Chance, die multilaterale Zusammenarbeit in der Großregion für zwei Jahre zu gestalten. Die rheinland-pfälzische Gipfelpräsidentschaft wird den Ausbau der Zusammenarbeit im Zivilschutz, der auch den Bevölkerungs- und Katastrophenschutz umfasst, in den Mittelpunkt ihrer Arbeiten stellen. Ein weiteres Kernthema wird die nachhaltige und sichere Energieversorgung sein“, erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Die rheinland-pfälzische Gipfelpräsidentschaft beginnt nach dem Gipfel am 31. Januar 2023 und endet im Dezember 2024.

Die Bevollmächtigte des Landes beim Bund und für Europa, Staatssekretärin Heike Raab, wies auch auf die Bedeutung des Aachener Vertrags zwischen Deutschland und Frankreich hin, dessen Unterzeichnung sich am 22. Januar 2023 zum vierten Mal jährt: „Der Aachener Vertrag macht die deutsch-französische Freundschaft als Neuauflage des Élysée-Vertrags fit für die Zukunft. Unsere beiden Länder haben damit ihre Zusammenarbeit in vielen Bereichen wie Sicherheit, Kultur, Mobilität und Klimaschutz vertieft. Eine solche Partnerschaft zwischen zwei Ländern ist einzigartig – und sie hat Signalwirkung, denn Zusammenarbeit und Vertrauen schaffen die Grundlagen für eine friedliche Zukunft und Wohlstand.“