Hohe Vereinsdichte

„Rheinland-Pfalz ist Land des ehrenamtlichen Engagements. Das zeigt die im Bundesvergleich besonders hohe Vereinsdichte, die der ZiviZ-Survey dokumentiert“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer anlässlich der Vorstellung der Landesauswertung der Studie „Zivilgesellschaft in Zahlen“ (ZiviZ) im Rahmen der zweiten landesweiten Demografiewoche.

"Auf 10.000 Einwohner kommen in Rheinland-Pfalz 91 Vereine. In Zukunft wird es darum gehen, diese reiche Vereinslandschaft für die Veränderungen, die der demografische Wandel mit sich bringt, gut aufzustellen", so die Ministerpräsidentin.

ZiviZ liefert aktuelle Zahlen zu zivilgesellschaftlichen Organisationen in Rheinland-Pfalz. Mit Daten zu gemeinnützigen Vereinen (mehr als 36.000), gemeinnützigen GmbHs (343), Genossenschaften (295) und Stiftungen (955) entsteht ein genaues Abbild. Auch Zahl und Entwicklung von Mitgliedern, Engagierten, Verantwortungs- und Führungspositionen werden erfasst. Die Befunde lassen Herausforderungen und Handlungsbedarfe für die Organisationen, das Land und die Kommunen erkennen. Auf dieser Basis werden Empfehlungen für künftige engagementpolitische Schwerpunkte gegeben. Als Herausforderungen nannten die Befragten vor allem rückläufige Mitgliederzahlen und weniger verbindliches und langfristiges Engagement. Vielen Vereinen, gerade in ländlichen Regionen, bereitet es Schwierigkeiten, Vorstands- und Leitungspositionen zu besetzen und damit ihre Zukunft abzusichern.

„Motive und auch Formen des bürgerschaftlichen Engagements haben sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert. Neben dem traditionellen Engagement in Vereinen, Verbänden und Kirchen sind zahlreiche neue Möglichkeiten freiwilligen Tuns zum Beispiel in zeitlich befristeten Projekten oder Initiativen entstanden. Nach wie vor jedoch ist der Verein der Ort, in dem über die Hälfte aller ehrenamtlichen Arbeit erbracht wird“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Die mit dem demografischen Wandel verbundenen Veränderungen machten vor den Vereinen nicht halt. „Unsere Vereine müssen sich mit den Herausforderungen auseinandersetzen und neue Wege finden, Menschen an sich zu binden, attraktive Engagementmöglichkeiten zu bieten und Führungsnachwuchs zu gewinnen. Dabei erwarten viele Vereine Hilfe und Unterstützung, auch durch die Politik. Mit der ZiviZ-Studie bieten wir hierfür eine Diskussionsgrundlage“, so die Ministerpräsidentin.

Die Autoren der Studie empfehlen abgestimmte politische Maßnahmen, die zusammen mit der organisierten Zivilgesellschaft erarbeitet werden. Sie plädieren für eine starke öffentliche Debatte vor Ort, um kreative Ideen zu fördern. Qualifizierung und Beratung zur Vereinsentwicklung, wie sie etwa mit Veranstaltungen der Landesregierung im Bereich der „Rechtsfragen im Ehrenamt“ bereits etabliert sind, könnten neue Wege und Problemlösungen aufzeigen. Ein neu zu schaffendes Landesnetzwerk „Bürgerschaftliches Engagement“ könnte zudem als dauerhafte Plattform für Austausch und Zusammenarbeit zwischen Land, Kommunen und Zivilgesellschaft Innovationen fördern.
„Mit der von der Staatskanzlei in Auftrag gegebenen Sonderauswertung für Rheinland-Pfalz werden bestehende Datenlücken geschlossen“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Rheinland-Pfalz sei das erste Land, das eine Landesauswertung des ZiviZ-Surveys veranlasst habe.

Der ZiviZ-Survey ist die aktuell umfassendste Datenerhebung zur organisierten Zivilgesellschaft in Deutschland. Die Studie rund um die bundesweit 616.000 Vereine, Stiftungen, Genossenschaften und gemeinnützigen GmbHs ist ein gemeinsames Projekt des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft, der Bertelsmann Stiftung und der Fritz Thyssen Stiftung für Wissenschaftsförderung.
Die Ergebnisse der ZiviZ-Landesauswertung Rheinland-Pfalz finden Sie unter: www.wir-tun-was.de. Die Hauptstudie sowie weitere Sonderauswertungen finden Sie unter www.ziviz.info.