Malu Dreyer/Anne Spiegel/Daniela Schmitt: Wir vernetzen Land und Leute

„Wir gestalten die Digitalisierung und vernetzen Land und Leute“, erklärten Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Verbraucherschutzministerin Anne Spiegel und Wirtschaftsstaatssekretärin Daniela Schmitt beim zweiten Digitalforum des Landes Rheinland-Pfalz. Mit der „Strategie für das digitale Leben“ habe die Landesregierung unter Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern Ziele und Maßnahmen gebündelt, ab 2020 werde diese bei „Digital unterwegs“ im ganzen Land präsentiert.

Zum Kongress im „Gutenberg Digital Hub“ waren 400 Bürgerinnen und Bürger sowie Multiplikatoren gekommen, um sich über die Digitalisierung zu informieren und Chancen und Risiken zu diskutieren. Gemeinsam mit Anne Spiegel, Ministerin für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz, und Daniela Schmitt, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, diskutierte die Ministerpräsidentin über Wirtschaft und Arbeit, künstliche Intelligenz, Algorithmen sowie Daten- und Verbraucherschutz. Zudem zeichnete die Landesregierung zehn Preisträgerinnen und -Preisträger des mit je 1.000 Euro dotierten Ideenwettbewerbs „Ehrenamt 4.0“ aus.

„Ich bin überzeugt: Die Digitalisierung wird helfen, dass Rheinland-Pfalz so lebenswert bleibt, wie es ist“, unterstrich die Ministerpräsidentin. „Wir können mit Telemedizin die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum sowie Mobilität, Arbeit und Bildung nachhaltig verbessern. Wir wollen, dass aus technischer Innovation sozialer und gesellschaftlicher Fortschritt entsteht“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer weiter. Künstliche Intelligenz werde die Lebens- und Arbeitswelt verändern. „Rheinland-Pfalz bietet hier durch seine Forschungslandschaft sehr gute Standortvorteile für Entwickler und Anwender. Unser Ziel ist, Chancen der Digitalisierung zu nutzen, neue Technologien zu fördern und Risiken frühzeitig zu erkennen.“

„Digitalisierung und Verbraucherschutz gehören für mich zusammen. Vieles in der digitalen Welt wirkt zunächst einfach, birgt aber für viele Menschen auch echte Herausforderungen,“ erklärte Verbraucherschutzministerin Anne Spiegel. „Auch im Digitalen gibt es daher Bedarf für eine gute Information und Beratung der Verbraucherinnen und Verbraucher. Nur so ist ein verantwortungsbewusster Umgang mit Daten und Angeboten möglich,“ betonte Spiegel. „Der Verbraucherschutz und seine Beratungseinrichtungen selbst sind längst digital und das ist gut so.“
„Rheinland-Pfalz ist Impulsgeber in Sachen Digitalisierung. Neben Kaiserslautern als 5G-Modellregion erforschen und entwickeln innovative Unternehmen den 3D-Druck für die Industrie, unsere Landwirte erproben digitale Lösungen wie den Einsatz von Drohnen im Weinbau oder autonom fahrende Weinbergsgeräte. Mit der GeoBox hat Rheinland-Pfalz ein bundesweit beachtetes Datenmanagementsystem für die Landwirtschaft auf den Weg gebracht“, erklärte Wirtschaftsstaatssekretärin Daniela Schmitt mit Blick auf Rheinland-Pfalz als Innovationsstandort. Sie wies darauf hin, dass die Landesregierung die Unternehmen bei der digitalen Transformation unterstütze und ihre Wirtschaftsförderprogramme entsprechend angepasst habe. „Speziell für unsere mittelständischen Handwerksbetriebe haben wir Digitalisierungsberater auf den Weg gebracht, um die Unternehmen dabei zu beraten, welche digitalen Lösungen ihren Betrieb effizienter machen können oder wie sie ihre Kundenansprache über digitale Kanäle ausbauen können“, so Schmitt.
Eine zukunftsfähige digitale Infrastruktur sei dabei die Grundvoraussetzung, um Land und Leute zu vernetzen. „Der Breitbandausbau in Rheinland-Pfalz schreitet voran“, unterstrich die Ministerpräsidentin. Rheinland-Pfalz habe einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht. Die Versorgungsquote von 50 Mbit/s sei von 27 Prozent im Jahr 2011 auf über 85 Prozent der Haushalte gestiegen. Sie freue sich zudem, dass Kaiserlautern eine der 5G-Modellregionen in Deutschland werde. Damit fließe ein hoher Millionen-Betrag für den Ausbau des hochleistungsfähigen mobilen Internets in die Region.
Auf dem Kongress ging es in Workshops und Vorträgen um Themen wie E-Payment, Cyber-Security, „Digitalbotschafter“ oder die Gefahren durch Hacker. Es gab Präsentationen u.a. zu Energie und Umwelt, mobilem Arbeiten, „Digitale Dörfer“, „Dorfbüros“ und digitaler Justiz. Das Escape-Game-Abenteuer „Code Breakers“ bot einen spielerischen Einstieg in die Themen Algorithmen und Passwortsicherheit. Nahezu alle Ministerien und ihre Partner waren auf dem Digitalforum vertreten.

Preisträger ausgezeichnet
Dass die Digitalisierung auch das Ehrenamt verändere, werde beim Ideenwettbewerb „Ehrenamt 4.0“ deutlich, erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Im Rahmen des Digitalforums wurden ehrenamtliche Projekte ausgezeichnet, die digital oder mit digitaler Unterstützung umgesetzt werden. Der Wettbewerb wurde zum dritten Mal ausgeschrieben und erfreue sich mit 48 Bewerbungen einer wachsenden Resonanz.
Selbstverständlich lebe das Ehrenamt vom direkten Kontakt und Austausch. Und dennoch könnten sich Ehrenamt und Digitalisierung perfekt ergänzen, erklärte Staatssekretär Randolf Stich bei der Prämierung der zehn besten Projekte, die von einer Jury ausgewählt worden waren: „FlexHero – flexibel sozial engagieren“ aus Worms, „URIDU mit Audiopedia.org“ aus Annweiler am Trifels, „VOST rlp – Virtual Operations Support Team“ aus Neuwied, „United Nackenheim“, „Nestwärme“ aus Trier, die Freiwillige Feuerwehr Orbis, „Bildungszentrum BürgerMedien mit Zeugen der Zeit“ aus Ludwigshafen, „Jugendrotkreuz Rheinland-Pfalz mit dem Schrank der Vielfalt“ aus Mainz, „Doing Good Challenge“ aus Trier, „Initiative 55 plus-minus im evangelischen Dekanat Nassauer“ aus Bornich.

Zur Bildergalerie

Ehrenamt 4.0: Übersicht über Preisträgerinnen und Preisträger

1. Flex Hero, digitale Vermittlungs- und Kommunikationsplattform aus Worms

Das Ziel von Flex Hero besteht darin, das bereits analog bestehende Ehrenamt digital zu vernetzen. FlexHero ist ein Startup, das aus der Hochschule Worms heraus gegründet wurde. Mittels einer App wird eine interaktive Community aufgebaut, die das Finden von Ehrenamt besonders für die Digital Natives und junge Menschen attraktiver gestalten soll.
Die Plattform besteht aus einer mobilen- sowie einer Web-Applikation. Die mobile Applikation dient den Ehrenamtlichen als Werkzeug zum Suchen und Finden von Möglichkeiten zum ehrenamtlichen Engagement in ihrer Umgebung.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und dem Europäischen Sozialfond für Deutschland gefördert. Ein Konzept zur Umsetzung der Plattform ist bereits ausgearbeitet und die Programmierung hat im Mai begonnen; der Release ist für Herbst 2019 geplant.

2. URIDU gGmbH, Audiopedia.org, Annweiler am Trifels

Das Projekt „Audiopedia.org“ ist eine kollaborative Plattform, die lebenswichtiges Gesundheitswissen für analphabetische Frauen im globalen Süden verfügbar macht. Es werden Inhalte von tausenden Freiwilligen weltweit in einem Crowdtranslation-Projekt in die jeweiligen Sprachen übersetzt und über solarbetriebene MP3 Player und mobile Apps verfügbar gemacht. 
Sämtliche Aspekte basieren auf einer digitalen Infrastruktur. Es ist möglich, mehr als 15.000 Online-Volunteers aus der ganzen Welt in das Projekt zu integrieren. Die entwickelten Audio-Inhalte werden kostenfrei zur Verfügung gestellt.

In dieser Form wurden bislang keine digitalen Audioinhalte von tausenden von Freiwilligen erarbeitet und über digitalen Technologien im globalen Süden verfügbar gemacht. Audiopedia ist eines der größten digitalen humanitären Projekte weltweit mit der größten Zahl an Freiwilligen. Das Projekt wurde von Experten des Weltgipfels zur Informationsgesellschaft als erfolgreiches Modell zur Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung anerkannt.

Die Plattform Audiopedia.org befindet sich noch in einem jungen Stadium. Ziel ist es, die interaktiven Elemente noch weiter auszubauen und das Engagement der internationalen Volunteers zu erhöhen.

3.VOST rlp Virtual Operations Support Team Rheinland-Pfalz aus Neuwied

Die Mitglieder eines VOST sammeln dezentral freie Informationen zu einer Lage (Wetterereignisse, Energieausfall, Katastrophen, Terror, Amok) und konzentrieren diese in einem geeigneten "virtuellen Raum". 
Mitglieder des VOST beobachten die Sozialen Medien und werten die entsprechenden Informationen aus. Dabei geht es sowohl um das „Abgreifen“ ganz klassischer lagerelevanter Informationen, als auch um Erkenntnisse über die Stimmung in der Bevölkerung. Erkenntnisse über die Resonanz auf getroffene Entscheidungen und die Verbreitung möglicher Fake-News lassen sich durch die Beobachtung der Sozialen Medien ebenfalls gewinnen. 
Hierzu braucht es eine Anzahl Freiwilliger, die in einer festen Struktur diese Informationen sammeln, zusammenfassen und als "virtuelles Lagebild" einer Einsatzleitung zur Verfügung stellen.
Solche Gruppen entstehen derzeit weltweit. In Deutschland formieren sich VOST auf verschiedenen Ebenen des Bevölkerungsschutzes und vernetzen sich bis auf die europäische Ebene. Bei Großlagen versichern sich die Teams gegenseitige Unterstützung. Für Rheinland-Pfalz ist das eine Innovation, neben dem "klassischen" Lagebild auch ein weitergehendes "virtuelles/ digitales" Lagebild für die Prävention und Bewältigung von Krisen zu erhalten.

4. United Nackenheim, DigitalBotschaft Nackenheim

Die „DigitalBotschaft Nackenheim“ bietet mit der Einführung von Videosprechstunden den Bürgern und Bürgerinnen Beratung der Kommune, bspw. in den BereichenFlüchtlingshilfe, SGB, usw. Das Projekt möchte die Rahmenbedingungen, in Ehrenamt und Arbeitswelt, mit „kostenneutralen“ digitalen Möglichkeiten „vor Ort“ verbessern. 

In der Nackenheimer DigitalBotschaft werden viele bereits bestehende analoge und digitale Angebote miteinander verknüpft und eine neue digitale Ebene erschlossen. Hierzu gehören z.B.: 
•    Beratung von Bürgern/innen ohne die Notwendigkeit der „Verschriftlichung“ der Anfragen 
•    Digitalbotschafter Initiativen zum Ausbau digitaler Souveränität älterer Menschen 
•    Ausbau der freien WLANs, nicht nur in öffentlichen Gebäuden 
•    Anbindung an die Verwaltung im Rahmen der E-Government Vorhaben. Hier insbesondere Unterstützung der Umsetzung digitaler Angebote im Rahmen der digitalen Verwaltung 
•    Pilot für weitere ortsunabhängige Serviceangebote für berufstätige und in-mobile Bürger 

5. Nestwärme e. V. Deutschland (Bewerber: Trier), Projekt „ZeitSchenker“

Nestwärme e. V. Deutschland hat sich 1999 zur Aufgabe gemacht, Familien mit einem Ehrenamtsnetzwerk und einer Onlineplattform zu unterstützen. In Deutschland leben rund 1,5 Millionen Familien mit einem Kind, das auf Grund einer psychischen oder körperlichen Erkrankung in seinem Leben beeinträchtigt ist. Dadurch ist das gesamte Familiensystem großen Belastungen ausgesetzt. Abgesehen von pflegerischen und medizinischen Maßnahmen erhalten sie häufig nicht ausreichend Entlastung in ihrem Alltag.

Ziel ist, dass alle betroffenen Familien eine niedrigschwellige Möglichkeit haben, sich unkompliziert und kostenlos ehrenamtliche Unterstützung zu suchen. Familien sollen selbstbestimmt die Initiative ergreifen, um ihre Bedürfnisse zu formulieren und eine passgenaue Unterstützung zu finden. Diese Familien unterstützt Nestwärme e.V. Deutschland mit mittlerweile 12 Standorten (Nestern) mit „ehrenamtlichen ZeitSchenkern“. Eine Ausweitung der Standorte gerät jedoch an ihre Grenzen. Daher werden die Aktivitäten über eine eigens entwickelte Ehrenamtsplattform zur Verfügung gestellt. Dies erlaubt Angebote auch in ländlichen Räumen und Regionen, in denen es bislang keine „Nester“ gibt. Die Online-Plattform wurde auf dem White Label der Plattform helpteers.com entwickelt und an die besonderen Herausforderungen von Nestwärme angepasst. Diese Plattform soll als zentrale Anlaufstelle für betroffene Familien auf der Suche nach Entlastung dienen, unabhängig von ihrem Wohnort.

6. Freiwillige Feuerwehr Orbis, Ausbildungsbegleitung per Social Media

Um dem Abwärtstrend bei den Mitgliedszahlen der freiwilligen Feuerwehren entgegenzuwirken und Transparenz in der Ausbildung der freiwilligen Feuerwehr aufzuzeigen, kam das Projekt zustande, den Ausbildungsweg vom Zivilisten zum Feuerwehrmann medial zu begleiten. 

Das Projekt soll u.a. Unschlüssigen und Interessierten, aber auch allen anderen einen Einblick in die Ausbildung in der freiwilligen Feuerwehr ermöglichen. Neben der Mitgliedergewinnung sollen auch das Ansehen und der Respekt vor den Leistungen der ehrenamtlichen Feuerwehrleute gesteigert werden. 

Das Projekt wird medial durch die Social - Media - Kanäle Instagram und Facebook umgesetzt. Hier werden die Zuschauer/innen in der „Timeline“ auf dem Ausbildungsweg mitgenommen. Die Timeline wird in den meisten Fällen mit Bildern sowie Kurzvideos bestückt, dabei ist stets ein Text angehängt, welcher die Ausbildungsschritte und Erlebnisse dokumentiert.

7. Bildungszentrum BürgerMedien e.V., „Zeugen der Zeit – Das waren wir!“

Das Bildungszentrum BürgerMedien e.V. startet in Kooperation mit dem Verantwortlichen des ehrenamtlichen Magazins „objektiv“ des OK Kaiserslautern und mit weiteren Ehrenamtlichen das Projekt „Zeugen der Zeit – Das waren wir!“. Die Zielgruppe des Projekts sind Menschen aus Rheinland-Pfalz, die eine interessante Geschichte aus der persönlichen Vergangenheit erzählen können. Neben besonderen Geschehnissen aus der Nachkriegszeit, sollen auch persönliche Geschichten aus den 50er/60er/70er/80er/90er Jahren als Interviews aufgezeichnet werden.

Analoge Zeitgeschichte wird dabei durch modernes Bewegtbild in Form von TV-Beiträgen aufbereitet. Alte Fotoarchive werden digitalisiert, Menschen dabei interviewt und die Ergebnisse auf einer Website und über Social Media kommuniziert.

Ziel des Projektes ist eine standortübergreifende Vernetzung der Redaktionsteams und die Entwicklung einer Sendereihe mit lokalem Bezug zu fördern bzw. zu realisieren. Hierfür soll eine Webseite speziell für das Projekt entwickelt sowie Inhalte und Ergebnisse präsentiert werden. Mit der Seite kann die Netzwerkarbeit gefördert werden, damit zukünftige Redaktionsteams aus ehrenamtlichen Produzenten und Produzentinnen angesprochen bzw. in das Projekt eingebunden werden. 

8. Jugendrotkreuz Rheinland-Pfalz, Schrank der Vielfalt

Aus einem Verbandsentwicklungsprozesses (VEP) ist das Projekt der „Schrank der Vielfalt“ (SdV) entstanden und wurde von einer Expertengruppe erstellt. Der SdV stellt ein digitales Sammelmedium dar, um in unterschiedlichen Themen und Kategorien Ideen für Gruppenstunden, Aktionstage und Schwerpunktthemen altersgerecht anzubieten. Erarbeitet wurde dies, um das Profil des Jugendrotkreuzes zu stärken. Der SdV ist für alle Verbandsebenen erreichbar und führt dadurch einen großen und räumlich weit verbreiteten Verband zusammen. 

Das Projekt hat neben der digitalen Komponente den Auftrag, Kinder und Jugendliche im Verband stärker zu beteiligen. Dies gelingt durch Workshops, in denen die Kinder und Jugendliche ihre Themen vorstellen und so in den gesamten Verband tragen können. Der „Schrank der Vielfalt“ wurde 2015 eingeführt. 

9. Doing Good Challenge e.V. aus Trier

Das grundlegende Ziel des Vereins ist es, Jugendliche für ehrenamtliches und soziales Engagement zu begeistern. Der Verein informiert über die Möglichkeiten ehrenamtlichen Engagements und schafft Netzwerke zum Erfahrungsaustausch für Jugendliche. 

Es wird auch der bundesweite Wettbewerb "Doing Good Challenge" durchgeführt. In zwei Wettbewerbsrunden wurden bisher rund 15.000 Jugendliche erreicht. Hierbei wurden vor allem Schulen mit ihren Lehrern oder Schulsozialarbeitern als mögliche Multiplikatoren und Betreuer der Jugendlichen angesprochen. Der Wettbewerb wird in zwei Kategorien ausgeschrieben: 
Es können sich Teams von 3-5 Jugendlichen bewerben, die für die „Doing Good Challenge“ eine Sozialaktion konzipieren und durchführen oder es können sich größere Gruppen von Jugendlichen um eine Förderung eines bestehenden Projektes oder um die Förderung eines neuen Projektes bewerben. 

Der Verein plant derzeit eine digitale Plattform, auf der einerseits Schulen oder Jugendgruppen ihre Projekte und Unterstützungsbedarfe präsentieren und andererseits potentielle Unterstützer die Hilfsbedarfe leicht finden.

10. Initiative 55 plus-minus im ev. Dekanat Nassauer aus Bornich

Mit der App "Mein Dorf 55 plus - Trotz Alter bleibe ich!" ermutiget und begleitet die Initiative 55 plus-minus im ev. Dekanat Nassauer Land generationenübergreifend Interessierte bei der Kontaktpflege sowie beim Kennenlernen und Erproben der digitalen Medien.

Die Initiative 55 plus-minus ist im 15. Jahr ehrenamtlich aktiv und ist zu einer sehr bekannten Plattform geworden, auf der Bürger und Bürgerinnen Projekte zur partnerschaftlichen Zusammenarbeit anbieten. Zurzeit werden rund 70 Projekte angeboten, deren Themen so unterschiedlich sind, wie die Anbieter. 

Die App weist zunächst in Richtung der Menschen der älteren Generation, die Hilfen und Impulse suchen, um nicht wegen mangelnder Unterstützung oder wegen des Rückgangs an zwischenmenschlicher Nähe den Umzug in ein Seniorenheim zu erwägen. 

Die Initiative erkennt, dass sich das Alleinsein nicht nur auf ältere Menschen beschränkt. Daher ist der Blick der Community auf die Entwicklung der App auch wichtig, dass gutes Leben das gute Zusammenwirken zwischen Jung und Alt braucht. Derzeit ist der Verein dabei, die App auch bei jungen Leuten und sogar bei Schülern in der Region bekanntzumachen. 

Der steigende Zuspruch zu den Angeboten der Initiative 55 plus-minus ist hauptsächlich dem Konzept der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zu begründen. Im Jahr 2018 gab es rund 80 ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei 410 Veranstaltungen und Treffen mit über 6.000 Teilnehmenden. Kinder und Jugendliche waren zu Anfang als Lernende oder Zuhörende bei den Handwerks- und Lesepaten im Focus. Jetzt stehen auch Schüler und Schülerinnen als Betreuer von Älteren zur Verfügung, die mehr über die Nutzungsmöglichkeiten ihres Handys erfahren möchten.