Erinnerung mit Verantwortung verbinden

„Am 9. November jähren sich zum 80. Mal die verheerenden Ereignisse der Pogromnacht, mit der der Tiefpunkt deutscher Geschichte begonnen hat. Bis heute stehen alle Menschen guten Willens fassungslos und beschämt vor dem Zivilisationsbruch der Schoa. Zu Recht haben wir uns in Deutschland entschieden, die Erinnerung und die kritische Auseinandersetzung mit den Verbrechen der Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg und im Holocaust zu tragenden Elementen unserer Zivilgesellschaft und unseres Staates zu machen“, betonte Ministerpräsidentin Malu Dreyer im Vorfeld des 80. Jahrestages.

Die Erinnerungskultur verbinde Wissen und Verantwortung. Sie sei 80 Jahre nach dem antijüdischen Terror vom November 1938 in neuer Weise herausgefordert, denn die Ära der Zeitzeugen komme an ein Ende. „Bald werden ihre Erinnerungen nur noch über Medien zugänglich sein. Eine jüngere Generation formt ihr Wissen und Urteil schon jetzt über Filme, YouTube und Mangas“, so die Ministerpräsidentin. Politik müsse deshalb Orte unterstützen, die den jüngeren Generationen die Möglichkeit gibt, ihre Fragen zu stellen und sich mit ihren Gefühlen, Wertvorstellungen und Ideen an den Debatten zu beteiligen. Das gelte auch für diejenigen, die neu in unser Land kommen und ihre Erinnerungen mit den geschichtlichen Erfahrungen Deutschlands verbinden. 

„In unserer Erinnerungskultur gedenken wir der Opfer und richten zugleich den Blick auf die Gegenwart. Im gemeinsamen Erinnern an die Menschheitsverbrechen der Nationalsozialisten setzen wir uns als Staat und Gesellschaft gemeinsame Ziele. Der 9. November 2018 fordert von uns, Judenhass und rassistischen Vorurteilen in aller Form entgegenzutreten. Antisemitismus darf in unserer Gesellschaft nie wieder Akzeptanz finden. Als Landesregierung kämpfen wir mit aller Entschiedenheit dagegen. Das sind wir den Opfern des 9. November und der Schoa schuldig“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.