Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Brauchen Stimme der Christen und Christinnen für ein weltoffenes Europa

„Dass wir in Frieden und Wohlstand in einem geeinten Europa leben, ist alles andere als selbstverständlich. Die Wahlen zum Europäischen Parlament in diesem Jahr sind eine Schicksalswahl für unseren Kontinent. Es geht darum zu entscheiden, ob wir weiter den Weg eines geeinten Europas gehen oder ob Nationalisten und Populisten mit ihrem Kurs der Abschottung über die weitere Entwicklung der europäischen Gemeinschaft bestimmen“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer auf der Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) in Mainz.

Sie dankte dem ZdK dafür, dass die Zukunft Europas als ein zentrales Thema der Vollversammlung gewählt wurde und betonte die Wichtigkeit, als Demokraten und Christen für Europa einzustehen. „Wir brauchen die Stimme der Christen und Christinnen für ein starkes und freies, für ein demokratisches und weltoffenes Europa. Die Botschaft dieser Vollversammlung ist, dass in den Diözesen, in den Verbänden und überall ganz viele Christen und Christinnen für ein freies, demokratisches und solidarisches Europa eintreten“, so die Ministerpräsidentin. 

Zwar sei die Zustimmung zu Europa auf einem Höchststand, jedoch sei es in Zeiten des Brexits notwendig, als Demokraten und Christen die demokratische Idee wieder so zu vermitteln, dass sie begeistert. „Mir persönlich ist es ein besonderes Anliegen, junge Menschen für Europa zu begeistern. Für ein geeintes Europa zu werben heißt, den Menschen klarzumachen, dass es einen Unterschied macht hin zu mehr Gerechtigkeit“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Die Idee von Europa als einem großen Friedensprojekt habe in der Gegenwart nichts von ihrer Aktualität verloren. „Unsere Werte sind eine Selbstverpflichtung zu Solidarität und Mitmenschlichkeit.“

Zugleich machte die Ministerpräsidentin deutlich, dass man Mut und Entschlossenheit brauche, um die Strukturen der EU so weiterzuentwickeln, dass die Menschen das Vertrauen in die Prozesse der Europäischen Union zurückgewinnen. Wie schwer es sei, den hohen Ansprüchen zu genügen, zeige sich an keiner Stelle so deutlich wie beim Umgang mit Flüchtlingen. „Die Tatsache, dass 2018 im zentralen Mittelmeer im Schnitt jeden Tag sechs Menschen beim Versuch, Europa zu erreichen, ertrunken sind, ist unerträglich. Es muss unbedingt gelingen, zu einem solidarischen und vor allem humanitären gemeinsamen Asylsystem zu gelangen.“

 Die Ministerpräsidentin wies außerdem auf die Herausforderungen hin, vor denen Europa stehe: „Friedensicherung, Klimawandel, Armutsbekämpfung, Migration, eine gerechte Weltwirtschaftsordnung“ – bei all diesen weltweiten Herausforderungen werden die Europäischen Staaten nur dann ein gewichtiges Wort mitreden können, wenn sie es mit gemeinsamer Stimme tun.“ Dies könne man nur mit einem solidarischen und geeinten Europa bewältigen. „Ich will unseren Enkeln ein Europa hinterlassen, das Frieden und Freiheit bewahrt, das soziale Gerechtigkeit anstrebt und wirtschaftlichen Erfolg ebenso bietet, wie lebenswerte Umweltbedingungen“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer. „Lassen Sie uns weiter intensiv für ein geeintes Europa werben“, appellierte die Ministerpräsidentin an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Versammlung.