Publikation zu regionaler Identität

In dem Sammelband „Kultur prägt. Region und Identität in Rheinland-Pfalz“ geht die Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) e. V. der Beziehung von Kultur und regionaler Identität nach.

Wie trägt Kultur dazu bei, dass Menschen sich an einem Ort zuhause fühlen und ihn ihre Heimat nennen? Wie können sich Regionen mit kulturellen Schwerpunkten profilieren? Die neue ZIRP-Publikation geht diesen Fragen nach.  In der Landesvertretung Rheinland-Pfalz in Berlin wurde sie erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

„Vielfalt und Offenheit prägen den Kulturbegriff in Rheinland-Pfalz. Die Geschichte der Regionen mit Zuzug aus aller Herren Länder über Jahrhunderte und wechselnder politischer Zugehörigkeit prägt die Menschen: Sie sind bodenständig, gesellig und lebensfroh. Sie nehmen sich selbst so wahr und sehen dies auch als Stärke des Landes insgesamt“, fasste ZIRP-Geschäftsführerin Heike Arend die kulturelle Prägung in Rheinland-Pfalz zusammen. „Weinfeste und Fastnacht sind die wichtigsten kulturellen Ereignisse. Landschaft, Wald und Wein haben sich im Bild der Rheinland-Pfälzer von ihrem Land tief verankert. Das kulturelle Erbe seit der Römerzeit schafft Identität, dazu gehört auch die Industriegeschichte. Neue Formen der Kulturvermittlung und jüngere kulturelle Image-Bildung tragen zur zeitgemäßen Interpretation bei.“

Rund 50 Autorenbeiträge zeigen in acht Kapiteln bekannte und neue Seiten der Kultur in und aus Rheinland-Pfalz, ihrer Pflege und Vermittlung. Zudem hat die ZIRP in einer Umfrage danach gefragt, was typisch für Rheinland-Pfalz ist. Rund 80 Prozent der Befragten schätzen die Lebensqualität in ihrem Heimat-Bundesland als hoch ein.

Die Frage nach Kultur und Identität sei die zentrale Herausforderung in einer globalisierten Welt, unterstreicht Kulturstaatsminister Professor Dr. Konrad Wolf die Bedeutung des Themas in der Publikation. „Kunst verunsichert und stabilisiert. Sie verändert und bewahrt. Wie eine gelingende Individuation beinhaltet Kunst beides: die Bezugnahme auf das Eigene, auf all das, was mit Herkunft zu tun hat, und die Offenheit für das Neue, Unbekannte und bisweilen das Verstörende“, so der Staatsminister.

Anlässlich der Vorstellung der neuen ZIRP-Publikation zeigte Henriette von Hellborn, Redaktion Landeskunde SWR, noch vor dem offiziellen Sendetermin ihren neuen Film „Einig Land“, Teil 1 der siebenteiligen Staffel in der SWR-Reihe „Bekannt im Land“. Mit einem Augenzwinkern geht sie dem rhein¬land-pfälzischen Heimatgefühl auf den Grund. Die spannende Reise entlang der sieben rheinland-pfälzischen Grenzen zeigt: „Die Menschen im heutigen Rheinland-Pfalz haben früh gelernt, sich mit Grenzen eher zu arrangieren als zu identifizieren. Vielleicht sind sie daher besonders gut darin, ein gesundes Heimatgefühl zu entwickeln: eines das nicht von Abgrenzung lebt, sondern mehr von Einigung und Durchlässigkeit“, schloss Henriette von Hellborn aus den Gesprächen, die sie mit Pfälzern, Hunsrückern, Eifelanern, Westerwäldern und Rheinhessen auf ihrer Reise geführt hat.
„Mundart hilft beim Lachen, beim Streiten, beim Trauern, beim Mensch sein und bleiben“, weiß Mundart-Autor, Musiker und Kabarettist Arnim Töpel. In der ZIRP-Publikation gibt er ein Interview zur Bedeutung von Sprache und Dialekt als Heimatbezug, in der Landesvertretung zeigte er dies gesprochen und gesungen.

Der Sammelband steht ab 02. Mai zum kostenlosen Download bereit. Bestellungen der Printversion sind ab sofort per Mail an mail@zirp.de möglich.