| Welterbe

Schnieder/Alt/Fuhr: SchUM-Stätten in Speyer, Worms und Mainz wurden vor fünf Jahren erstes jüdisches UNESCO-Welterbe Deutschlands

Die SchUM-Stätten in Speyer, Worms und Mainz feiern in diesem Jahr ihr fünfjähriges Jubiläum als UNESCO-Welterbe. Am 27. Juli 2021 um 15.47 Uhr hatte der Versammlungsleiter am damaligen Tagungsort des Welterbekomitees in China die Ernennung der drei SchUM-Stätten zum Welterbe verkündet.
Porträtfoto Ministerpräsident Gordon Schnieder
Porträtfoto Ministerpräsident Gordon Schnieder

Dazu Ministerpräsident Gordon Schnieder: „Die Aufnahme der SchUM-Stätten in die Welterbeliste am 27. Juli 2021 war nicht nur für unser Land ein historischer Moment, denn damit wurden zum ersten Mal jüdische Kulturdenkmäler in Deutschland als Welterbe anerkannt. Die Auszeichnung würdigt dieses reiche, bis heute bedeutsame jüdische Erbe als herausragendes Kapitel deutscher und europäischer Geschichte. Die Anerkennung der SchUM-Stätten als Welterbe ist deshalb ein Glanzpunkt in der Geschichte unseres Landes. Als Ministerpräsident ist es mir eine Verpflichtung, weiterhin dazu beizutragen, dass dieses Erbe dauerhaft sichtbar ist und viele Menschen darum wissen. Als Landesregierung setzen wir uns entschieden für die Stärkung des jüdischen Lebens ein und bekämpfen entschlossen jede Form von Antisemitismus.“

Dr. Denis Alt, Staatssekretär im Ministerium für Kommunales, Bauen, Wohnen und Kultur sowie Welterbebeauftragter der Landesregierung: „Fünf Jahre Welterbe-Titel für die SchUM-Stätten, das ist für Rheinland-Pfalz ein Grund zur Freude und ein klarer Auftrag zugleich. Speyer, Worms und Mainz zeigen eindrucksvoll, wie tief jüdisches Leben in unserem Land verwurzelt ist und wie lebendig dieses Erbe bis heute wirkt. Welterbe zu sein heißt nicht, ein Denkmal von gestern zu verwalten, sondern einen Auftrag für morgen anzunehmen. Es bedeutet, Geschichte aktiv weiterzugeben und für kommende Generationen erlebbar zu halten. Mit den entstehenden Besucherzentren schaffen wir Orte, an denen Geschichte für alle erfahrbar wird, gerade für junge Menschen. Unsere Aufgabe ist es, dieses einzigartige Erbe zu bewahren und gleichzeitig zugänglich zu machen, damit es auch in den nächsten Jahrzehnten seine Kraft entfalten kann.“

Monika Fuhr, Beauftragte des Ministerpräsidenten für jüdisches Leben und Antisemitismusfragen: „Die SchUM-Stätten spiegeln die lebendige jüdische Kultur der damaligen Zeit, die bis heute von hoher Bedeutung ist. Sie erzählen vom engen Zusammenleben der jüdischen und christlichen Bewohner in den drei Kathedralsstädten. Sie zeugen von der Stellung hochgebildeter Frauen, die schon im Mittelalter geachtete Gemeindemitglieder waren. Sie zeigen aber auch die sehr dunklen Seiten von Antisemitismus, Verfolgung und Zerstörung auf. Heute sind die SchUM-Stätten Orte des Erinnerns und schaffen Dialog- und Begegnungsräume. Damit bieten sie eine Chance für gegenseitiges Verstehen und leisten einen Beitrag im Kampf gegen Antisemitismus. Wenn wir mehr von der jüdischen Geschichte und Kultur erfahren, trägt das zum Abbau von Vorurteilen bei.“ 

Schnieder, Alt und Fuhr würdigen die Beteiligten: „Unser gemeinsamer Dank gilt all denjenigen, die mit ihrer langjährigen Arbeit, ihrem Wissen und ihrem Engagement zu diesem großartigen Erfolg der Anerkennung beigetragen haben, die das Welterbe pflegen und weiterentwickeln. Mit großer Freude schauen wir auch auf das Jubiläumsjahr und die zahlreichen Veranstaltungen, wissenschaftlichen Vorträge und Workshops, die das Welterbe, die jüdische Kultur und den Dialog zum Gegenstand haben.“

Das Festjahr startet am Sonntag, 26. Juli, mit einer feierlichen Veranstaltung und einem Familienfest im Judenhof in Speyer.

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