Sozialpartnerschaft ist in der Digitalisierung ein Wettbewerbsvorteil

Die betriebliche Mitbestimmung und die Arbeit der Betriebsräte im Unternehmen gewinnen mit der Digitalisierung an Bedeutung. Die digitale Transformation ist für viele Unternehmen eine große Veränderung: von einzelnen Prozessen bis zu Geschäftsmodellen, von der Rolle der Führungskräfte bis zu dem Gewinn an Entscheidungsfreiheit für den Mitarbeiter und die Mitarbeiterin.

„Eine gute sozialpartnerschaftliche Zusammenarbeit sowohl der Tarifvertrags- als auch der Betriebsparteien, die auf die Förderung von Innovation und die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit ausgerichtet ist, ist im Sinne der Beschäftigten und des Unternehmens“, betont Christjan Knudsen, Geschäftsführer Personal bei Boehringer Ingelheim Deutschland. Das Unternehmen war heute Gastgeber des Formats „ZIRP um 8“ der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP). Im Mittelpunkt stand die Bedeutung von Mitbestimmung und Mitwirkung im digitalen Unternehmen.

„Mitbestimmung muss flexibel gelebt und sinnvoll fokussiert sein, dringend erforderliche z.B. technologische Neuerungen müssen kurzfristig umsetzbar sein“, so sieht Christjan Knudsen die Chancen von Arbeit 4.0: „Traditionelle Arbeitsorte und -zeiten sind passé, starre gesetzliche und betriebliche Reglungen müssen an diese Realität angepasst werden.“

Marion Hackenthal, Leiterin der Abteilung Frauen und Gleichstellung der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) ist klar: „Die Frage, ob wir für oder gegen die Digitalisierung sind, stellt sich uns nicht, denn der digitale Wandel ist im Gange. Unsere Frage ist, wie wir die digitale Transformation so gestalten, dass sozialer Ausgleich und wirtschaftliche Prosperität keine Gegensätze sind.“

Aus der Erfahrung mit digitalen Umbrüchen in zahlreichen Unternehmen weißChristian Piele, Wissenschaftler des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO): „Ein von beiden Betriebspartnern gemeinsam gestalteter Prozess bei der Einführung einer flexiblen Arbeitsform, der zudem unter Einbindung der Beschäftigten stattfindet, ist ein Garant für Transparenz und Akzeptanz der neuen Arbeitsform im Betrieb.“

Eine Umfrage unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Veranstaltung zeigte: Die Mitwirkung des Betriebsrates bei der digitalen Transformation im Unternehmen ist von großer Bedeutung. Zugleich müsse aber auch Spielraum für Betriebsvereinbarungen und für individuelle Lösungen sein. Die hohe Dynamik der Digitalisierung und der internationale Wettbewerbsdruck der hiesigen Industrieunternehmen seien große Herausforderungen.

Die Veranstaltungsreihe „ZIRP um 8“ widmet sich im Rahmen des Projektes ‚Arbeit 4.0‘ den verschiedenen Aspekten des sich verändernden Arbeitsmarktes. Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft geben Einblick in ihre Erfahrungen und Erkenntnisse.

Weitere Informationen finden Sie auf www.zirp.de