Lebendige Demokratie braucht engagierte junge Menschen

Am 19. und 20. März besucht Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gemeinsam mit seiner Frau Elke Büdenbender „Orte der Demokratie“ in Rheinland-Pfalz. Am zweiten Tag seines Besuchs stand der Austausch mit jungen Menschen im Fokus: „Eine lebendige Demokratie lebt von den Bürgerinnen und Bürgern, von der Lust auf politische Gestaltung und zivilgesellschaftlichem Engagement. Insbesondere die jungen Menschen möchte ich für die Demokratie begeistern, denn sie sind unsere Zukunft. Daher freue ich mich, dass wir heute mit so vielen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sprechen konnten“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

„Demokratische Debatten im digitalen Zeitalter“ lautete der Titel einer Diskussion mit Studierenden der Publizistik an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Die veränderte Mediennutzung habe vielfältige Auswirkungen auf die Gesellschaft und die demokratische Kultur. „Qualitätsmedien haben mehr denn je eine wichtige Funktion für unsere Demokratie und die Bevölkerung hat hohes Vertrauen in diese Medien“, sagte die Ministerpräsidentin. Doch gerade jüngere Menschen nutzten sie immer weniger. Auf diese Entwicklung müsse man Antworten finden. Studien des Instituts belegten die Wichtigkeit der Medienbildung in diesem Zusammenhang. „Das bestärkt uns als Landesregierung darin, dass unsere Investitionen in Projekte zur Medienbildung, etwa bei „Medienkompetenz macht Schule“, richtig sind.“ 

Nächster Stopp des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und der Ministerpräsidentin war die Georg-Forster-Gesamtschule in Wörrstadt, eine Modellschule für Partizipation und Demokratie. „Die Schule ist ein tolles Beispiel für eine demokratische Lern- und Schulkultur. Indem sie ihre eigenen Erfahrungen machen, lernen die jungen Menschen am besten, dass sich Engagement auszahlt“, sagte sie. Der Bundespräsident und die Ministerpräsidentin verfolgten die monatliche Sitzung des Schülerparlaments. Anschließend diskutierten beide in einer Fishbowl-Diskussion mit Schülerinnen und Schülern, ob die Einführung einer Wahlpflicht gegen die allgemeine Politikverdrossenheit helfen könne.

Am Nachmittag wird sein Antrittsbesuch das Staatsoberhaupt und die Ministerpräsidentin in den nördlichen Teil von Rheinland-Pfalz führen. 2018 ist Raiffeisen-Jahr: Zum 200. Geburtstag von Friedrich Wilhelm Raiffeisen würdigen zahlreiche Veranstaltungen seine Genossenschaftsidee. „In Zeiten von Globalisierung und Individualisierung ist die Genossenschaftsidee überzeugender und moderner denn je. Sie ist ein Zukunftsmodell, um Probleme und Aufgaben in unserer Gesellschaft solidarisch und gerecht zu bewältigen“, so die Ministerpräsidentin. Der Bundespräsident ist Schirmherr des Jubiläums und wird daher das Raiffeisenhaus in Flammersfeld besuchen. Von dort übte Raiffeisen von 1848 bis 1852 sein Amt als Bürgermeister aus. Im Garten des Hauses wird der Bundespräsident symbolisch einen Apfelbaum pflanzen.

Von dort geht es weiter nach Herdorf zur Thomas Magnete GmbH. Das Unternehmen mit rund 700 Beschäftigten zeichnet sich durch eine sehr soziale Unternehmenskultur und seine hohe Innovationsfähigkeit aus: sowohl bei der Produktentwicklung, als auch der Arbeitsorganisation. „Sie sind ein gutes Beispiel dafür, wie man den Veränderungen in der Arbeitswelt begegnen kann“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer. 

Zum Abschluss des Antrittsbesuchs wird der Bundespräsident im kulturWERK Wissen mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen, die sich insbesondere für die Themen Umwelt und Natur engagieren. „Das kulturWERK zeigt, was ehrenamtlicher Einsatz der Bürger und Bürgerinnen, eine kluge Stadtentwicklung und das tatkräftige Handeln der lokalen Politik schaffen können, und ist damit ein gebührender Abschluss für unsere Reise durch Rheinland-Pfalz, wo sich fast jeder Zweite ehrenamtlich engagiert“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer.