Ministerpräsidentin Malu Dreyer verleiht höchste Auszeichnung des Landes

Zwölf verdiente Frauen und Männer wurden heute im Festsaal der Staatskanzlei von Ministerpräsidentin Malu Dreyer mit dem Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. „Sie alle leisten zum Teil seit Jahrzehnten Herausragendes. Sie tragen durch Ihr unermüdliches Handeln zu einer erfolgreichen Entwicklung unseres Landes bei. Zu einer Gesellschaft, in der die Menschen einander zugewandt sind, und zu dem Empfinden, dass Rheinland-Pfalz ein guter Ort zum Leben ist, eine Heimat mit Zukunft“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

„Wir stellen Menschen in den Mittelpunkt, die unser Land auf ihre ganz besondere Weise prägen und denen wir viel zu verdanken haben. Für Verdienste, die sie zum Teil bereits über Jahrzehnte erbringen“, so die Ministerpräsidentin. Es handele sich um Menschen, die allesamt beeindruckende Persönlichkeiten seien, die in vielen Bereichen ein enormes Engagement zeigten und die überall dort, wo sie sich engagieren, Herausragendes leisteten.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer: „Ihr Engagement ist mehr als jede Form von Pflichterfüllung. Es ist ein Anker in unserer sich so schnell verändernden Welt.“ Viele Menschen seien besorgt über die Folgen dieser Veränderungen. Beispielhaft nannte die Ministerpräsidentin die Globalisierung und die digitale Revolution. Ministerpräsidentin Malu Dreyer: „Aber bei allem Neuen wird sich eines nicht ändern: Die Menschen suchen und wünschen sich Halt und Orientierung. Wollen sich von Vorbildern inspirieren lassen.“
„Zwölf Persönlichkeiten mit herausragenden Verdiensten, das sind zwölf Vorbilder für uns alle. Dieses Zeichen setzen wir heute mit der Verleihung des Landesverdienstordens“, betonte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Der Landesverdienstorden wurde in diesem Jahr zum 33. Mal verliehen. Seine Schaffung hatte der Landtag durch Landesgesetz vom 2. Oktober 1981 beschlossen. Um die außergewöhnlich hohen Leistungen zu betonen, ist die Zahl der lebenden Ordensträgerinnen und -träger auf 800 begrenzt. Stellvertretend für alle Geehrten hielten die Eheleute Karin und Bertram Schmidt-Friderichs die Dankesrede. Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von der ZIRP-Stipendiatin Isabelle Müller (Harfe) und Till Plinkert (Trompete).

Die neuen Ordensträgerinnen und Ordensträger in alphabetischer Reihenfolge:

Dr. Monika Betz (Ludwigshafen) engagiert sich seit mehr als zehn Jahren im Vorstand der Stiftung „Natur und Umwelt“. Diese setzt sich für die nachhaltige Entwicklung und für den Erhalt einer abwechslungsreichen Kulturlandschaft in Rheinland-Pfalz ein. Bis zu ihrem Ruhestand 2012 war Dr. Monika Betz Leiterin der Abteilung „Umwelt und Genehmigungen“ der BASF in Ludwigshafen. Sie engagierte sich im „Fachbeirat Chemie“ und unterstützte weibliche Führungskräfte im Mentoring-Programm der Landesverwaltung.

Prof. Dr. Otto Böcher (Mainz) engagiert sich seit 1954 im Vorstand des Wormser Altertumsvereins. Seine Promotion über die Wormser Synagoge ist eine der Grundlagen für die Anmeldung der SchUM-Städte für das UNESCO-Welterbe. Bis zu seiner Emeritierung 2003 hatte er den Lehrstuhl für Neues Testament an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz inne.

Agnes Gräser (Trier) setzt sich seit vielen Jahren für von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder ein. Vor mehr als 20 Jahren hat sie den Trägerverein des heutigen Frauenhauses Trier mitgegründet. Sie war maßgeblich am Aufbau des rheinland-pfälzischen Interventionsnetzwerkes gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen (RIGG) beteiligt und engagiert sich für die Integration von Migrantinnen und Migranten.

Rudi Klug (Carlsberg) war 40 Jahre lang Leiter des Naturfreundehauses der Ortsgruppe Frankenthal, dem Rahnenhof in Hertlingshausen. Auch im Landes- und Bundesvorstand der Naturfreunde war er vertreten. Zusätzlich zeichnet sich Rudi Klug durch sein langjähriges kommunalpolitisches Engagement aus.

Elisabeth Lauter (Treis-Karden) engagiert sich seit mehr als 30 Jahren im Bereich der stationären Jugendhilfe. Im Jahr 1976 hatte sie mit dem Aufbau eines Heilpädagogischen Kinderheims in Oberotterbach begonnen, in dem erstmals in Rheinland-Pfalz auch psychisch erkrankte Kinder aufgenommen wurden. Seit 2005 ist sie Vorsitzende des Vereins für Psychoanalytische Sozialarbeit Rheinland-Pfalz.

Prof. Dr. Jörg Michaelis (Mainz) leitete das Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Unter seiner Federführung wurde das deutsche Kinderkrebsregister aufgebaut. Herr Prof. Dr. Michaelis war von 2001 bis 2007 Präsident der Johannes Gutenberg-Universität und hat sich dabei insbesondere für den Ausbau des Stiftungswesens eingesetzt.

Karin Mohr (Görlitz) setzt sich seit mehr als fünf Jahrzehnten beruflich und ehrenamtlich für die Gleichstellung von Frauen und Männern ein. Sie war 13 Jahre lang stellvertretende Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen. In verschiedenen Positionen bei der Gewerkschaft Ver.di arbeitete sie vor allem zu frauenpolitischen Themen.
Prof. Dr. Thomas Münzel (Mainz) hat sein berufliches und wissenschaftliches Leben der Erforschung der Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems gewidmet. Seit 2004 ist er Professor für Innere Medizin an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Direktor der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik. Seit 2007 ist er Initiator und Vorstandsmitglied der „Stiftung Mainzer Herz“, die sich öffentlichkeitswirksam für die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen einsetzt.

Karin Schmidt-Friderichs und Bertram Schmidt-Friderichs (Mainz) leiten gemeinsam den Verlag „Hermann Schmidt Mainz“. Der Verlag gibt aufwendig gestaltete Fachbücher zu Typografie, Grafikdesign und Kunst heraus und wurde dafür mehrfach national und international ausgezeichnet. Das Ehepaar steht für den bewussten Umgang mit Grafikdesign und visueller Kommunikation, vertritt dies in verschiedenen Gremien und gibt sein Wissen in Seminaren und Vorträgen weiter.

Dr. Dieter Wedel
(Hamburg) zählt zu den erfolgreichsten deutschen Filmemachern und Intendanten. Er wurde für sein umfangreiches Werk unter anderem mit der Goldenen Kamera, dem Grimme-Preis und dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Er gehört zum Initiatorenkreis der Nibelungenfestspiele in Worms und war von 2004 bis zum Sommer dieses Jahres deren Intendant.

Silvia Zöller (Gau-Weinheim) ist Agraringenieurin und arbeitet als Winzerin im eigenen Familienbetrieb. Seit vielen Jahren engagiert sie sich in der Landfrauenarbeit. Neben dem Vorsitz bei den Landfrauen in Gau-Weinheim hat sie den Vorsitz des Landfrauenverbandes Rheinhessen inne und ist Mitglied im Präsidium des Deutschen Landfrauenverbandes.