„Der letzte Rabbiner“ – Erinnerungen an Leo Trepp

Im November 1938 wurde er von den Nationalsozialisten ins Konzentrationslager Sachsenhausen transportiert. Nach seiner Entlassung entkam er in die USA. Und begann sein „unermüdliches Versöhnungswerk“, wie es Karl Kardinal Lehmann einst nannte: Leo Trepp, geboren in Mainz, kehrte immer wieder nach Deutschland zurück, um den Menschen das Judentum näher zu bringen und Vorurteile abzubauen.

Er lehrte und beriet, stand im engagierten Dialog mit Kirchenvertretern wie auch Muslimen und half beim Aufbau neuer jüdischer Gemeinden.  

Der Beauftragte der Ministerpräsidentin für jüdisches Leben und Antisemitismus- fragen, Dieter Burgard, hat nun in der Staatskanzlei gemeinsam mit der Witwe von Leo Trepp deren neues Buch vorgestellt: „Der letzte Rabbiner – Das unorthodoxe Leben des Leo Trepp“. Trepps Autobiografie blieb unvollendet, deshalb trug seine Frau, die Autorin Gunda Trepp, seine Erinnerungen zusammen. Sie ergänzte, kommentierte und erzählt nun von seinem tief religiösen und doch so unorthodoxen jüdischen Leben.

Aufgewachsen in einer orthodoxen Familie promovierte Leo Trepp in Philosophie und amtierte als letzter Landesrabbiner in Oldenburg, unter Beobachtung der Nationalsozialisten. 1993 zeichnete ihn die Stadt Mainz mit der Johannes-Gutenberg-Plakette aus. Es folgten Ehrungen als Ehrensenator der Universität Mainz und mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.