Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Nachhaltigkeit geht nur mit allen

Dass die grüne Transformation nur im gemeinsamen Handeln von Kommunen, Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft zu erreichen ist, machte die heutige Abendveranstaltung „Nachhaltigkeit mit allen“ im Rahmen des ZIRP-Erlebnisses 2022 deutlich. „Die ökologische Modernisierung von Wirtschaft und Gesellschaft mit dem Ziel der Klimaneutralität, der Biodiversität, der Ressourceneffizienz und des Umweltschutzes ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“ Dies unterstrich Ministerpräsidentin Malu Dreyer, stellvertretende Vorsitzende der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz: „Alle Menschen müssen Nachhaltigkeit leben können, Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit müssen Hand in Hand gehen.“

Die Ministerpräsidentin diskutierte bei der Soirée des Nachhaltigkeitskongresses der ZIRP mit Professorin Maren Urner, Neurowissenschaftlerin und Bestseller-Autorin, und mit Students-for-Future-Aktivistin Inga Thao My Bui über Wege, wie Nachhaltigkeit durch Vereine, Kommunen und Zivilgesellschaft gefördert und gelebt werden kann.

In ihrer Eröffnungsrede betonte die Ministerpräsidentin die Rolle der Gesellschaft beim Erreichen der rheinland-pfälzischen Klimaschutzziele. Vor allem die Extremwetterereignisse im Ahrtal und der Eifel 2021 hätten gezeigt, dass die Begrenzung der Klimaerwärmung auf unter zwei Grad existenziell wichtig ist. „Mit dem Wiederaufbau will die Bevölkerung jetzt die Chance nutzen, in ihrer Region nach neuen, klimafreundlichen Lösungen zu streben. Das ist genau die richtige Herangehensweise der Zivilbevölkerung, der Eigentümer und der kommunalen Politik. Das Ahrtal ist damit auch ein gutes Beispiel, wie eine grüne Transformation mit allen gestaltet werden kann“.

Rheinland-Pfalz gehe seit vielen Jahren konsequent den Weg der dezentralen Energiewende. „Die Kommunen nehmen beim Erreichen von Klimaneutralität eine wesentliche Rolle ein, hier wird Nachhaltigkeit vor Ort und mit Partizipation der Bürger und Bürgerinnen gelebt.“ Die Landesregierung werde ihre Unterstützung für die Kommunen mit dem Kommunalen Klimapakt sowie dem Kommunaldialog nachhaltige Entwicklung verstärken. Die Klimawende als eines der Schwerpunktprojekte der Landesregierung bedeute für die Landesregierung, dass Rheinland-Pfalz im Zeitkorridor zwischen 2035 und 2040 klimaneutral werde. Die Landesverwaltung soll dies bis 2030 erreichen.

Die Ministerpräsidentin würdigte auch das Engagement der Zivilgesellschaft für Nachhaltigkeit in Rheinland-Pfalz, die damit auch globale Verantwortung zeige. So stehe die Partnerschaft mit Ruanda seit nunmehr 40 Jahren mit einer bürgernahen Entwicklungszusammenarbeit auch für die nachhaltige politische Kultur des Landes. „Nachhaltigkeit ist ohne breite zivilgesellschaftliche Zustimmung und Mitwirkung nicht möglich. Tatsächlich geht vieles von der Gesellschaft aus – Nachhaltigkeit ist keine top-down-Vorgabe. Das zeigen auch Initiativen wie Students for Future und Fridays for Future.“

In ihrer Keynote sprach Professorin Maren Urner über lösungsorientiertes Denken und erfolgreiche Klimakommunikation. Ihr Fazit aus Wissenschaft und journalistischer Erfahrung: „Warum sprechen wir stets von Nachhaltigkeit, aber handeln genau gegenteilig?  Der Grund liegt in unserem Kopf! Wir müssen unser Steinzeithirn besser verstehen, um endlich ehrlich nachhaltig zu leben“.

Die anschließende Diskussion von Ministerpräsidentin Malu Dreyer mit Professorin Urner und der Students-for-Future-Aktivistin Inga Thao My Bui wurde ergänzt durch drei Interventionen beispielhafter Initiativen aus Rheinland-Pfalz und Deutschland. Dr. Friedericke Weber, Leiterin des UNESCO Biosphärenreservats Pfälzerwald, stellte Beteiligungsprozesse in Kommunen und Regionen ins Zentrum. Barbara Mittler, Geschäftsführerin von ELAN e.V., blickte auf die globalen Auswirkungen des Klimawandels und plädierte für ein aktives Einbinden von Entwicklungsprojekten in die grüne Transformation. Felix Rodenjohann, Gründer der kommunalen Energieberatung ansvar2030, zeigte Wege auf, wie Kommunen und Regionen erneuerbare Energien für sich nutzen können, um sich von fossilen Energieträgern zu lösen und den lokalen Klimaschutz zu stärken.

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