Wirtschaft und Politik im Schulterschluss

„Der enge Austausch zwischen Wirtschaft und Politik war nie so wichtig wie heute. Die Sicherung einer stabilen Energieversorgung ist aktuell das drängendste Thema und zwar für Privathaushalte genauso wie für Unternehmen. Die Landesregierung tut alles, um auf die unterschiedlichen Szenarien vorbereitet zu sein“, betonte Ministerpräsidentin Malu Dreyer anlässlich des Sommerfestes der IHK Trier.

Nach der Corona-Pandemie habe sich die Wirtschaft gerade wieder erholt, viele Unternehmen verzeichnen wieder Gewinne und tätigen Investitionen. Kreativität und Gründergeist zeigten eine beeindruckende Dynamik. Rheinland-Pfalz gehört zur den weltweit führenden Pharma-Standorten. Hier werden zukunftsweisende Technologien entwickelt und Maßstäbe gesetzt.

Als Land mit starker und international wettbewerbsfähiger Industrie sei Rheinland-Pfalz aber auch in besonderem Maße von der derzeitigen Situation einer drohenden Gasmangellage betroffen, sowohl kleine und mittelständische Unternehmen als auch große Global Player. Deshalb stehe die Landesregierung im permanenten engen Austausch mit der Bundesregierung und der Bundesnetzagentur einerseits und mit den Kommunen, Unternehmen, Gewerkschaften und Sozialverbänden andererseits.

„Gerade jetzt sind die Solidarität und das Gemeinschaftsgefühl, das Rheinland-Pfalz so auszeichnet, besonders wichtig. Wir alle sind aufgerufen, mitzumachen und beizutragen, die möglicherweise auf uns zukommenden Schwierigkeiten bestmöglich abzufedern. Das geht in erster Linie mit Einsparen von Energie überall dort, wo es machbar ist. Gleichzeitig müssen wir mit großem Tempo den Ausbau der erneuerbaren Energien vorantreiben“, so die Ministerpräsidentin.

Daneben stehe der Fachkräftemangel ganz oben auf der Agenda. Die Ministerpräsidentin verwies in diesem Zusammenhang auf die gestern vom Ovalen Tisch verabschiedete neue Fachkräftestrategie: „Es ist eine hervorragende Situation für gut ausgebildete Fachkräfte, dass es derzeit ein so großes Angebot an großartigen Jobs mit tollen Perspektiven gibt. Wir wollen noch deutlicher machen, dass Rheinland-Pfalz ein Bundesland ist, in dem es sehr gute Perspektiven gibt. Gleichzeitig wollen wir Hürden weiter abbauen, aus dem Ausland zu uns zu kommen.“ Für Rheinland-Pfalz gehöre auf Grund seiner geografischen Lage im Herzen Europas und der engen Nachbarschaft mit mehreren europäischen Ländern das enge Miteinander an offenen Grenzen und mit freiem Warenverkehr fest zu seinem Selbstverständnis.

Die IHK und die Unternehmen in der Region Trier seien ein starker Treiber bei der Umsetzung der Transformation in Wirtschafts- und Arbeitswelt. Die Digitalisierung eröffne den Unternehmen großartige Möglichkeiten, Prozesse zu vereinfachen, Verfahren zu verbessern und auch Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen einen Mehrwert bei der Gestaltung und Verwirklichung ihrer Ideen, aber auch bei der Organisation ihres Arbeitsalltags zu schaffen. Dabei sei es wichtig, dass die Sozialpartner Hand in Hand arbeiteten.

„Ganz besonders hervorheben möchte ich das Engagement der IHK Trier mit dem Gründerinnenpreis 2022. Gerade bei einem so großen Bedarf an Fachkräften und klugen Köpfen gibt es bei den Frauen noch ein sehr großes Potential, welches wir an allen Stellen weiter fördern und voranbringen müssen. Ich hoffe, dass wir möglichst viele Frauen erreichen und gewinnen können, um sich hier in der Region Trier und im Land Rheinland-Pfalz einzubringen“, betonte die Ministerpräsidentin.