Chef der Staatskanzlei: Digitalisierung braucht soziale Nachhaltigkeit

„Nachhaltigkeit ist ein Erfolgskonzept in der digitalisierten Arbeitswelt“, sagte der Chef der Staatskanzlei Clemens Hoch im Rahmen des 4. Nachhaltigkeitskongresses der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) e.V. im Rahmen des 4. Nachhaltigkeitskongresses der ZIRP in der Firmenzentrale des ZIRP-Mitgliedsunternehmens juwi AG. Dieser Zusammenhang gelte in beide Richtungen, so der Chef der Staatskanzlei. „Digitalisierung kann zu mehr Nachhaltigkeit beitragen – durch mehr Ressourceneffizienz, Vermeidung von Mobilität und Gebäudemanagement. Nachhaltigkeit bedeute zugleich, Digitalisierung in Unternehmen und Verwaltungen orientiert an den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern umzusetzen.“

Zum vierten Mal hatte die ZIRP Unternehmen, Hochschulen, Verbände und Initiativen eingeladen, um Nachhaltigkeit als unternehmerisch und gesellschaftlich relevantes Leitprinzip zu diskutieren. Es wurde deutlich: Unter den Bedingungen der Digitalisierung hat Nachhaltigkeit größte Aktualität. Die rund 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vertieften das Thema „Nachhaltigkeit und Digitalisierung“ in vier Anwendungsbereichen: Landwirtschaft, Logistik, Energieversorgung und Gebäudemanagement.

„Digitalisierung schafft neue, spannende Möglichkeiten des Arbeitens, die wir positiv und interessiert sehen und annehmen sollten“, sagte der Chef der Staatskanzlei Clemens Hoch über die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt. Aus seiner Sicht überwiegen die Vorteile. „Die digitale Transformation ist vorrangig ein technischer Umbruch, der uns keinesfalls von dem Kerngedanken der Arbeitsgesellschaft wegführen darf: von Würde, Selbstbestimmung, Erfüllung, Sinnstiftung und sozialer Sicherheit. Dazu kann nachhaltiges Denken und Handeln entscheidend beitragen.“ Vor allem sei das Zeitalter der Digitalisierung zugleich das Zeitalter der Qualifizierung und Weiterbildung, damit alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jeweils in ihrem Aufgabenbereich und mit ihren Kompetenzen mitgenommen würden.

Keynote-Speaker Stefan Lutz, Mitglied der Geschäftsführung der IBM Deutschland GmbH, betonte: „Digitalisierung und die damit verbundenen Veränderungen bieten viele Chancen und Möglichkeiten für uns alle. Veranstaltungen wie diese ermöglichen einen Austausch hinsichtlich Wachstumschancen für Unternehmen und daraus resultierende Perspektiven für ihre Mitarbeiter, aber auch Wettbewerbsvorteile für den Standort Deutschland. Im Nachhaltigkeitskontext haben Unternehmen dabei auch Verantwortung zu übernehmen: einerseits in Bezug auf Datenschutz und Datensicherheit und andererseits hinsichtlich ethischer Rahmenbedingungen für die Nutzung von Künstlicher Intelligenz. Bei IBM haben wir uns deshalb auf verschiedene Grund¬sätze im Kontext der digitalen Transformation geeinigt.“

In der Diskussion zwischen dem Chef der Staatskanzlei Clemens Hoch und Stefan Lutz zeigte sich, dass Politik und Wirtschaft nur gemeinsam eine nachhaltige digitale Arbeitswelt gestalten können. Die Politik müsse einen sicheren Rahmen vorgeben. Die Verantwortung der Unternehmen liege darin, bei der Umsetzung diese gesellschaftspolitischen und ethischen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. 

Gastgeber Michael Class, Vorstandsvorsitzender des ZIRP-Mitglieds juwi AG, betonte die große Bedeutung digitaler Lösungen für sein Unternehmen. Die Digitalisierung, so Class, werde beim Umbau des Energiesystems eine wichtige Rolle spielen: „Die Vernetzung erneuerbarer Energien untereinander sowie die intelligente Steuerung von Erzeugung, Verbrauch und Speicherung wird nur mit zuverlässigen und sicheren digitalen Systemen gelingen.“