Ermittlungsverfahren gegen die Verantwortlichen eines Onlineshops für Mobiltelefone

Staatsanwaltschaft Trier erhebt Anklage wegen gemeinschaftlichen gewerbsmäßigen Betruges

 

(Folgemitteilung im Anschluss an die Pressemitteilung vom 15.02.2018)

Die Staatsanwaltschaft Trier hat gegen den 68-jährigen Geschäftsführer eines in der Region Hermeskeil tätigen Unternehmens, das im Internet mit mobilen Endgeräten, insbesondere Smartphones und Tablets handelte, Anklage wegen gewerbsmäßigen Betruges zur Großen Strafkammer des Landgerichts Trier erhoben. 

Dem Angeschuldigten wird vorgeworfen, als Inhaber des zuletzt aus einer deutschen und einer luxemburgischen Firma bestehenden Unternehmens, Smartphones und Tablets über die Internetplattformen Ebay und Amazon sowie über eine eigene Homepage zum Kauf angeboten zu haben. Nach dem Ergebnis der durchgeführten Ermittlungen bestellte eine Vielzahl von Kunden die im Internet angebotenen Geräte und bezahlte den Kaufpreis per Vorkasse; die Geräte wurden jedoch nicht geliefert.

Die Staatsanwaltschaft hält es aufgrund der im Rahmen der Ermittlungen gewonnenen Erkenntnisse für hinreichend wahrscheinlich, dass Grund für jenes Geschäftsgebaren wirtschaftliche Schwierigkeiten des Unternehmens waren, die zur Folge hatten, dass Warenlieferungen ausblieben. Dem Angeschuldigten wird angelastet, gleichwohl weiterhin Smartphones angeboten und verkauft zu haben, ohne diese liefern zu können.

Neben dem 68-jährigen Geschäftsführer sind auch sein Sohn und dessen Ehefrau angeklagt. Ihnen wird Mittäterschaft vorgeworfen. Sie sollen in Kenntnis der Umstände maßgeblich an der Geschäftstätigkeit des Unternehmens beteiligt gewesen sein und unter anderem im Bereich des Verkaufs und des Zahlungsverkehrs bzw. der Buchhaltung und des Umgang mit den Kunden und deren Beschwerden tätig gewesen sein. 

Gegenstand der Anklage sind insgesamt 646 Fälle, in denen Kunden trotz Zahlung des Kaufpreises die bestellten Geräte nicht geliefert wurden. Lediglich in wenigen Fällen kam es – zum Teil mit erheblicher Verzögerung – zu einer Rückerstattung des Kaufpreises. Im Großteil der angeklagten Fälle entstand den Kunden jeweils ein Vermögensschaden in Höhe des entrichteten Kaufpreises. Die Gesamtschadenssumme beläuft sich auf zirka 280.000 Euro.

Der 68-jährige Geschäftsführer des Unternehmens befindet sich seit seiner am 14.02.2018 erfolgten Festnahme in Untersuchungshaft aufgrund eines Haftbefehls des Ermittlungsrichters des Amtsgerichts Trier. Das Landgericht Trier hat nunmehr über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens zu entscheiden. Ein Termin zur Hauptverhandlung ist noch nicht bestimmt.

gez. ( Fritzen )
Leitender Oberstaatsanwalt