Bundespräsident zeichnet Rheinland-Pfälzerinnen aus: Herausragendes Engagement für Inklusion und Frauenförderung

„Dr. Sabine Hartel-Schenk und Inge Henrich zeigen, wie viel gutes Engagement für Bildung bewegen kann. Mein persönlicher Dank und meine Anerkennung gelten diesen beeindruckenden Persönlichkeiten“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Sie freue sich sehr, dass die beiden Mainzerinnen vom Bundespräsidenten mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet würden und so noch mehr Menschen von ihrer Arbeit erführen. Dr. Sabine Hartel-Schenk wird für die Förderung von Frauen in der Wissenschaft, Inge Henrich für ihren Einsatz für Menschen mit Trisomie 21 (so genanntes Down Syndrom) geehrt.

Zum Tag des Ehrenamts am kommenden Mittwoch verleiht Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an 13 Frauen und 11 Männer. Unter dem Motto „Engagement bildet“ honoriert die Auszeichnung in diesem Jahr herausragenden Einsatz in verschiedenen Bereichen der Bildungsarbeit.

Dr. Sabine Hartel-Schenk leistet einen maßgeblichen Beitrag für mehr Frauen in naturwissenschaftlichen und technischen Fächern. Sie ermutigt Schülerinnen zu technisch-naturwissenschaftlichen Berufswegen, unterstützt und vernetzt junge Frauen in Ausbildung sowie Studium und bestärkt Frauen beim beruflichen Wiedereinstieg. Seit über 20 Jahren engagiert sich Dr. Hartel-Schenk neben ihrer beruflichen Tätigkeit an der Universität Mainz ehrenamtlich im Deutschen Akademikerinnen Bund e.V. (DAB), ganz besonders als Leiterin des Arbeitskreises „Frauen in Wissenschaft und Technik“ von 2002 bis 2017. Fast ebenso lange ist sie schon im bundesweiten Ingenieurinnennetzwerk aktiv, um Aktivitäten anzustoßen, Organisationen zu vernetzen und Synergien zu nutzen. Sie fördert Mentoring-Programme und ist selbst seit zwölf Jahren als Mentorin für Studentinnen und Promovendinnen aktiv, die sie in Einzelberatungen auf ihrem Karriereweg stärkt.

„Leben wie alle – mittendrin von Anfang an“, das ist die Leitlinie der Landesregierung und der folgt auch die Praxis für Entwicklungspädagogik (PEp) in Mainz. Sie hat sich als Förder- und Kompetenzzentrum für Kinder und Jugendliche mit Trisomie 21 über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht. Inge Henrich und ihr Team arbeiten unter hohem persönlichen Einsatz seit 2001 daran, Vorschul- und Schulkinder sowie Jugendliche mit kognitiven Entwicklungsbesonderheiten fit für den Kindergartenalltag zu machen und den Schulbesuch zu unterstützen. Außerdem helfen sie jungen arbeitssuchenden Erwachsenen beim Übergang von der Schule zum Arbeitsmarkt. Das PEp ist mittlerweile auch eine wichtige Begegnungs- und Beratungsstelle für die Eltern geworden, was Inge Henrich und ihr Team mit regelmäßigen Elternabenden und Fortbildungen auch für andere Fachinteressierte fördert.

Inge Henrich berät Schulen beim Gelingen der schulischen Inklusion und ist im Vorstand des Mainzer Vereins „gemeinsam leben – gemeinsam lernen“ aktiv, der sich für ein gemeinsames Leben von Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen einsetzt. Sie setzt sich auf allen Ebenen aktiv für eine Teilhabe von Menschen mit Trisomie 21 am Arbeitsleben ein und leistet hier Pionierarbeit. Zusätzlich engagiert sie sich ehrenamtlich in der Sprachförderung von Geflüchteten.