Angesichts der Tatsache, dass 10 Prozent der Arbeitslosen Jugendliche sind, betonte Ministerpräsident Alexander Schweitzer die Bedeutung der aktiven Jugendarbeitsmarktpolitik der Landesregierung. „Vor allem um die benachteiligten Jugendlichen, die teilweise mehrere Vermittlungshemmnisse haben, müssen wir uns gezielt kümmern und sie beim Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf unterstützen“, erläuterte Ministerpräsident Alexander Schweitzer.
Arbeitsministerin Dörte Schall wies in diesem Zusammenhang auf die wichtige Rolle der Jugendberufsagenturen hin. Jugendberufsagenturen haben sich in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Beratungs- und Begleitungsinstrument entwickelt, damit der Übergang von der Schule in den Beruf erfolgreich verläuft.
„Um die jungen Menschen noch besser zu unterstützen, haben wir in enger Abstimmung mit der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit und den Jobcentern den ESF+-Förderansatz ‚Jugendberufsagenturen Plus‘ entwickelt. Damit finanzieren wir in den Jugendberufsagenturen zwei zusätzliche Stellen, die die Arbeit vor Ort entscheidend stärken“, sagte die Arbeitsministerin.
Schall erläuterte, dass es sich dabei zum einen um regionale Koordinierungsstellen handelt, die die Zusammenarbeit von Arbeitsagenturen, Jobcentern und Jugendhilfe systematisch verbessern. „Nur wenn alle Beteiligten abgestimmt handeln, gelingt für junge Menschen eine echte Unterstützung aus einer Hand“, so die Ministerin.
Zum anderen ermöglicht die Förderung den Einsatz aufsuchender Fachkräfte, die insbesondere solche Jugendlichen ansprechen, die von bestehenden Hilfesystemen kaum noch erreicht werden. „Gerade entkoppelte junge Menschen brauchen eine gezielte Ansprache. Mit den aufsuchenden Angeboten unterstützen wir den dringend notwendigen Zugang zu dieser Zielgruppe“, betonte Schall.
Hintergrund des in dieser Form bundesweit einmaligen Förderansatzes ist, dass vielen Jugendlichen der berufliche Übergang nur mit besonderer Unterstützung gelingt. Zwar gibt es bereits Förderangebote, aber diese verteilen sich auf verschiedene Organisationen wie Arbeitsagenturen, Jobcenter und Jugendämter. Hier braucht es eine gute Abstimmung zwischen diesen Akteuren, um einzelne Jugendliche koordiniert zu unterstützen. In Rheinland-Pfalz hat sich dies mit dem Start der „Jugendberufsagenturen Plus“ (JBA Plus) seit 2022 etabliert, die zuvor in Modellprojekten erfolgreich erprobt worden waren und seither mit der Förderung aus dem Europäischen Sozialfonds Plus ausgebaut werden konnten.
Arbeitsministerin Schall betonte: „Unsere Förderung ermöglicht ein hohes Maß an Flexibilität, so dass sich die jeweiligen Jugendberufsagenturen Plus passgenau am Bedarf vor Ort ausrichten können. Die zahlreichen positiven Rückmeldungen zeigen, dass unser praxisorientierter Ansatz bereits in den ersten Jahren in vielen Regionen bessere Bedingungen für Jugendliche mit Unterstützungsbedarf geschaffen hat. Dieser Erfolg ist das Ergebnis echter Gemeinschaftsarbeit. Möglich wurde er durch den Willen aller beteiligten Institutionen und politischen Entscheidungsträgerinnen und -träger, eine gemeinsame Leitidee zu entwickeln und umzusetzen.“