| Zum Tod von Marlies Krämer

Rheinland-Pfalz trauert um Marlies Krämer – Wegbereiterin der Gleichstellung verstorben

Die Landesregierung Rheinland-Pfalz nimmt Anteil am Tod von Marlies Krämer. Die Feministin, Autorin und langjährige Kommunalpolitikerin ist Anfang Februar im Alter von 88 Jahren verstorben. Ministerpräsident Alexander Schweitzer betonte: „Marlies Krämer hat eindrucksvoll gezeigt, dass gerechte Sprache und gleiche Rechte untrennbar zusammengehören. Ihr Mut und ihre Beharrlichkeit verpflichten uns, die Sichtbarkeit und Teilhabe von Frauen in allen Lebensbereichen weiter zu stärken.“ Für ihr umfassendes Wirken verlieh ihr die damalige Ministerpräsidentin Malu Dreyer am Internationalen Frauentag 2020 den Marie Juchacz-Frauenpreis, mit dem das Land Persönlichkeiten ehrt, die sich in besonderer Weise für die Gleichstellung einsetzen.
20.02.2018, Baden-Württemberg, Karlsruhe: Marlies Krämer wartet im Bundesgerichtshof (BGH) auf den Beginn ihrer Verhandlung. Die Rentnerin klagt vor dem BGH, dass Sparkassen auf ihren Formularen auch die weibliche Form von Kontoinhaber, also Kontoinhaberin, nennen müssen. Foto: Uli Deck/dpa ++ +++ dpa-Bildfunk +++

Marlies Krämer prägte bundesweit die Debatte über Gleichstellung. Sie setzte unter anderem durch, dass seit Mitte der neunziger Jahre die weibliche Form „Inhaberin“ in deutschen Ausweisdokumenten verankert ist und Hoch- sowie Tiefdruckgebiete seit 1999 abwechselnd weibliche und männliche Namen tragen. Auch durch ihre juristische Auseinandersetzung um geschlechtergerechte Formulare bei Sparkassen machte sie die Bedeutung einer diskriminierungsfreien Sprache öffentlich sichtbar.

Über ihr sprachpolitisches Engagement hinaus trat Krämer zeitlebens für demokratische Teilhabe, soziale Gerechtigkeit und Frieden ein. Sie ermutigte Generationen von Frauen, ihre Rechte einzufordern, und brachte gleichstellungspolitische Anliegen in kommunale Gremien ebenso ein wie in bundesweite Diskurse.

„Die Landesregierung Rheinland-Pfalz wird Marlies Krämer nicht vergessen; ihr mutiger Einsatz bleibt Ansporn, die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft entschlossen voranzutreiben“, so der Ministerpräsident.

Teilen

Zurück