Martha-Saalfeld-Förderpreis geht an vier Schreibtalente

Kulturstaatssekretär Walter Schumacher hat heute in Landau die Schriftsteller Robin Baller (Mainz), Richard Weber (Mainz) und Rainer Wieczorek (Darmstadt) mit dem Martha-Saalfeld-Förderpreis des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Der Preis geht ferner an die Schriftstellerin Ramona Raabe (Berlin/Los Angeles), die aber an der Preisverleihung nicht selbst teilnehmen konnte. Das Preisgeld von insgesamt 10.000 Euro erhalten die vier Geehrten zu gleichen Teilen.

Der Literaturpreis, der nach der Pfälzer Lyrikerin und Romanautorin Martha Saalfeld benannt ist (geboren 1898 in Landau, gestorben 1976 in Bad Bergzabern), soll Autorinnen und Autoren helfen, ein noch nicht abgeschlossenes literarisches Projekt zu Ende zu führen. Das Land vergibt die Auszeichnung seit 1994. Rund 140 Bewerbungen waren in diesem Jahr eingegangen; gut 40 mehr als 2012.

„Der Martha-Saalfeld-Förderpreis gewinnt für Autorinnen und Autoren immer noch an Attraktivität hinzu - ablesbar an den steigenden Bewerberzahlen“, sagte Walter Schumacher bei einer gemeinsam mit der Stadt Landau ausgerichteten Feierstunde im Frank-Loebsches-Haus und lieferte dafür gleich ein gutes Argument. „Wir greifen Schriftstellerinnen und Schriftstellern in einer entscheidenden Arbeitsphase, die für viele finanziell nicht leicht zu bewältigen ist, unter die Arme. Der Preis, der sich an literarische Neulinge ebenso richtet wie an Autorinnen und Autoren, deren Texte bereits publiziert werden, bleibt damit ein wichtiges Element der rheinland-pfälzischen Literaturförderung.“

Oberbürgermeister Hans-Dieter Schlimmer freute sich, dass die Feierstunde auch in diesem Jahr wieder in Landau ausgerichtet wurde: „Die Verleihung des Preises in der Stadt der Dichterin ehrt uns und Martha Saalfeld. Er stellt ihr menschenfreundliches literarisches Werk immer wieder ebenso in den Mittelpunkt des kulturellen Interesses, wie er junge Schriftstellerinnen und Schriftsteller fördert, die sich ganz im Sinne Martha Saalfelds literarisch kritisch mit dem ‚Befund’ unserer Gesellschaft auseinandersetzen.“

Um den Martha-Saalfeld-Förderpreis 2013 konnten sich Autorinnen und Autoren bewerben, die in Rheinland-Pfalz geboren wurden, die hier leben oder die durch ihr literarisches Schaffen eng mit dem kulturellen Leben des Landes verbunden sind. Die Bewerberinnen und Bewerber mussten ein Exposé und einen Auszug aus ihrem Manuskript einreichen. Bewertet wurden sie von einer fachkundigen Jury. Dieser gehörten in diesem Jahr die Autorin und Martha-Saalfeld-Förderpreisträgerin des Jahres 2003 Monika Böss an. Sowie die Literaturwissenschaftlerin und Leiterin des Zentrums für Kultur- und Wissensdialog am Campus Landau der Universität Koblenz-Landau, Dr. Anja Ohmer, die Lektorin Petra Seitzmayer und der Literaturreferent des Landes, Michael Au.

Zu der Preisträgerin und den Preisträgern:

Die 21-jährige Ramona Raabe, aufgewachsen in Erpel am Rhein (Landkreis Neuwied), studiert an der Freien Universität Berlin und derzeit an der UCLA in Los Angeles Filmwissenschaft sowie Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft. Raabe erhält den Förderpreis für ihr Romanprojekt Perlmutt-Asche. Texte von ihr sind bislang in Zeitungen und Anthologien erschienen.

Robin Baller wurde vor 26 Jahren in Offenbach am Main geboren. Seit 2008 lebt er in Mainz, wo er derzeit Germanistik, Psychologie und Publizistik studiert. Ballers Interesse gilt neben der Schriftstellerei auch der Rap-, Pop- und Elektromusik. Seit einem Jahr engagiert er sich außerdem in der von ihm mitorganisierten Lesungsreihe Textbühne Mainz. Baller erhält den Förderpreis für die Arbeit an seinem Prosa-Text Bodmin Paris.

Richard Weber arbeitet als Choreograf für Oper, Operette, Musical und Schauspiel für das Staatstheater Mainz, für die Nibelungenfestspiele in Worms und andere Theater in Deutschland. Darüber hinaus vermittelt der 44-Jährige seine Kenntnisse als Dozent für Physiodrama im Rahmen zahlreicher Lehraufträge. Weber ist gebürtiger Wiener und lebt in Mainz. Den Förderpreis erhält er für sein Romanprojekt Schmetterlinge im Schrank – seine erste literarische Arbeit.

Auf zahlreiche, bereits mehrfach prämierte Veröffentlichungen kann Rainer Wieczorek verweisen. Der 57-jährige Schriftsteller verbrachte Teile seiner Kindheit in Bad Ems; heute lebt er mit seiner Familie in Darmstadt. Um den Martha-Saalfeld-Förderpreis hatte er sich mit einem Auszug aus seinem noch nicht fertiggestellten Werk Kreis und Quadrat – Eine Melancholie beworben.