Ministerpräsidentin Malu Dreyer und der Großherzog von Luxemburg gedenken gemeinsam der Opfer des KZ-Hinzert

„Die Erinnerung an die schrecklichen Verbrechen des Nazi-Regimes und das Leiden der Opfer dürfen niemals aufhören. Gedenkkultur fordert Zivilcourage, auf der Straße ebenso wie im Netz. Jeder und jede trägt Verantwortung, dass menschenfeindliches Gedankengut keinen Nährboden findet“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei der zentralen Gedenkveranstaltung an der Gedenkstätte des SS-Sonderlagers/KZ Hinzert, zu der sie gemeinsam mit dem Luxemburgischen Premierminister Xavier Bettel eingeladen hatte. Im Mittelpunkt des Gedenkens stand das grausame Verbrechen an 23 luxemburgischen Widerstandskämpfern, die 1944 auf Anordnung aus Berlin im nahen Wald ermordet wurden. Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung legten die Ministerpräsidentin und Seine Königliche Hoheit, der Großherzog von Luxemburg, am Wercollier-Denkmal der Gedenkstätte Kränze nieder.

„Rund 10.000 Häftlinge mussten in Hinzert unter dem Terror der SS leiden, 321 Menschen haben das Lager nicht überlebt. Unter den Häftlingen waren viele Luxemburger, rund 1.600 waren in Hinzert interniert. Für viele von ihnen war das Lager die erste grauenvolle Station auf dem Leidensweg durch Konzentrations- und Vernichtungslager wie Dachau oder Buchwald“, sagte die Ministerpräsidentin. Das Lager sei damit ein Ort, an dem die deutsche und luxemburgische Geschichte auf schreckliche Weise eng miteinander verbunden sei.

„Für mich, für alle Nachgeborenen in Deutschland erwächst aus der Schuld von gestern eine ganz besondere Verantwortung für heute und morgen. Wir schulden nicht nur den Opfern unser ehrendes Gedenken, sondern wir müssen auch die Lehren aus der Vergangenheit ziehen“, betonte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Hierfür leiste der „Förderverein Dokumentations- und Begegnungsstätte ehemaliges KZ Hinzert e.V." seit seiner Gründung im Jahr 1989 einen großen Beitrag. Die Ministerpräsidentin dankte Dieter Burgard als Vorsitzenden des Vereins stellvertretend für alle seine Mitstreiter und Mitstreiterinnen. „Danken möchte ich auch Anny Brück, der Präsidentin der „Amicale des Anciens de Hinzert“, und der Landeszentrale für politische Bildung für ihr Engagement in und für Hinzert sowie dem rheinland-pfälzischen Landtag, der 2002 einstimmig den Beschluss fasste, ein Dokumentations- und Begegnungshaus neben der Gedenkstätte zu errichten“, so die Ministerpräsidentin.  

Notwendig sei ein aufrichtiger Umgang mit der Vergangenheit, der nichts verschweige und beschönige. „Das sage ich allen, die die NS-Vergangenheit kleinreden oder einen Schlussstrich ziehen wollen. Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Toleranz, Menschenwürde und die europäische Einigung sind großartige Errungenschaften, für die sich jede Generation aufs Neue einsetzen muss“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Deshalb seien Jugendbegegnungen so wichtig und notwendig. Sie dankte den Schülern und Schülerinnen des Lycée de Garçons Etsch sur Alzette und der IGS Hermeskeil für ihre Teilnahme an der deutsch-luxemburgischen Jugendbegegnung. Die Jugendlichen waren unter den 330 Gästen und gestalteten das Programm der Gedenkveranstaltung mit. Ministerpräsidentin Malu Dreyer: „Lassen Sie uns weiter vereint das friedliche und demokratische Europa bauen und uns mit Dankbarkeit an jene Deutsche und Luxemburger und Luxemburgerinnen erinnern, die schon früh nach der Katastrophe des Zweiten Weltkrieges aufeinander zugingen.“