Fünf Jahre nach der Ahrtalflut: Erinnerung verbindet – Zukunft entsteht gemeinsam

Am 14. Juli 2026 jährte sich die verheerende Flutkatastrophe, die weite Teile des Ahrtals zerstört hat, zum fünften Mal. Die Flut im Juli 2021 war die schwerste Naturkatastrophe in der Geschichte von Rheinland-Pfalz. Innerhalb weniger Stunden verloren 136 Menschen im Ahrtal und der Region Trier ihr Leben, Tausende wurden verletzt, verloren ihr Zuhause, ganze Orte und wichtige Infrastrukturen wurden zerstört. Auch fünf Jahre später prägen die Erinnerungen an die Katastrophe das Land. Der Wiederaufbau ist vor allem dem außergewöhnlichen Zusammenhalt und Engagement der Menschen vor Ort zu verdanken. Ihnen gilt tiefer Dank.

Am fünften Jahrestag der Flutkatastrophe haben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Ministerpräsident Gordon Schnieder und die stellvertretende Ministerpräsidentin Sabine Bätzing-Lichtenthäler die Ausstellung „We AHR strong“ am historischen Bahnhof von Altenahr besucht. Im Anschluss wurde mit einer Kranzniederlegung auf dem Ahrtorfriedhof in Bad Neuenahr-Ahrweiler der Opfer der Flutkatastrophe gedacht. Zudem besuchte der Ministerpräsident den Malzirkus Ahrweiler, die Jugendbauhütte in Dernau und die Lebenshilfe in Sinzig.

Am Abend informierten sich Ministerpräsident Gordon Schnieder, Bundeskanzler Friedrich Merz und die stellvertretende Ministerpräsidentin Sabine Bätzing-Lichtenthäler im Kurpark Bad Neuenahr-Ahrweiler über den Stand des Wiederaufbaus und sprachen mit jungen Ehrenamtlichen sowie Gewerbetreibenden. Danach nahmen sie an der öffentlichen Gedenkveranstaltung in Bad Neuenahr-Ahrweiler teil und gedachten gemeinsam mit Betroffenen und Angehörigen der 136 Todesopfer in Rheinland-Pfalz.

„Sie, die so großes Leid erfahren mussten, spreche ich direkt an. Ihnen sage ich: Menschen sind fehlbar. Organisationen und Institutionen sind fehlbar. Es war Fehlbarkeit, die dazu führte, dass das Ahrtal nicht auf diese Flutkatastrophe vorbereitet war. Es ist das Versprechen und die Zusage des Staates, seine Bürgerinnen und Bürger zu schützen. Dieses Versprechen wurde nicht eingehalten. Der Staat hat in dieser Frage versagt - dafür bitte ich als Ministerpräsident um Entschuldigung.“

MinisterpräsidentGordon Schnieder
Webseite zum Wiederaufbau

Ausführliche Informationen zum Wiederaufbau, Antworten auf häufige Fragen und wichtige Ansprechpartner finden Sie auf unserer offiziellen Wiederaufbau-Website. wiederaufbau.rlp.de

Cockpit Wiederaufbau

Im “Cockpit Wiederaufbau” können Sie sich anhand einer interaktiven Karte durch die von der Naturkatastrophe 2021 betroffenen Gebiete navigieren und dabei ausgewählte Wiederaufbaumaßnahmen entdecken. Dargestellt werden primär Maßnahmen der allgemeinen kommunalen Infrastruktur ab einer Bewilligungssumme von über 100.000 Euro. Die Maßnahmen des Wiederaufbaus werden durch den Wiederaufbaufonds mit finanzieller Unterstützung des Bundes und der Länder gefördert. 

Erster Besuch von Ministerpräsident Gordon Schnieder

Zum Auftakt seiner Amtszeit als neuer Ministerpräsident hat sich Gordon Schnieder einen Überblick über den aktuellen Stand des Wiederaufbaus im Ahrtal verschafft. Hierzu besuchte er gemeinsam mit der Landrätin des Landkreises Ahrweiler, Cornelia Weigand, die Berufsbildende Schule in Bad Neuenahr-Ahrweiler, die Dr. von Ehrenwall'sche Klinik und die Ortsgemeinde Altenahr. Vor Ort hat er sich über den Stand des Wiederaufbaus informiert.

„Im Ahrtal ist vieles erreicht worden, gleichzeitig gibt es weiterhin noch viel zu tun. Mir war wichtig zuzuhören und mit den Menschen vor Ort darüber zu sprechen, wo der Wiederaufbau gut funktioniert und wo es noch Hürdengibt. Über alle Förderbereiche hinweg wurden zum Stichtag 1. Juli 2026 rund 3,7 Milliarden Euro bewilligt. Wir wollen Verfahren dort unterstützen, wo sie noch stocken. Das ist nur möglich durch eine enge und konstruktive Zusammenarbeit von Land und Kommunen“, betonte Ministerpräsident Schnieder. „Mein besonderer Dank gilt vor allem den Akteuren vor Ort. Sie treiben die Maßnahmen voran und machen den Wiederaufbau sichtbar“, so der Ministerpräsident weiter.

„Ich werde das Ahrtal nicht vergessen und den weiteren Wiederaufbau mit aller Kraft unterstützen“

MinisterpräsidentGordon Schnieder

Der Wiederaufbau geht voran

Auch im fünften Jahr nach der Naturkatastrophe bleibt der Wiederaufbau in Rheinland-Pfalz ein Schwerpunkt der Landesregierung. An vielen Orten werden Gebäude energieeffizient, Brücken hochwasserangepasst und Sportplätze multifunktional gebaut. Sie stehen für nachhaltige, moderne und resiliente Lebensräume und tragen dazu bei, dass die Menschen in ihrer alten und zugleich neuen Heimat nach vorne schauen können.

Der Wiederaufbau ist und bleibt eine Gemeinschaftsaufgabe. Wie man zusammen wiederaufbaut, zeigen die vielen Beteiligten in den Kommunen vor Ort, in privaten oder ehrenamtlichen Initiativen und in der Landesverwaltung mit großem Engagement und unermüdlichen Tatendrang. Ihnen allen gebührt unser Dank und das Versprechen, dass die Landesregierung auch weiterhin fest an ihrer Seite steht. Denn sie alle leisten Tag für Tag einen wichtigen Beitrag, um den Menschen Hoffnung und Zuversicht zu geben – damit die Heimat zukunftsfest wiederaufgebaut wird.

Wiederaufbau in Zahlen (Stichtag 1. Juli 2026)

Zum Stichtag 1. Juli 2026 lagen über alle Förderbereiche hinweg, darunter Private, Unternehmen und kommunale Infrastruktur, insgesamt rund 20.800 vollständige Förderanträge vor. Davon wurden bereits über 20.000 bewilligt. Das bewilligte Fördervolumen beträgt rund 3,72 Milliarden Euro

Der Wiederaufbau der kommunalen Infrastruktur geht mit großen Schritten voran. Zahlreiche Projekte konnten bereits abgeschlossen werden oder stehen kurz vor ihrer Fertigstellung: Brücken wie die Weinbaubrücke in Dernau oder die Heppinger Brücke in Bad Neuenahr-Ahrweiler verbinden Orte und Menschen wieder miteinander. Mit neuen Sportanlagen und Spielplätzen, wiederaufgebauten Schulen und Kindertagesstätten sowie wiederhergestellten Parks und Plätzen entstehen wichtige Orte des gesellschaftlichen Lebens. Auch der Ahr-Radweg ist inzwischen bis auf zwei kurze Abschnitte wieder durchgängig befahrbar, und der Tourismus entwickelt sich positiv: 2025 gab es im Ahrtal landesweit den stärksten Zuwachs bei Gäste- und Übernachtungszahlen.

Der Blick richtet sich zugleich nach vorn: Voraussichtlich Ende 2026 werden die Bachemer Brücke sowie die Landgrafenbrücke in Bad Neuenahr-Ahrweiler fertiggestellt. Noch in diesem Jahr werden die Kita Blandine Merten in Bad Neuenahr-Ahrweiler sowie die Kita St. Johannes der Apostel in Dernau fertig. Beim Schulzentrum Altenburg ist der Abschluss der Arbeiten an der Grundschule noch in diesem Jahr vorgesehen, an der Realschule plus sowie an der Sporthalle wird dies voraussichtlich 2027 der Fall sein – dies sind wichtige Etappen auf dem Weg zu einem vollständig wiederaufgebauten Ahrtal.

Im Bereich des privaten Wiederaufbaus wurden mehr als 4.000 Förderanträge mit einem Volumen von 682 Millionen Euro bewilligt. Über 1.000 Wohngebäude sind bereits vollständig wiederaufgebaut. Beim Hausrat konnten nahezu alle bewilligten Hilfen ausgezahlt werden, ein wichtiger Schritt zurück in ein normales Leben für viele Betroffene.

Broschüre: Perspektive Zukunft

Borschüre zwei Jahre Wiederaufbau RLP

In der neuen Broschüre "Perspektive Zukunft" werden zahlreiche Projekte vorgestellt, die für die Vielschichtigkeit des Wiederaufbaus stehen.

Die Broschüre zum Download

Aktuelle Pressemeldungen zum Wiederaufbau