Aus Gehlweiler wurde Schabbach

Kurz vor Drehbeginn hat Ministerpräsident Kurt Beck den Drehort der neuen Filmproduktion von Regisseur Edgar Reitz „Die andere Heimat" besucht. Aus Gehlweiler wurde wieder „Schabbach", das es bereits für die berühmte „Heimat"-Triologie gab.

Ministerpräsident Beck zeigte sich beeindruckt von der Filmkulisse für das neue Projekt von Edgar Reitz. Das Land würdigte das Werk des Regisseurs, der aus Morbach stammt, im Jahr 2004 mit der Carl-Zuckmayer-Medaille.

„Das ist für mich ein großer Moment", sagte der 79-jährige Reitz in Gehlweiler. Bis zum ersten Drehtag wisse man noch nicht, wie der Film rieche, wie er schmecke und wie er sich anfühle. Drehbeginn ist am Dienstag 17. April, bis Mitte August sollen alle Szenen im Kasten sein.

„Die andere Heimat" soll 2013 in die Kinos kommen. Bereits die berühmten „Heimat"-Filmtrilogie drehte Reitz in Gehlweiler. In diesem Epos schilderte er die Schicksale einer Familie aus dem fiktiven Hunsrückdorf Schabbach und spannte einen Bogen vom Jahr 1919 bis zur Jahrtausendwende. Die ersten Folgen wurden 1984 im Fernsehen ausgestrahlt, weitere 13 folgten 1992. Das dritte Werk „Heimat 3 - Chronik einer Zeitenwende" war 2004 zu sehen. „Die andere Heimat" spielt nun drei Generationen vor dem ersten Teil zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Erzählt wird die Geschichte zweier Brüder, einer will angesichts von Armut und Hungersnot nach Brasilien auswandern.

Für den Film wurden in Gehlweiler unter anderem Elektroleitungen abgebaut und der Asphaltbelag durch Schotter und Lehm ersetzt - mit der Zustimmung der Bevölkerung des 250-Einwohner-Ortes. Bei einer Bürgerversammlung hätten alle Anwesenden im Voraus zugestimmt, sagte Bürgermeister Kurt Assmann. „So etwas kommt ja auch die nächsten 100 Jahre nicht mehr nach Gehlweiler."