Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Große Verdienste um Gleichberechtigung und Vielfalt

Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Jacques Delfeld aus Bellheim überreicht. Der langjährige Vorsitzende des rheinland-pfälzischen Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma wurde für seinen großen Einsatz für Gleichberechtigung und Vielfalt und insbesondere die Belange der Sinti und Roma durch Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier ausgezeichnet.

„Ich habe Sie als einen Menschen kennengelernt, der sein Leben dem unermüdlichen Einsatz für Gleichberechtigung verschrieben hat. Sie bringen ein bewundernswertes Maß an Geduld auf, wenn es darum geht, denjenigen mit einem Dialogangebot zu begegnen, die Minderheiten wie den Sinti und Roma mit Stereotypen und Vorurteilen gegenüberstehen. Sie hören zu, klären auf und weisen auf Missstände hin. Damit bauen Sie überall dort Brücken, wo leider noch immer Gräben in den Köpfen mancher Menschen bestehen“, so die Ministerpräsidentin bei der feierlichen Übergabe des Ordens in der Staatskanzlei.

Jacques Delfeld übernahm 1988 den ehrenamtlichen Vorsitz des Verbandes Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Rheinland-Pfalz e.V. (VDSR) und leitet seitdem hauptamtlich die Geschäftsstelle des Verbandes. Als Vorsitzender des VDSR gehört er auch dem Vorstand des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma an. Dort übt er seit vielen Jahren das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden aus und arbeitet mit Minderheitenvertretungen auf internationaler Ebene zusammen. Im Rahmen seines bürgerrechtlichen Engagements setzt sich Jacques Delfeld zudem für die gesellschaftliche Gleichbehandlung und Wahrung sowie den Erhalt der kulturellen Eigenständigkeit der Sinti und Roma und der Minderheitensprache Romanes ein. „Jacques Delfeld trägt mit seinem vielfältigen Engagement zur Stärkung des kulturellen Selbstbewusstseins der Sinti und Roma bei, weckt auf der anderen Seite Verständnis und fördert den Zuwachs an Wissen über die Geschichte und Gegenwart dieser Minderheit“, so die Ministerpräsidentin weiter.

„Ganz besonders möchte ich aber auch Ihren Einsatz in der Gedenk- und Erinnerungsarbeit hervorheben. Sie leisten einen sehr wertvollen Beitrag für eine friedliche und tolerante Zukunft, indem Sie sich entschieden gegen Rechtsextremismus einsetzen“, betonte die Ministerpräsidentin bei der Feierstunde. Dazu gehöre nicht nur die Mitwirkung an Projekten der Landeszentrale für politische Bildung oder der Einrichtung von Gedenkstätten, sondern auch die Beratung des Südwestrundfunks und der Landesmedienanstalt für die Privatmedien.

„Als Ministerpräsidentin bin ich sehr froh, dass es Menschen wie Sie gibt. Menschen, die sich jeden Tag gegen Hass und Hetze und für ein friedliches Miteinander einsetzen – und das nicht nur hauptamtlich, sondern auch in der eigenen Freizeit. Deswegen bin ich sehr dankbar, dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Ihr außergewöhnliches Engagement für Gleichberechtigung und Vielfalt mit dieser hohen Auszeichnung würdigt“, ergänzte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

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