Beauftragte Monika Fuhr: Beschämender und trauriger Rekord

„Der erneute und massive bundesweite Anstieg antisemitischer Straftaten ist ein beschämender und trauriger Rekord“, kommentierte Monika Fuhr, Beauftragte für jüdisches Leben und Antisemitismusfragen in Rheinland-Pfalz, die heute vorgestellten bundesweiten Zahlen für die politisch motivierte Kriminalität.

Fuhr weiter: „Antisemitismus ist nicht verschwunden, sondern wird in den vergangenen Jahren unverhohlen und erschreckend sichtbarer. Gerade in der Corona-Pandemie beobachten wir, wie sich gefährliches antisemitisches Gedankengut mit Verschwörungsmythen vermischt und eine Bühne findet.

Die rheinland-pfälzische Landesregierung unternimmt größte Anstrengungen, um alle Formen des Antisemitismus zu bekämpfen, und sie setzt sich mit aller Kraft für ein sicheres und selbstbewusstes jüdisches Leben in unserem Land ein.“

„Entscheidend ist darüber hinaus auch eine Alltagskultur, die antisemitischen Ressentiments und Vorurteilen keinen Raum lässt. Hier steht jeder und jede in der Verantwortung, sich Judenhass klar entgegenzustellen. Der jüdischen Gemeinschaft hier die Heimat zu bewahren, ist ein bleibender Auftrag für uns alle. Antisemitismus darf einer freiheitlich-demokratischen Gesell­schaft nicht egal sein. Ihn zu bekämpfen heißt, die Werte zu verteidigen, die unserem friedvollen Zusammenleben und unserer Demokratie zugrunde liegen“, betonte Monika Fuhr.

Die heute vorgestellten bundesweiten Zahlen für die politisch motivierte Kriminalität zeigen erneut einen deutlichen Anstieg antisemitischer Straftaten. War bereits im Jahr 2020 der höchste Stand antisemitischer Straftaten seit zwei Jahrzehnten in Deutschland zu beobachten, so wurde diese Zahl im vergangenen Jahr erneut übertroffen. Gegenüber dem Vorjahr nahmen antisemitische Straften in 2021 um rund 29 Prozent zu (2020: 2.351, 2021: 3.027), rund 84 Prozent haben einen rechtsextremistischen Hintergrund.