Großregion lebt Europa

Der 15. Gipfel der Großregion in Arlon, Belgien, hatte mit einer Gedenkminute für die Opfer des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt begonnen.

„Es tut gut, zu wissen, dass unsere Freunde und Freundinnen aus der Großregion in diesen schweren Stunden durch ihr Mitgefühl und ihre Solidarität mit uns verbunden sind“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

„In der Großregion wird Europa gelebt. Hier begegnen sich jeden Tag Menschen, die Grenzen überqueren, um im Nachbarland zu arbeiten, eine Ausbildung oder ein Praktikum zu absolvieren. Hier werden Lösungen für grenzüberschreitende Fragestellungen gesucht und gemeinsam Projekte umgesetzt“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Die langjährige und gute Zusammenarbeit von Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Lothringen, Luxemburg, der Wallonie sowie der Französischen und Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens habe Hemmnisse im Grenzraum abgebaut und damit ganz konkret die Lebensbedingungen verbessert.

„Wie schaffen wir es, junge Menschen stärker für Europa zu gewinnen, ist zurzeit eine zentrale Frage, die wir beantworten müssen. Das werden wir nur schaffen, indem wir Europa jung denken und die Impulse der jungen Generation aufnehmen“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Zudem müsse man Europa greifbarer machen, denn es lebe durch den Austausch und nicht nur entlang gemeinsamer Verträge. „Europa ist das, was wir daraus machen. Hier in der Großregion machen wir sehr viel daraus. Wir arbeiten auf vielen Politikfeldern zusammen, die die Menschen ganz direkt in ihrem Alltag betreffen, Bildung und Arbeit, Wirtschaft und Verkehr, aber auch Umwelt, Energie, Kultur und Tourismus. Dadurch nutzen wir Ressourcen effektiver und können gemeinsamen Herausforderungen besser begegnen“, so die Ministerpräsidentin.

Als Beispiel für aktuelle Vorhaben nannte sie SESAM, ein Projekt zur Förderung der Sprachkompetenz von der Kita bis zur weiterführenden Schule und GREATER GREEN, das in den nächsten drei Jahren ein Umwelttechniknetzwerk in der Großregion aufbaue. Für das grenzüberschreitende Zusammenleben sei auch eine gute Verkehrsanbindung notwendig. Deshalb sei eine Fernverkehrsanbindung der Bahn von Trier an Luxemburg ein vorrangiges Projekt der Großregion. „Nach unseren erneuten Bemühungen hat die Deutsche Bahn ihre Bereitschaft erklärt, diese Verbindung wieder einzurichten. Das bringt Trier, aber auch die gesamte Großregion voran“, zeigte sich Ministerpräsidentin Malu Dreyer erfreut.

Die Ministerpräsidentin dankte den belgischen Kollegen für ihre Arbeit als Gipfelvorsitz in den vergangenen zwei Jahren. Es seien viele Vorhaben umgesetzt worden, an die Luxemburg als Gipfelnachfolger sehr gut anknüpfen könne. In die belgische Gipfelpräsidentschaft fiel beispielsweise auch die Eröffnung des neuen Hauses der Großregion in Luxemburg. „Dieser gemeinsame Ort ist ein sichtbares Symbol für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Großregion und eine zentrale Anlaufstelle für die Bürger und Bürgerinnen. Rheinland-Pfalz liegt deshalb eine weitere Stärkung des Hauses der Großregion sehr am Herzen“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer.