Ministerrat und Boehringer Ingelheim: Forschende Pharmaindustrie stärkt den Standort Rheinland-Pfalz

Die Landesregierung und die Unternehmensleitung und Geschäftsführung von Boehringer Ingelheim haben die Bedeutung der forschenden Pharmaindustrie für Rheinland-Pfalz betont. „Mit laufenden Investitionen in Millionenhöhe stärkt Boehringer den Standort Ingelheim. Zudem bietet das Unternehmen jungen Menschen in der Region mit 17 Ausbildungsberufen und acht dualen Studiengängen ein breites Spektrum an Entwicklungsmöglichkeiten“, erklärten Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing und Umweltministerin Ulrike Höfken im Anschluss an ein gemeinsames Gespräch des Ministerrats mit Unternehmensleitung und Geschäftsführung des Unternehmens. „Der regelmäßige Austausch zwischen Politik und Wirtschaft ist wichtig.

Er dient dem gegenseitigen Verständnis über Entscheidungen und Rahmenbedingungen. Uns eint das Interesse an einer belastbaren Zukunftsperspektive für Deutschland und Europa, um beides dauerhaft wettbewerbsfähig zu halten: Planbar für Unternehmen und dadurch mit sicheren Arbeitsplätzen für die Mitarbeiter“, betonte Hubertus von Baumbach, Vorsitzender der Unternehmensleitung von Boehringer Ingelheim

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Themen Innovation, Internationalisierung und Wettbewerbsfähigkeit im nationalen und europäischen Kontext. Entscheidend dafür sei auch die Sicherung des Bedarfs an Fachkräften, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Die Landesregierung habe daher zusammen mit den Partnern des Ovalen Tischs eine Fachkräftestrategie für Rheinland-Pfalz erarbeitet, die in dieser Legislaturperiode fortgeführt werde. Boehringer Ingelheim sei in vielen Bereichen der Fachkräftegewinnung vorbildlich, lobte die Ministerpräsidentin: „Das Unternehmen mit einer sehr gut funktionierenden Sozialpartnerschaft bietet seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern attraktive lebensphasenorientierte Rahmenbedingungen, so dass sie sich voll einbringen und ihre persönlichen Pläne flexibel gestalten können. Für dieses besondere Engagement wurde Boehringer Ingelheim mehrmals als vorbildlicher Arbeitgeber ausgezeichnet.“ Auch im MINT-Bereich nehme Boehringer Ingelheim in der Region eine strategische Rolle ein. In dem im vergangenen Jahr gestarteten MINT-Förderwettbewerb des Landes engagiere sich das Unternehmen gemeinsam mit weiteren Partnern aus Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft.

Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing wies bei der gemeinsamen Sitzung auf das hohe Potenzial der Gesundheitswirtschaft auch im Exportbereich hin. „Moderne Medizin- und Gesundheitsprodukte sind international gefragte Güter. Mit steigendem Einkommen steigt auch die Nachfrage nach einer guten medizinischen Versorgung und Präventionsangeboten“, sagte Wissing. Der Minister hob in diesem Zusammenhang die Zusammenarbeit von Boehringer Ingelheim und der Initiative Gesundheitswirtschaft hervor. Mit der „Stroke Angels Plattform“ wurde ein Modell für eine hochwertige Schlaganfallversorgung entwickelt. Kooperationsvereinbarungen zur Schlaganfallversorgung mit Regierungsstellen im Oman und in Dubai zeigten, dass durch das Zusammenwirken von Medizin, Wirtschaft und Politik anspruchsvolle Lösungen in der Gesundheitsversorgung länderübergreifend umgesetzt werden könnten.

Energie- und Umweltministerin Ulrike Höfken dankte der Geschäftsführung von Boehringer Ingelheim für ihre klimaschonenden Aktivitäten. Das Unternehmen betreibt am Standort Ingelheim bisher ein Altholzkraftwerk und plant, dieses durch ein hocheffizientes Erdgas-Kraftwerk zu ersetzen.  „Gerade energieintensive Unternehmen können mit selbst erzeugtem und vor Ort verbrauchtem Strom einen wirkungsvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Dafür muss die Bundesregierung jedoch dringend die Rahmenbedingungen zur Eigenstromerzeugung verbessern und den Unternehmen Planungssicherheit geben. Wir setzen uns seit Jahren beim Bund und der EU dafür ein, dass sowohl neue als auch bestehende Anlagen, die Strom aus Erneuerbaren Energien oder mittels hocheffizienter Erdgas-Kraft-Wärme-Kopplung vor Ort erzeugen, von der EEG-Umlage befreit werden“, erklärte Höfken. Industrielle Eigenstromerzeugung spiele in Rheinland-Pfalz eine bedeutende Rolle – diese gelte es weiter zu unterstützen. Der Anteil des Eigenstroms betrage rund 40 Prozent der Gesamtstromerzeugung des Landes, so die Ministerin.

Ein weiteres Thema des Gesprächs war die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Höfken betonte: „Familienfreundlichkeit ist ein Standortvorteil für Kommunen und Betriebe, wie Boehringer Ingelheim etwa mit flexiblen Arbeitszeiten zeigt. Wer sich gegenwärtig als familienfreundlicher Arbeitgeber oder Arbeitgeberin und als familienfreundliche Kommune positioniert, wird sich klare Wettbewerbsvorteile für morgen sichern und den demografischen Wandel besser gestalten können.“