Initiative ist großer Erfolg - 7. Dezember 2015

„Mit der dritten Staffel unserer Ehrenamts-Initiative ‚Ich bin dabei!‘, an der sechs Kommunen seit diesem Frühjahr teilnehmen, geht das Engagement ungebremst weiter. Auch diesmal sind alle teilnehmenden Kommunen sehr erfolgreich“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer beim dritten Landestreffen, zu dem sie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Staffel in die Staatskanzlei eingeladen hatte.

Die beteiligten Kommunen sind Bad Marienberg, Heidesheim, Montabaur, Rhein-Selz, Stadt Kirn, Stromberg. Dort engagieren sich mehr als 400 Personen in 55 Gruppen.

Vor zwei Jahren hatte die Ministerpräsidentin die Initiative mit dem von ihr berufenen Beauftragten für ehrenamtliches Engagement, Bernhard Nacke, gestartet. Es war das erklärte Ziel, vor allem ältere Menschen für das Ehrenamt zu gewinnen. „Wir dürfen feststellen, dass in allen drei Staffeln das Konzept erfolgreich durchgeführt wird. Das bestätigt uns, dass die Initiative auf ein riesiges Potential trifft, das gehoben werden will“, sagte die Ministerpräsidentin.

Sie bedankte sich bei allen 220 Gästen, bei den Senioren, den Moderationsteams und der Bürgermeisterin sowie den Bürgermeistern, dass man sich auf die neue Idee der Initiative eingelassen hat. „Wie bei den ersten beiden Landestreffen für die ersten zwei Staffeln wollen wir auch den Menschen dieser dritten Staffel beim dritten Landestreffen die Möglichkeit bieten, den Austausch über die kommunalen Grenzen hinweg landesweit zu gestalten“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Alle Oberbürgermeister und Bürgermeister wünschten, bei diesem neuen Weg auch zukünftig von Seiten des Landes begleitet zu werden. Das zeige eine gemeinsame Erklärung, die alle teilnehmenden Kommunen mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer am 2. September in der Staatskanzlei unterschrieben haben. „Die Kommunen wünschen sich auch weiterhin eine Vernetzung über die kommunalen Grenzen hinweg und wollen auch selber aktiv werben für die Teilnahme weiterer Kommunen an dieser Initiative“, sagte die Ministerpräsidentin. „Einige Kommunen beginnen jetzt schon eine zweite Projekte-Werkstatt durchzuführen und zeigen damit, dass viele weitere Möglichkeiten für eine Belebung des kommunalen Lebens gegeben sind", so Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Für das alltägliche Leben in einer Kommune böten die vielen Projekte neue Chancen der Kommunalentwicklung, ohne dass die Kommunalpolitiker Vorgaben machen müssten. „Es ist eben das Neue, dass alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Projektgruppen, die ihren eigenen Weg suchen, ihre Ideen zu realisieren, von den jeweiligen Kommunen begleitet werden“, so die Ministerpräsidentin. „Und was wir erfreut beobachten dürfen ist, die Menschen arbeiten zusammen in Gruppen und knüpfen dadurch neue Beziehungen, die viele auch über die Projektarbeit hinaus pflegen. Das wird uns oft berichtet“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Viele den Gemeindealltag belebende Projekte seien entstanden. In der Stadt Kirn erhalte durch den „Sulzbacher Treff" ein ganzer Stadtteil neue Impulse für das Gemeindeleben. In Montabaur sei ein „Arbeitskreis Historischer Stammtisch“ entstanden, der das historische Wissen in der Kommune sammle, um es der Öffentlichkeit neu zugänglich zu machen. In Bad Marienberg entstehe ein „Kasperletheater“, mit dem man in die Kindergärten und Schulen gehen wolle, um womöglich auch Spielstücke im Dialekt vorzutragen. In Stromberg wolle eine Gruppe eine „Kulturinitiative“ in Gang setzen, um damit unter anderem auf Persönlichkeiten aus der eigenen Geschichte aufmerksam zu machen. In der Verbandsgemeinde Heidesheim sei schon eine Reparatur-Werkstatt erfolgreich errichtet worden und habe einen großen Zulauf. In Rhein-Selz verfolge eine Gruppe das Ziel „Barrierefreie Verbandsgemeinde“.

„Dass sich viele Gruppen wie in den Kommunen der ersten und zweiten Staffel um dieselben Themen wie Computerhilfe, Reparaturwerkstatt, Unterstützung für Senioren, Wanderungen, Bachpatenschaften und ähnliches kümmerten, sei bemerkenswert, denn viele Menschen würden damit Aufgabenstellungen aufgreifen, die für viele andere in der Kommune eine Hilfe seien“, so die Ministerpräsidentin.

Besonders beachtenswert sei, dass auch in der dritten Staffel viele Projektgruppen entstanden seien, die Hilfe für Flüchtlinge und Migranten bieten würden. „Dabei konnten wir alle diese Projektgruppen zu einem landesweiten Erfahrungsaustausch am 19. Oktober in der Staatskanzlei begrüßen, die über den Tag hinaus auch weiterhin den Austausch auf Landesebene wünschen“, so die Ministerpräsidentin.

Hier finden Sie alle Bilder der Veranstaltung.

Treffen: Migrations- und Flüchtlingshilfe - 19. Oktober 2015

Montag, 19. Oktober 2015

Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit fand in der Staatskanzlei das erste Thementreffen der Initiative statt. Dabei griff der Beauftragte für ehrenamtliches Engagement, Bernhard Nacke, den Wunsch nach Informationen und Austausch zur Flüchtlingsarbeit auf. Nach der Begrüßung sprach der Chef der Staatskanzlei, Clemens Hoch, und dankte für die unverzichtbare Hilfe aller Ehrenamtlichen, die sich in der Flüchtlings- und Integrationshilfe engagieren. Er hob hervor, dass diese Unterstützung für unsere Gesellschaft ein Segen sei.

An diesem Nachmittag präsentierten sich rund zehn Projektgruppen, stellten anschaulich ihre Arbeit, die dabei überstandenen Hürden und neue Ideen vor. Bürgermeister Werner Müller aus der Verbandsgemeinde Kirn-Land schilderte seine Erfahrungen aus seinen Gemeinden. 

Nach einem allgemeinen Erfahrungsaustausch wurde beispielsweise der Workshop „Integration in der Praxis“ aus Andernach vorgestellt. Anschließend gaben die Regionalkoordinatorin Heide Erz vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und Nina Gartenbach von der Koordinierungsstelle „Ehrenamtliche Aktivitäten im Flüchtlingsbereich in Rheinland-Pfalz“ weitere Information.

Zum Abschluss dankte Landesbeauftragter Nacke für die Unterstützung der Ehrenamtlichen bei der Flüchtlingsarbeit. Eine Fortsetzung des Erfahrungsaustausch wurde vereinbart.

Die Rede von Staatssekretär Clemens Hoch als pdf-Datei.

Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung - 2. September 2015

„Wir sind uns einig, den begonnenen Weg nachhaltig weiterzuführen“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei der Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung der Ehrenamtsinitiative „Ich bin dabei!“. Mit dieser fördert die Landesregierung das ehrenamtliche Engagement von älteren Menschen. Die Bürgermeisterin und Bürgermeister der 16 teilnehmenden Kommunen waren in die Staatskanzlei gekommen, um das bisher Erreichte zu bewerten und über die Zukunft der Initiative zu sprechen.

„Ziel ist es, in Zukunft weiterhin voneinander zu lernen und miteinander zu wirken", sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Im Sinne der nachhaltigen Fortführung der Initiative seien drei Punkte besonders wichtig: „Wir wollen die Initiative durch die Gewinnung weiterer Kommunen breiter aufstellen, sie im Hinblick auf eine langfristige Netzwerkbildung vertiefen und das Erreichte mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und Expertinnen und Experten auf Bundesebene reflektieren“, so die Ministerpräsidentin.

Bisher haben sich mehr als 1.000 Menschen in über 120 Gruppen in 16 Kommunen im Rahmen der Initiative engagiert. Das Fazit der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus Prüm, Kirn-Land, Sprendlingen-Gensingen, Rhein-Selz, Worms, Boppard, Andernach, Adenau, Bernkastel-Kues, Otterbach-Otterberg, Traben-Trarbach, Bad Marienberg, Montabaur, Stromberg, Kirn Stadt und Heidesheim fiel dabei einhellig positiv aus: „Die Initiative steht für einen neuen Ansatz zur Gewinnung von Seniorinnen und Senioren für ein freiwilliges Engagement. Wir sind uns sicher: Es lohnt sich, weitere Städte, Gemeinden und Kreise für diesen Weg zu gewinnen“, hieß es in der Erklärung.

Rund zwei Jahre nach Beginn der Initiative könne man feststellen, dass in allen teilnehmenden Kommunen neue Ziele und neue Wege des Engagements gefunden worden seien: „Es wurden vor Ort Räume für ein neues Miteinander geschaffen“, sagte die Ministerpräsidentin.

Bernhard Nacke, der von der Ministerpräsidentin berufene Beauftragte für ehrenamtliches Engagement, erläuterte die Kommunikations- und Arbeitsform der Initiative: Die Initiative schaffe es, durch fördernde Rahmenbedingungen, stärkende Anerkennung und gewinnende und unterstützende Begleitung durch Land und Kommunen, Bürgerinnen und Bürger zu motivieren. „Es gibt ein großes Potenzial, besonders bei den jungen Seniorinnen und Senioren, die wir gewinnen können“, so Bernhard Nacke.

Professorin Gisela Jakob, die an der Hochschule Darmstadt über Zivilgesellschaft und bürgerschaftliches Engagement forscht, erklärte bei der Vorstellung der Nachhaltigkeitsstrategie in der Staatskanzlei, was die gelungene Engagementpolitik der Initiative ausmache, und hob vor allem das Schaffen von Freiräumen bei den Engagementmöglichkeiten, den kooperativen Arbeitsstil, die dialogische Kommunikationskultur, die Unterstützungsstruktur zur Stärkung der Selbstorganisation der Engagementgruppen bei der Initiative „Ich bin dabei!“ hervor.

„Das Zusammenleben im Land wird entscheidend geprägt durch ehrenamtliches Engagement. Rund 1,6 Millionen Menschen im Land sind ehrenamtlich aktiv. Mit einer Engagementquote von 41 Prozent nimmt das Land damit bundesweit den Spitzenplatz unter den Flächenländern ein“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Dieses Engagement zu unterstützen und zu fördern, sei eine immer wichtiger werdende Zukunftsaufgabe.

Die gemeinsame Erklärung der Ehrenamtsinitiative "Ich bin dabei!" finden Sie hier

 

 

 

Landestreffen der 2. Staffel - 24. Juni 2015

„Unsere Ehrenamts-Initiative ‚Ich bin dabei!‘ hat eine Bewegung in Gang gesetzt, die sich immer noch weiter fortsetzt. Immer mehr Menschen engagieren sich in einer wachsenden Zahl von Projekten. Genau das hatten wir uns von der Initiative erhofft.“ Das unterstrich Ministerpräsidentin Malu Dreyer beim zweiten Landestreffen der Initiative, zu dem sie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der mittlerweile zweiten Staffel in die Staatskanzlei eingeladen hatte. In der zweiten Staffel engagieren sich 593 Menschen in insgesamt 59 Projekten. Beteiligt sind die Kommunen Andernach, Adenau, Bernkastel-Kues, Otterbach-Otterberg und Traben-Trarbach. In der ersten Staffel, die im vergangenen Herbst zu Ende ging, waren es noch 230 Menschen in 42 Gruppen.

Die Ministerpräsidentin hatte die Initiative vor zwei Jahren mit dem von ihr berufenen Beauftragten für ehrenamtliches Engagement, Bernhard Nacke, gestartet. Ziel ist es, vor allem ältere Menschen für das Ehrenamt zu gewinnen. „Die Tatsache, dass in den fünf Kommunen der zweiten Staffel noch mehr Projekte entstanden sind, zeigt, dass die Initiative auf ein riesiges Potential trifft, das gehoben werden will“, sagte die Ministerpräsidentin. Und dass sich die erste Staffel nach der eigentlichen Modellphase weiter fortsetze, beweise, dass das Projekt nachhaltig sei: so sei die Zahl der in den Pilotkommunen engagierten Menschen mittlerweile von 230 auf 502 angestiegen.

Besonders den Verantwortlichen in den Kommunen, aber auch allen anderen Beteiligten dankte die Ministerpräsidentin, dass sie die Idee der Initiative aufgegriffen haben und sie mit Leben erfüllen. „Mit dem heutigen zweiten Landestreffen wollen wir die guten Erfahrungen beim ersten Landestreffen nutzen und den Austausch über die kommunalen Grenzen hinweg landesweit ermöglichen“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

„Das Besondere ist, dass alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Projektgruppen ihren eigenen Weg suchen, ihre Ideen zu realisieren und dabei eng von den jeweiligen Kommunen begleitet werden“, so die Ministerpräsidentin. „Menschen haben genügend eigene Ideen, die sie gerne mit anderen realisieren möchten. Und sie wissen sehr gut, was in ihrer Gemeinde nötig ist. Sie wissen aber auch am besten, was sie selbst gerne tun“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Für das alltägliche Leben in einer Kommune böten die vielen Projekte neue Chancen der Kommunalentwicklung.

Es seien viele praxisnahe Projekte entstanden, so die Ministerpräsidentin. In Andernach baue beispielsweise eine Gruppe einen Freundschaftskreis auf, der Menschen im Senegal mit Hilfe zur Selbsthilfe unterstützen will und somit einen Beitrag zur Entwicklungshilfe leistet. In Bernkastel-Kues werde ein Nachbarschafts-Notfallnetz aufgebaut, bei dem jetzt schon 32 Menschen aktiv sind und durch das die älteren Bürgerinnen und Bürger weiterhin in ihrer gewohnten Umgebung leben können. In Adenau entstehe durch eine Gruppe ein Öko-Traumpfad, mit dem man zeigen will, dass Ökologie Spaß machen kann und ökonomisch sinnvoll ist. In Otterbach-Otterberg habe sich eine Seniorenband gegründet, die ihre Freude an der Musik teilt. In Traben-Trarbach trete eine Gruppe an, um unter dem Motto „die blühende Stadt“ brachliegende Flächen zu verschönern, zu bepflanzen und neu zu gestalten. Bemerkenswert sei, dass sich viele Gruppen wie in den Pilotkommunen um dieselben Themen wie Computerhilfe, Reparaturwerkstatt, Unterstützung für Senioren, Wanderungen, Bachpatenschaften und ähnliches kümmerten. Besonders auffallend sei, dass in der zweiten Staffel viele Projektgruppen entstanden seien, die Hilfe für Flüchtlinge und Migranten bieten wollten, so die Ministerpräsidentin.

 

 

Erstes Nachhaltigkeitstreffen der Moderationsteams der 1. Staffel - Mai 2015

Rund eineinhalb Jahre nach Beginn der Initiative und ein halbes Jahr nach Beendigung der Projektphase fand ein erstes Nachhaltigkeitstreffen der Moderationsteams, das Ministerpräsidentin Malu Dreyer zugesagt hatte, auf Landesebene mit Frau Mörchen, der pädagogischen Leitung der Strategie-Werkstatt und ihrer Co-Referentin, Frau Dr. de Jong statt.

Obwohl die Projektphase schon ein halbes Jahr beendet ist, engagiert man sich in den Projektgruppen an allen Standorten weiter. „Die Aktivitäten werden sogar mancherorts ausgedehnt. Die Zahl der Projektgruppen ist von 42 auf 48 gestiegen. Und die Teilnehmerzahl hat sogar die 500-Marke durchbrochen“, sagt Bernhard Nacke, Beauftragter der Ministerpräsidentin für ehrenamtliches Engagement und Leiter der Initiative. Wie sich gezeigt hat, ist es unter anderem die hilfreiche Begleitung der Gruppen durch die Moderationsteams, die diese motiviert, immer weiter zu machen. „So wie beim ehrenamtlichen Engagement allgemein, so brauchen auch wir hier eine Anerkennungskultur, denn Menschen wollen wissen, ob ihr Tun, das sie für andere geben, auch gern gesehen wird“, macht Nacke deutlich. Die Moderationsteams an den Standorten sind allermeist ehrenamtlich tätig, arbeiten auch selbst weiter und loben die gute Zusammenarbeit mit der jeweiligen politischen Spitze der Kommune. Ihre in der Initiative gewonnenen Erfahrungen nutzen sie jetzt, um entstandene Netzwerke zu stabilisieren, neue Wege der Gestaltung zu gehen, Synergieeffekte zu erzielen und die Projektgruppen bei ihrer Weiterentwicklung zu unterstützen. Die aktuelle Liste der Projektgruppen der Pilotkommunen mit Kümmerer und Anzahl der Mitglieder finden Sie hier: Projektgruppen der Pilotkommunen.

Austausch über Landesgrenzen - März 2015

"Die Erfahrungen mit der Förderung der Ehrenamtsentwicklung in den rheinland-pfälzischen Kommunen interessieren uns in Bremen sehr", mit diesen Worten begrüßte Dr. Jürgen Hartwig, Mitveranstalter des 20. europäischen Verwaltungskongresses 2015 den Leiter der Initiative "Ich bin dabei!", Bernhard Nacke am 5. März in Bremen. Dieser hatte die Möglichkeit, Konzepte, Praxis und Erfahrungen der Initiative beim 20. Europäischen Verwaltungskongress vorzustellen.

Besonderes Interesse galt den bei Aufgaben des deutschlandweit neuen Ansatzes, a) Menschen der nachberuflichen Lebensphase einzuladen, eigene Ideen mit anderen gemeinsam zu finden, zu entwickeln und dann auch eigenständig zu realisieren und b) die Kommunalverwaltung zu befähigen, neue Wege der Anerkennungskultur und der Vereinsförderung zu finden sowie die Zusammenarbeit und Vernetzung mit den Gruppen des freiwilligen Engagements in den Gemeinden zu gestalten.

Überrascht zeigten sich die Hörer über die große Resonanz bei den „Jungen Alten“. Besonders intensiv wurden die Erfahrungen diskutiert, wie die Kommunalverwaltung und die Kommunalpolitiker auf diesen neuen Ansatz reagierten, woraufhin Nacke deutlich machte: "Dieser Ansatz lässt sich überall dort realisieren, wo zwischen Politik, Verwaltung und Bürger eine grundständige Offenheit und Bereitschaft für ein neues Miteinander vorzufinden ist."

Die Rede von Bernhard Nacke können Sie hier lesen.

Beginn der 3. Staffel - 10. Februar 2015

Die Initiative „Ich bin dabei!“ von Ministerpräsidentin Malu Dreyer geht in die dritte Runde. Nun stehen die sechs Kommunen, die an der dritten Staffel teilnehmen werden, fest. Es sind die Stadt Kirn und die Verbandsgemeinden Montabaur, Bad Marienberg, Heidesheim, Stromberg und Rhein-Selz, wie die Ministerpräsidentin am Dienstag in Mainz mitteilte.

Sie dankte der Bürgermeisterin und den Bürgermeistern der Kommunen für ihre Bereitschaft zur Teilnahme an dem bereits in der ersten und zweiten Staffel sehr erfolgreichen Projekt. „Ich freue mich, gemeinsam mit den Kommunen das Ehrenamt weiter zu fördern und vielen Seniorinnen und Senioren einen Weg zu neuem freiwilligem und eigenständigem Engagement zu eröffnen“, so die Ministerpräsidentin.

Obwohl heute schon 41 Prozent der Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer ehrenamtlich aktiv sind, gibt es vor allem unter den älteren Bürgerinnen und Bürgern immer mehr, die sich gerne ehrenamtlich engagieren würden, wenn sie wüssten, wo und wie. Mit der Initiative sollen diese Menschen konkret angesprochen werden. „Die Kommunen sind dabei die wichtigsten Partner, denn sie sind der Ort, an dem sich das ehrenamtliche Engagement konkret entfaltet. Daher bin ich sehr froh über die weiterhin positive Resonanz auf unsere Initiative“, unterstrich die Ministerpräsidentin.

Die einjährige Begleitung der Pilotkommunen Worms, Nierstein-Oppenheim, Kirn-Land, Sprendlingen-Gensingen, Prüm und Boppard, die in der ersten Staffel teilgenommen haben, ist in diesem Winter zu Ende gegangen. Die zweite Staffel mit den Kommunen Adenau, Andernach, Otterbach-Otterberg, Bernkastel-Kues, Traben-Trarbach hat im letzten Herbst begonnen. Die Verbandsgemeinde Nierstein-Oppenheim hatte bereits an der ersten Staffel teilgenommen. Aufgrund von Veränderungen in der kommunalen Struktur ist Nierstein-Oppenheim heute Teil der Verbandsgemeinde Rhein-Selz, die an der dritten Staffel teilnimmt. Somit kann sie wertvolle Erfahrungen aus der früheren Teilnahme am Projekt einbringen.

„In den teilnehmenden Kommunen sind viele nachhaltige Projekte entstanden, die weitergeführt werden. Mittlerweile haben sich durch die Initiative „Ich bin dabei!“ über 90 Projektgruppen gebildet. Mehr als 550 Menschen sind bislang in den 11 Projekte-Werkstätten oder bei den Projektgruppen in den Ortsgemeinden aktiv geworden. Parallel dazu beschäftigen sich die im Rahmen der Initiative gebildeten Moderationsteams der Kommunen mit den übergeordneten Themen Bestandsaufnahme, Anerkennungskultur, Stärkung der Vereine, Beteiligung von Unternehmen und Verbesserungen an der Schnittstelle zwischen Verwaltung und freiwilligem Engagement, um die Entwicklung der kommunalpolitischen Ehrenamtsförderung weiter voranzubringen“, sagte Bernhard Nacke, Beauftragter der Ministerpräsidentin für ehrenamtliches Engagement.

Landestreffen der 1. Staffel - 17. Juni 2014
Ministerpräsidentin Malu Dreyer im Gespräch

© Staatskanzlei RLP / Bauer

Alle Akteurinnen und Akteure der Initiative „Ich bin dabei!“ trafen sich auf Einladung von Ministerpräsidentin Malu Dreyer am 17. Juni 2014 in der Staatskanzlei. Die Ministerpräsidentin begrüßte die über 200 Gäste, die sich derzeit in 42 Projektgruppen in sechs Pilotkommunen engagieren, mit den Worten:
„Wir wollen allen die Gelegenheit bieten, sich über die bisher gemachten vielfältigen Erfahrungen austauschen zu können.“ Sie dankte allen Bürgermeistern für die Teilnahme an der Initiative und verwies auf die vorbildliche Arbeit der Moderationsteams vor Ort: „Ich bin beeindruckt von Ihrem sensiblen und achtsamen Umgang mit den Menschen, die ihre eigenen Ideen in Gemeinschaft umsetzen wollen“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Auch die Oberbürgermeister, Landräte und Bürgermeister der rheinland-pfälzischen Kommunen, die bisher nicht an der Initiative teilnehmen, waren eingeladen, um die Arbeitsweise und Ergebnisse der sechs Pilotkommunen kennenzulernen und sich gegebenenfalls für die zweite Staffel zu bewerben.

Ministerpräsidentin Dreyer hob in ihrer Rede den neuen Ansatz, der mit der Initiative erprobt wird, hervor, Menschen zu motivieren und zu begleiten, ihre eigenen Ideen für ein freiwilliges Engagement zu finden und selbst zu realisieren. Dabei betonte sie, dass die freiwillig Engagierten sehr genau wissen, was das Leben in der Kommune bereichern kann. Die vielen Projektgruppen seien eine Chance für die zukünftige Kommunalentwicklung. Die Unterstützung dieser Gruppen durch die Kommunalverwaltungen sei aber kein Politik ersetzendes, sondern ein Politik ergänzendes Handeln. Beispielsweise würden Seniorinnen und Senioren zu Partnern in der kommunalen Kulturpolitik. Viele Projekte seien ein Beitrag der Bürgerinnen und Bürger zur Bewältigung des demographischen Wandels.

Der Beauftragte für ehrenamtliches Engagement und Leiter der Initiative, Bernhard Nacke, berichtete über die unterschiedlichen Erfahrungen: „Wir betreten mit dem Konzept der Initiative Neuland, denn nach unserem Kenntnisstand finden wir in keinem Bundesland ein solches Konzept.“ Zudem dankte er Annette Mörchen, die die pädagogische Leitung der Strategie-Werkstatt inne habe, und Dr. Jutta de Jong, die als Co-Referentin mitwirkt.

Dem Beauftragten war es ein Anliegen, auf neue Wege der Teilnehmergewinnung für ein eigenständiges Engagement hinzuweisen. In drei Pilotkommunen habe man mit einem persönlichen Brief des Bürgermeisters an potentielle Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die Informationsveranstaltung geworben und es seien jeweils zwischen 80 und140 Personen gekommen, wovon sich 50 bis 70 Personen für die Teilnahme entschieden hätten. Der größere Teil sei bis heute in den Projektgruppen aktiv. Es herrsche in den Projekte-Werkstätten vor Ort eine besondere Gesprächskultur. Nicht Kritik um der Kritik Willen, sondern ein gemeinsames Arbeiten an Problemen durch konstruktive Vorschläge kennzeichne das Geschehen. Hier zeige sich die Kompetenz der Moderationsteams, die dieses komplexe pädagogische Geschehen moderieren und begleiten.

Für die Bürgermeister, die sich gegebenenfalls für die zweite Staffel bewerben werden, nannte er stichwortartig die Aufgabenfelder für die Mitglieder aus der Kommunalverwaltung in den Moderationsteams: Bestandsaufnahme der Ehrenamtsförderung in Kommune und in Verwaltung, Anerkennungskultur, Vereinsförderung, Kontaktpflege mit freiwillig Engagierten, kommunale Unternehmenskultur und anderes. Als Fazit stellte er unter anderem fest: Ehrenamtsförderung sei ausbaufähig, das Potenzial für freiwilliges Engagement sei unendlich groß und die Moderationsteams seien die neue Scharnierstelle zwischen Ehrenamt, Kommunalverwaltung und Politik, sie seien das neue Strategieteam für die Ehrenamtsförderung in den Pilotkommunen.

Vorab hatte Ministerpräsidentin Dreyer den Oberbürgermeister und die Bürgermeister mit ihren Moderationsteams in kleiner Runde eingeladen, um einen ersten Austausch auf landespolitischer Ebene zu ermöglichen. Dabei verwiesen mehrere Bürgermeister auch auf ihre Erfahrung, dass mit der Initiative in der Kommune ein „Pusch“ im Bereich des ehrenamtlichen Engagements gegeben wurde. Man wünsche sich entsprechend der nachhaltigen Wirkung der Initiative auch nach der Pilotphase einen regelmäßigen Austausch auf Landesebene mit einer begleitenden Unterstützung durch die Landesregierung. Ministerpräsidentin Malu Dreyer sagte diese Begleitung durch den Beauftragten, Bernhard Nacke, zu. Auch wurde deutlich, dass viele Pilotkommunen nach der Projektphase ein zweites Mal wiederum andere Seniorinnen und Senioren zu einer Projekte-Werkstatt einladen wollen, um die neuen Erfahrungen der Moderationsteams für weitere Interessierte fruchtbar zu machen.

Der Oberbürgermeister und die Bürgermeister wiesen im Rahmen des Landestreffens auf die Entwicklung ihrer kommunalen Ehrenamtsförderung hin: In Worms hat man in den letzten Jahren sehr gute Erfahrungen mit bürgerschaftlichem Engagement gemacht.

Man hat sich beworben, "um neue Strukturen für die Stadt, was die ehrenamtliche Unterstützung angeht, herauszufinden", sagte Michael Kissel Oberbürgermeister der Stadt Worms. Aloisius Söhngen, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Prüm, erklärte: "Seit gut zehn Jahren haben wir bereits mit dem Thema demographischer Wandel begonnen, verschiedene Workshops durchgeführt und dabei die Initiative "Wir Eifeler tun was" gegründet.“ Da der demographische Wandel weitergehe, sei man froh, "dass dieses Projekt angestoßen wurde“. Bürgermeister Manfred Scherer von der Verbandsgemeinde Sprendlingen-Gensingen machte deutlich, dass es sehr wohl möglich sei, Menschen zu bewegen, sich für die Gemeinschaft in der Kommune zu engagieren, "allerdings außerhalb der üblichen Vereinsstrukturen". Das Projekt des Landes komme "genau passend und auch zum richtigen Zeitpunkt".

Andere hoben die Besonderheit der Initiative hervor: "Alle Seniorinnen und Senioren der Stadt Boppard habe ich mit einem persönlichen Brief eingeladen" und dabei habe er darauf hingewiesen, dass es allen Spaß machen müsse, hob Bürgermeister Dr. Walter Bersch hervor. Und Bürgermeister Werner Müller von der Verbandsgemeinde Kirn-Land erläuterte: „Wir haben mit der Idee der Initiative, keine Themen vorzugeben, sondern die Kreativität der Bürgerinnen und Bürger in diesem Lebensalter zu fördern, sehr positive Erfahrungen gemacht. Das ist der Unterschied zu dem Ehrenamt, wie wir es bis jetzt kennen." Bürgermeister Klaus Penzer von der Verbandsgemeinde Rhein-Selz machte deutlich: "Die neuen Ideen, die die Menschen miteinander realisieren bzw. realisieren wollen, müssen nicht immer deckungsgleich mit meinen Ansichten als Bürgermeister sein, das bringt Leben in die Gemeinde, das ist der große Vorteil."

Auch wurden einige Folgerungen für die Ehrenamtsförderung in der eigenen Kommune angesprochen: "Wir sind derzeit in der Überlegung, wie wir eine Koordinierungsstelle, Scharnierstelle oder Vermittlungsstelle zwischen der Kommunalverwaltung und den Bürgerinnen und Bürgern errichten können", so Oberbürgermeister Kissel. Bürgermeister Müller spricht sich "für eine gemeinschaftliche Internetplattform aus". Ab dem 1. Oktober wird in der Verwaltung der Verbandsgemeinde Prüm ein Büro errichtet, in dem vom Moderationsteam angebotene Sprechtage durchgeführt werden, so Bürgermeister Söhngen. Bürgermeister Scherer hat eine Stabsstelle eingerichtet, die ihm direkt unterstellt ist. Bürgermeister Penzer weist auf das hohe Engagement seiner Mitarbeiter/in im Moderationsteam hin.

Mehrfach wurde darauf hingewiesen, dass auch weiterhin ein regelmäßiger Austausch auf Landesebene ermöglicht werden solle. Dabei gehe es um Reflexion, um Austausch darüber, wo es hakt, und um neue Impulse. Andere finden es gut, wenn sich die Initiative über die Pilotkommunen hinaus in die restlichen Kommunen fortpflanzen würden.

Das Video anschauen.
oder: Die Bilder in unserer Mediathek.

 

 

Initiative: Wir tun was

Hier geht es zur Initiative des Landes für Ehrenamt und Bürgerbeteiligung "Wir tun was"

Kontakt

Bernhard Nacke,
Beauftragter der Ministerpräsidentin für ehrenamtliches Engagement
Staatskanzlei
Peter-Altmeier-Allee 1
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Tel.: 06131-16-4673
Fax.: 06131-16-4080
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