Rheinland-Pfalz ist digital resilient in Coronakrise - Infrastruktur wird weiter entwickelt

„Rheinland-Pfalz ist resilient in der Coronakrise. Im Zuge der Pandemiebewältigung haben wir unter Hochdruck neue digitale Infrastrukturen und Anwendungen entwickelt, mit denen wir auch für die Zukunft gut aufgestellt sind. Unser Resilienzbericht zeigt, wie in Verwaltung, Infrastruktur, Bildung und medizinischer Versorgung digitale Werkzeuge eingesetzt wurden, um den Auswirkungen der Corona-Pandemie in unserem Land zu begegnen,“ erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Den Bericht der Landesregierung hatte sie im Rahmen des bundesweit ersten Digitaltags im Gutenberg Health Hub der Universitätsmedizin gemeinsam mit Staatssekretärin Heike Raab vorgestellt.

„Um die öffentliche Daseinsvorsorge auch in den außergewöhnlichen Herausforderungen der Coronakrise sicherzustellen, wurde die öffentliche Verwaltung weiter digitalisiert“, so die Ministerpräsidentin. Es gebe bereits eine Vielzahl von digitalen Lösungen, beispielsweise in der Finanzverwaltung und Justiz. Das Onlinezugangsgesetz verpflichte zudem die Verwaltung, bis Ende 2022 alle Verwaltungsverfahren elektronisch anzubieten. Insgesamt sei die Zahl der Home-Office-Arbeitsplätze von 5.000 auf über 15.000 gesteigert worden. Es seien 105 Videokonferenzräume und 83 Audioräume eingerichtet worden. „Die öffentliche Daseinsvorsorge kann nun ihre Leistungen unabhängig von physischen Hemmnissen wie den aktuellen Maßnahmen zur Kontaktvermeidung anbieten. Sie ist moderner, agiler und ortsunabhängiger“, unterstrich Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Neben der Einrichtung eines Krisenstabs und eines Kommunikationsstabs der Landesregierung zur Beantwortung von Presse- und Bürgeranfragen wurden weitere Maßnahmen im Bereich der digitalen Infrastruktur und Bildung ergriffen, so die Ministerpräsidentin. Mit dem plötzlichen Wegfall des Präsenzunterrichts mussten die Schulen auf ein System des Fernunterrichts umstellen. Dazu gehörten die Errichtung der Lernplattform moodle@RLP und der „Schulbox“, einer zentralen Cloud zur sicheren Bereitstellung von Lernmaterialien für die Schulen in Rheinland-Pfalz. Hierbei wurden Serverkapazitäten und Bandbreiten erhöht. Zudem wurden zahlreiche Schulen mit Notebooks und Tablets ausgestattet. Im Rahmen des Programms „Medienkompetenz macht Schule“ hat das Land seine Schulen mit fast 12.000 Notebooks und über 8.000 Tablets ausgestattet. Zusammen mit den von Schulträgern angeschafften Geräten gibt es laut der letzten Erhebung somit mindestens 25.000 Notebooks und über 12.000 Tablets an den Schulen im Land. „Auch die Hochschulen können in der aktuellen Krise auf eine gut aufgestellte vernetzte Infrastruktur aufsetzen“, unterstrich die Ministerpräsidentin. Die Lehrenden würden bei der Konzeption und Erstellung digitaler Lehrveranstaltungen von den hochschuleigenen E-Learning- und Medienzentren sowie dem Virtuellen Campus Rheinland-Pfalz unterstützt.

Auch die medizinische Versorgung wurde den neuen Anforderungen der Digitalisierung angepasst, zum Beispiel bei der kurzfristigen Meldung von Infektionszahlen durch Gesundheitsämter, Landesmeldestelle und Robert-Koch-Institut. Der Start des Pilotprojekts „Telemedizin-Assistenz Rheinland-Pfalz“, mit dem die technischen Voraussetzungen für die Durchführung von Videotelefonaten für Ärztinnen und Ärzte geschaffen werden, wurde vorgezogen. Krankenhäuser wurden beim Runden Tisch zum Thema IT-Sicherheit unterstützt. Im Gutenberg Digital Hub in Mainz, einem Zentrum für digitale Transformation, finde außerdem ein Healthcare Hackathon statt, der die IT-Szene und Fachexperten zusammenbringe, um innovative Lösungen für medizinische Anwendungen zu entwickeln. „Der Gutenberg Health Hub und der Gutenberg Digital Hub sind Leuchttürme der digitalen Innovation unseres Landes“, erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Im Zuge der Pandemie kam es temporär durch die vermehrte Nutzung von Telekommunikationsdienstleistungen im Home-Office zu einer deutlich höheren Auslastung der Mobilfunknetze. „Die digitale Infrastruktur ist stabil und hat funktioniert. Im Zuge der Pandemiebewältigung sind neue Kommunikationswege, Meldesysteme, Ressourcenplattformen und Auswertungssysteme entstanden, die soweit wie möglich verbessert werden sollen“, sagte die Ministerpräsidentin. Basis vieler Anwedungungen sei die Strategie für das digitale Leben in Rheinland-Pfalz, die 2017 gestartet wurde. „Wir sind mit vielen Projekten, die bereits in Planung oder angestoßen sind, auf dem richtigen, zukunftsfähigen Weg, um das Land noch krisenfester zu machen.“

Staatssekretärin Heike Raab freute sich, dass viele der neuen digitalen Angebote nun auch mit dem Digitaltag für alle Bürgerinnen und Bürger erlebbar geworden sind. „Der erste bundesweite Digitaltag macht die Digitalisierung mit vielfältigen dezentralen Veranstaltungen und Aktivitäten überall in Deutschland sichtbar“, erklärte die Bevollmächtige für Medien und Digitales. Auch die Staatskanzlei beteilige sich an mehreren Aktionen des Digitaltags wie der digitalen „Internet-of-Things-Werkstatt“ in Zusammenarbeit mit dem Umwelt-Campus Birkenfeld. Bei der Online-Bürger-Veranstaltung der Minsiterpräsidentin „nachhaltig digital unterwegs…“ gehe es außerdem um die digitale Zukunft der Arbeit. Zudem veranstalte und unterstützte die Staatskanzlei verschiedene Online-Workshops, ein Innovationslabor und ein virtuelles Makerspace.

Staatssekretärin Heike Raab dankte den vielen rheinland-pfälzischen Einrichtungen, Unternehmen und Vereinen, die weit mehr als 60 Aktionen am Digitaltag angeboten haben: „Sie alle zeigen das Potential und die digitale Vielfalt unseres Landes. Besonders in den letzten Monaten haben wir eindrucksvoll erlebt, wie digitale Lösungen für uns zum Alltag werden. An diesen Digitalisierungsschub werden wir anknüpfen, um gestärkt, flexibel, innovativ und ressourcenschonend in die Zukunft zu gehen.“

Download des Berichts „Rheinland-Pfalz nachhaltig digital Resilienz durch digitale Infrastrukturen und Anwendungen“ hier.