Premiere des Dokumentarfilms „Frau Vater – Die Geschichte der Maria Einsmann“ – Kulturstiftung förderte Produktion mit 13.000 Euro

Die Mainzerin Maria Einsmann hatte 1919 die Idee, als Mann zu arbeiten, um ihre Familie zu ernähren. Der Dokumentarfilm von Barbara Trottnow erzählt die Geschichte einer außergewöhnlichen Frau, die Männerkleider anzog, um Arbeit zu finden. Zwölf Jahre von 1919 bis 1931 lang fiel niemanden auf, dass der fürsorgliche Familienvater Joseph Einsmann in Wahrheit eine Frau war und Maria hieß. Die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur förderte die anspruchsvolle Filmproduktion mit 13.000 Euro, die zum diesjährigen Equal Pay Day am 10. März ihren Filmstart als Video on Demand feiert.

„Der Dokumentarfilm erzählt eine beeindruckende Geschichte, die nochmals ein ganz anderes Augenmerk auf ein historisches Thema wirft, das noch heute eine große Aktualität besitzt. Auch 2021 bestehen noch immer ungleiche Entlohnungen zwischen den Geschlechtern. Der Equal Pay Day markiert symbolisch den geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied, der aktuell in Deutschland 19 Prozent beträgt“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Kulturstiftung, Ministerpräsidentin Malu Dreyer. „Gern haben wir als Kulturstiftung die Produktion des Films unterstützt, um die aktuelle gesellschaftliche Debatte mit einem filmischen Beitrag zu bereichern.“

Der Film berichtet über das historische Schicksal von Maria Einsmann und ihrer Familie. Als Frau konnte sie nach dem 1. Weltkrieg keine Arbeit finden, die eine ausreichende Entlohnung ermöglicht hätte, um sie und ihre Familie zu ernähren. Mit ihrer Freundin Helene Müller gab Maria Einsmann sich als Ehepaar aus und übernahm für deren Kinder auch die Vaterrolle. Nach der Enttarnung 1931 wurden die beiden Frauen wegen „Kindesunterschiebung“ angeklagt. Gleichzeitig wurde ihnen öffentlich überwiegend mit Hochachtung begegnet. Beinahe weltweit berichteten die Zeitungen darüber.

Die Filmemacherin Barbara Trottnow, die im rheinhessischen Klein-Winternheim lebt, hat die außergewöhnliche Geschichte 1995 schon einmal mit einer Schauspielerin nacherzählt. Jetzt ergänzt sie die damals gedrehten Szenen mit Aussagen von Zeitzeuginnen, die Maria Einsmann gekannt haben.

Der Film kann ab dem 10. März privat online als Video on Demand gesehen werden. Mehr Informationen unter vimeo.com/ondemand/frauvater.

Die Stiftung Rheinland-Pfalz wurde 1991 von der damaligen Landesregierung zur Förderung von Kunst und Kultur gegründet. Sie beteiligt sich an der Finanzierung besonderer Kulturprojekte und der institutionellen Förderung, veranstaltet den Kultursommer Rheinland-Pfalz, unterhält ein Künstlerhaus und vergibt Stipendien an junge Schriftstellerinnen und Schriftsteller sowie bildende Künstlerinnen und Künstler. „Für die Förderung der Kultur in Rheinland-Pfalz ist die Kulturstiftung ein wichtiger und unersetzlicher Partner“, beschreibt der Vorsitzende des Stiftungskuratoriums, Kulturminister Konrad Wolf, die Aufgabe der Stiftung. Weitere Informationen zur Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur gibt es unter www.kulturstiftung-rlp.de.