Stadelmaier kritisiert Koch in Debatte übers ZDF

Der rheinland-pfälzische Staatskanzleichef Martin Stadelmaier hat in der Debatte über den ZDF-Chefredakteur den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch heftig kritisiert. Dieser habe gegen den Amtsinhaber Nikolaus Brender erst schlechte Quoten bei Nachrichtensendungen ins Feld geführt, sagte Stadelmaier am Freitag im rheinland-pfälzischen Landtag in Mainz. Dann habe Koch nachgeschoben, zehn Jahre für einen Chefredakteur seien genug - nun müsse auf Brenders Stelle ein junger Nachfolger kommen, der in der neuen Medienwelt zu Hause sei.

"Ich stelle nur fest, Herr Koch hat diese Kriterien an sich und seine Amtszeit nicht angelegt", sagte der Chef der in der Rundfunkpolitik federführenden Staatskanzlei Rheinland-Pfalz ironisch. "Im Übrigen werden die genauen Argumente wohl im Dunklen bleiben."

Koch ist seit 1999 im Amt, Brender seit 2000. Am Donnerstag hatte sich der ZDF-Verwaltungsrat auf den derzeitigen Leiter des Berliner ZDF-Hauptstadtstudios, Peter Frey, als neuen Chefredakteur festgelegt. Er soll Brender am 1. April 2010 ablösen.

Stadelmaier sagte am Freitag, für das ZDF und den öffentlich- rechtlichen Rundfunk sei "ein beträchtlicher Schaden entstanden". Auf die Frage, ob es schon zuvor eine derartige politische Einflussnahme auf den Mainzer Sender gegeben habe, antwortete der Staatssekretär: «Das ist bisher in der Geschichte des ZDF ein einmaliger Vorgang.»

Stadelmaier erinnerte auch an die neuen Vorschläge des rheinland- pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck. Demnach soll unter anderem der Verwaltungsrat (dem Beck vorsteht) den vorgeschlagenen ZDF-Chefredakteur künftig nur noch mit einer Drei-Fünftel-Mehrheit ablehnen können.

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